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KOCHEN MIT ATTILA HILDMANN – DAS VEGAN KOCHBUCH VOL. 1

Wer im Internet schon nach veganen Rezepten gesucht hat, ist sicherlich nicht um die Rezepteseite von Attila Hildmann herum gekommen sein - jede Menge leckere Gerichte und Fotos dazu, bei denen einem das Wasser im Mund zusammen läuft. Aber eine schnöde Internet-Seite reicht einem leidenschaftlichen Koch wie Attila nicht – und so gibt es den Rundumschlag: Er hat eine eigene vegane Internet-Kochshow und er ist der Protagonist vonViana TV und wer im Raum Berlin lebt, kann an seinen veganen Kochkursen teilnehmen. Und jetzt auch noch das: Ein eigenes Kochbuch: VEGAN KOCHBUCH VOL. 1!

Attila Hildmann

Hey Attila! Wie kamst Du auf die Idee ein Kochbuch zu machen? Ich koche schon seit einigen Jahren vegan und da sammeln sich einige Rezepte an. Es war einfach der richtige Moment mein eigenes Kochbuch zu publizieren. Was mich immer an den meisten Kochbüchern stört, ist, dass viele keine schönen Bilder haben, wenn überhaupt welche vorhanden sind. Das wollte ich anders machen. Deswegen gibt es zu jedem Rezept ein Bild, das sicherlich Appetit macht.

Wie lange lebst Du schon vegan und wie kam es dazu? Das sind jetzt 7 Jahre. Ich bin eigentlich eher zufällig dazu gekommen. Vegetarier wurde ich erst in der Abizeit. Vorher habe ich mir nie Gedanken über Vegetarismus gemacht. Ein paar Freundinnen lebten vegetarisch aber wir sprachen nie drüber, deswegen hat das bei mir auch kein großes Interesse geweckt.
Ein Kumpel brach das Eis – er machte viel Kraftsport, hatte viele Muskeln und das beeindruckte mich. Wir sprachen viel über ethische, gesundheitliche wie ökologische Aspekte des Fleischkonsums und so wurde ich schlagartig Vegetarier – von heute auf morgen! Dann nach ein paar Monaten reichte mir das nicht mehr, weil ich mich über Milchkühe und Käfighaltung informierte und natürlich auch ein paar PeTA-Videos anschaute.

Engagierst Du Dich für Tierrechte? Und wenn, wie? Momentan konzentriere ich mich auf gute vegane Küche, die für jedermann attraktiv ist. Wenn du nur einen deiner Freunde dazu anregen könntest, sich vegan zu ernähren, würde diese eine Person schon sehr viel für Tiere, Umwelt, Regenwald und das Klima tun. Viele sind sich aber im Alltag unsicher, wie man Veganismus überhaupt praktizieren kann. Zu zeigen, dass es einfach geht, lecker schmeckt und gesund ist, betrachte ich als einen Teil meiner „Tierrechtsarbeit“.

Wie reagierst Du, wenn Dich Leute fragen, warum Du vegan lebst? Ich sage ihnen einfach die Fakten. Ich halte es für nicht mehr zeitgemäß, Tiere für Nahrung und andere Dinge zu benutzen. Wir halten uns für eine zivilisierte Spezies aber behandeln Tiere wie Objekte, so fällt sogar Tierquälerei unter das „Sachenrecht“. Abgesehen von den ethischen Aspekten, die jeder wahrscheinlich anders definiert, ist es auch sehr gesund, sich pflanzenbasiert und damit cholesterin- und laktosefrei zu ernähren.
Unzählige Menschen haben eine Laktoseintoleranz oder einen zu hohen Cholesterinspiegel. Wir geben unglaubliche Summen für Bypass-Operationen, Betablocker und Krebsbehandlungen aus, dabei beugt eine vegane Ernährung vielen Krankheiten vor. Ich frage mich oft, was so gesund am Fleisch sein soll? Es gibt ja immer wieder Menschen, die meinen, sie bräuchten Fleisch für ihre Fitness. Und was sollen diese Zauberstoffe sein? Fleisch erhöht das Risiko an Magen-Darm-Krebs zu erkranken und erhöht den Cholesterinspiegel.
Es gibt so viele Argumente, die für eine vegane Ernährung sprechen: durch Kuhblähungen wird der Treibhauseffekt beschleunigt, da Methan in ihren Abgasen enthalten ist; der Regenwald wird für Soja abgeholzt, das an europäische Schweine und Kühe verfüttert wird; die Menschen in der dritten Welt verarmen durch Monokulturen wie Mais, die auch an unsere einheimischen „Nutztiere“ verfüttert werden und haben keinen Platz mehr für ihre Saat.
Die Ressourcen der Erde sind einfach begrenzt und wir werden nicht so schnell wieder den Regenwald aufforsten, den Klimawandel stoppen oder das Wasser der geschmolzenen Polkappen zum gefrieren bringen können.
Viele von uns sind so beschäftigt mit Jobs, der Schule, der Uni oder anderen Sorgen. Aber über die Ernährung kann jeder von uns einen großen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt dieses Planeten und zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen.

