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Death-Metal Schönheit Angela Gossow zeigt den Fleischessern, wo der Hammer hängt

Angela Gossow, Sängerin und Frontfrau der Death-Metal Kapelle ARCH ENEMY liebt es laut und ehrlich. Angriffslustig ist sie, vielleicht liegt es an der weitgehend von Männern dominierten Metal Szene, in der sich die drahtige Schönheit aus Köln durchsetzen muss. Vielleicht aber auch daran, dass sie, eher untypisch für das Metal-Metier, überzeugte Vegetarierin ist.



Angela und ARCH ENEMY

Seit 2001 ist Angela Gossow bereits bei ARCH ENEMY aktiv, nachdem sie davor in diversen Formationen unterwegs war. Vegetarierin ist sie aber nicht erst seit Gestern. Die Wurzeln dafür liegen sehr viel weiter zurück. "Ich komme aus einer Familie, die sehr bewusst lebt und auch so mit der Umwelt und dem eigenen Körper umgeht. Ich bin mir der umweltschädlichen Wirkung der Massentierhaltung sehr bewusst und dass der Vegetarismus auch definitiv die gesündere Lebensweise ist. Tierische Fette werden meine Adern nicht verstopfen, ich nehme auch keine Unmengen Wachstumshormone und Antibiotika auf -- konventionelles Fleisch ist voll damit."

Ihrer Schönheit ist es auch zu verdanken, dass sie in den letzten Jahren immer wieder am Worlds Sexiest Vegetarian Contest von peta2.com teilgenommen hat, auch wenn das ganze eher spaßeshalber ist.
"Haha. Meine Webmiss hat mich dort eingetragen, weil sie findet, dass Vegetarismus und Extreme Metal mich sehr sexy macht ;-) Ich glaube nicht, dass die Metal Szene davon Notiz genommen hat, um ehrlich zu sein. Ich selber schere mich nicht um solche Titel/Auszeichnungen. Was mich ausmacht, ist das, was ich vorlebe in der Praxis!"



ARCH ENEMY - das neue Album "Root of all evil"

Auf dem neuen Album The Root of all Evil, welches bei Century Media erscheint, präsentieren ARCH ENEMY neben komplett neu aufgenommenen Versionen von Stücken der ersten drei Alben wie z.b. "Black Earth" (1996), "Stigmata" (1998) und "Burning Bridges" (1999) auch der Song Demonic Science, welcher das Thema Ethik und Wissenschaft umkreist.

Zum Thema Tierversuche und militanten Tierschutz hat Angela dann auch eine klare Position: "Das finde ich berechtigt, da Tiere sonst nur getreten werden. Hündchen wird krank verhätschelt, Halterin trägt Pelz, Halter frisst 5k Billig-Fleisch in der Woche. Tierquälerei ist unnötig und inhuman und muss bekämpft und bestraft werden. Manchmal müssen Tierschützer dann halt auch etwas härter kämpfen. Wenigstens bieten diese die Stirn und engagieren sich. Ich finde tatenlose Menschen ehrlich gesagt zum kotzen."
Klare Ansage.

Was die Metalszene betrifft, sieht Angela das Thema Vegetarismus optimistisch, es gibt durchaus immer mehr Leute in der Szene, die sich der vegetarischen Lebensweise öffnen. "Tatsächlich sind 3 Jungs aus meiner Band auch Vegetarier. Musiker sind alternativen Lebensweisen sehr viel offener zu eingestellt als ,Otto-Nomal-Bürger'. Wir stellen sowieso die Norm und die Gesellschaft in Frage. Und die Ernährung und der Umweltschutz ist Teil davon. Ich werde niemals dumm angemacht, sondern respektiert. Die meisten sagen, ach, finde ich super, würde ich ja auch gerne machen, bin aber zu willensschwach um meine Lebensweise zu verändern. Nun, ich bin nicht willensschwach und sehr diszipliniert. Ich würde meine Gelüste niemals über meinen Intellekt triumphieren lassen."

Der bei Verfechtern der Fleischeslust verbreiteten Meinung, Vegetarier würden bleich und kraftlos sein, würde sie am liebsten mit einem brachialen Death-Metal Gewitter ein Ende setzten: "Völliger Schwachsinn, wenn man nur ein bisschen über richtige Ernährung weiß. Viele Fleischesser haben totalen Vitalstoff-Mangel, weil sie nicht genug Vitamine durch Obst und Gemüse bekommen. Ich trainiere 5mal die Woche Langlauf und Gewichte, werde nie krank und halte extremste Touren-Perioden durch. Ich bin der Mittelfinger im Gesicht für all diese ungebildeten Plapperer."

Am unangenehmsten könnte es jenen Plapperern in Ländern wie Spanien und Südamerika gehen, wo es weitaus schwieriger ist, ein Tofuschnitzel oder Veggieburger zu bekommen. Aber sie nimmt solche Situationen professionell gelassen. Wenn es kein Veggie-Essen gibt, "esse ich dann hauptsächlich Salate, Reis, Kartoffeln. Geht auch. Ich lebe nicht, um zu essen... Ich esse, um zu leben!"

Text & Interview: Raoul Festante



Hier der Video-Trailer zum neuen Album:

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