Auch lecker: Attilas Frühlingsrollen! :o)

Was ist Dein Lieblings-Gericht? Ich liebe Pastagerichte. Der Klassiker schlechthin, der auch immer gut bei Freunden ankommt, ist mein Spaghetti Bolognese Rezept aus meinem Vegan Kochbuch Vol. 1! Eine Freundin mit italienischen Wurzeln isst seitdem keine andere Bolognese-Soße mehr – dabei ist sie gar keine Vegetarierin! Die „Parmesan“-Alternative dazu, die ich aus Mandeln, Hefeflocken und Salz mache, ist wirklich schön würzig und lecker. Bei der Soße muss immer ein Schuss Rotwein rein und etwas Süße, z.B. durch Agavendicksaft oder Rohrzucker. Und man sollte nie die goldene Regel für Tofu vergessen: Immer schön kross anbraten, lieber zu lang als zu kurz! Aber momentan bin ich wieder mehr auf dem Asian-Trip: Sushi, Bratreis mit Gemüse und Cashews, Bami Goreng oder Frühlingsrollen mit Sprossen, Austernpilzen und Sweet-Chilli-Soße. Ja, ich glaube, dass ist momentan mein Lieblingsgericht.

Dein Engagement für die vegane Küche ist sehr an Deiner Person geknüpft – Deine Seite trägt z.B. Deinen Namen und nicht z.B. „VeganKochen.de“, wie kommt das? Hat das einen bestimmten Grund? Ich habe meinen bestimmten Kochstil so wie Jamie Oliver, Tim Mälzer oder Johann Lafer ihren haben. Das ist einfach Branding.

Gibt es noch etwas, das Du uns mitteilen möchtest? Es gibt verschiedene Wege zum Veganismus – aber man sollte das Projekt „vegan werden“ locker angehen. Schritt für Schritt ist manchmal besser also von 0 auf 100 und dann nach ein paar Monaten schlapp machen. Ich habe das zwar damals auf die harte Tour gemacht, aber ich erwarte das nicht von anderen. Der Genuss sollte im Vordergrund stehen. Man darf einfach nicht das Gefühl haben, man würde weniger gut essen als andere. In meiner Heimatstadt Berlin gibt es ja schon einige Spots, wo man gut vegan essen kann. Ich wünsche mir für die Zukunft noch mehr Möglichkeiten, um es einfach bequemer zu machen. So werden auch weitaus mehr Leute in den Genuss von gutem veganen Essen kommen und das ist doch schon mal was.
Früher hatte ich oft das Gefühl, dass viele Veganer unter sich bleiben möchten und durch ihr Veganertum gern besser sein würden als andere. Davon halte ich nichts und ich hoffe, dass sich in den nächsten Jahren auch Hinz und Kunz für Veganismus interessieren. Vegan liegt einfach im Trend und für mich ist es schön, dabei zu sein!
Ach und nicht vergessen: „Vegan isst besser!“

Danke für das Interview, Attila! :o)
 
 
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