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CALIBAN - Sänger Andy Doerner im Gespräch!

Mal ehrlich: CALIBAN muss man eigentlich niemandem mehr vorstellen. Der Bandname der fünf Essener ist bei geneigten Anhängern der Hardcore- und Metalszene doch schon lange ein gefestigter Begriff und steht wie der Name weniger anderer Bands für eine beachtliche Erfolgsgeschichte im Rahmen dieser Szenen.

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Schon lange dabei: CALIBAN.


Hardcore hat mich dazu gebracht Vegetarier zu werden. Bevor ich in die Szene kam, habe ich mich nicht wirklich für Vegetarismus und Tierrechte interessiert. Als ich dann aber mit immer mehr Menschen in Berührung kam, die Vegetarier waren und sich für Tierrechte eingesetzt haben, habe ich mich immer stärker mit dem Thema auseinandergesetzt und bin zu der Einsicht gekommen, dass fleischfreie Ernährung ein guter Lebensweg ist. Dabei gab keine spezielle Band, die mich nun ganz besonders beeinflusst hätte Vegetarier zu werden. Vielmehr waren es Gespräche mit Menschen, die diesen Lebensstil bereits verfolgten, die mich inspirierten. Das Infomaterial, das ich mir bei Shows von Infotischen mitnahm und einige Recherche-Videos aus Schlachthöfen, die so hart waren, dass ich sie teilweise nicht bis zu Ende ansehen konnte, taten dann ihr Übriges dazu und ich wurde Vegetarier.

Sprich: du verbindest mit Vegetarismus eine Überzeugung.
Genau. Mir geht es um das Prinzip, dass ich kein Tier essen muss, um zu überleben. Früher mochte ich Fleisch sogar gerne, aber als mir klar wurde, wie es auf den Teller gelangt, habe ich mich davon losgesagt. Und da es für Vegetarier ja auch genug Fleischersatzprodukte gibt, weine ich dem Geschmack auch keine Träne nach. Viele Fleischesser sagen ja, dass Menschen Fleisch essen müssten. Das sehe ich anders.

Was isst du sonst noch gerne?
Da die ?gute deutsche Küche? nicht wirklich viel für Vegetarier vorhält außer Beilagen, esse ich sehr gerne italienische Pasta, oder thailändische oder asiatische Küche.

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Sänger Andy Doerner.


Wie machst du das auf Tour, ist es leicht für dich vegetarische Gerichte zu bekommen?
Auf Tour gibst du als Band beim Konzertveranstalter ja immer einen ?Rider? ab. Das ist Liste mit den Sachen, die du vor und nach dem Konzert gerne essen willst. Und da drei Mitglieder von CALIBAN Vegetarier sind, sind wir dazu übergegangen, einen komplett vegetarischen ?Rider? zu erstellen. Früher war es eben oft so, dass wir Vegetarier kaum etwas zu essen bekamen, weil für uns nur Beilagen dabei waren, weil die Köche dachten, dass die vegetarischen Dinge auf dem ?Rider? nicht so wichtig, eben nur Beilagen, seien. Daher sind unsere Touren vom Essen her rein vegetarisch. Früher waren wir ja auch noch sehr viel mehr in der Hardcore-Szene unterwegs. Da war es in der Regel gar kein Problem, vegetarisches Essen zu bekommen, weil Vegetarismus ja nach wie vor ein wichtiges Thema in der Hardcore-Szene ist. Mittlerweile sind wir ja aber auch sehr viel im Metalbereich unterwegs und da ist es schon weit weniger selbstverständlich, dass jemand Vegetarier ist. Von daher ist es mittlerweile gar kein Problem mehr für uns, auf Tour vegetarisch zu essen.

Siehst du CALIBAN denn eher als Metal-, oder eher als Hardcore-Band?
Rein musikalisch ist bei uns ja nicht mehr viel von Hardcore übrig. Zwar haben wir immer noch Breakdowns und andere, für Hardcore typische Momente. Insgesamt tendiert CALIBAN musikalisch aber mittlerweile sehr viel stärker zum Metal als zum Hardcore. Dennoch ist ein beständiger Hardcore-Einfluss geblieben. Und zwar in der ideologischen Dimension der Band. Marc, unser Gitarrist, und ich kommen ja aus der Szene und der Hardcore-Gedanke ist uns nach wie vor wichtig. Im Metal hast du nicht einen solchen familiären Umgang wie im Hardcore. Diesen versuchen wir aber aufrecht zu erhalten und so auch in die Teile Metalszene hinein zu tragen, in der wir uns mittlerweile bewegen.

Wie äußert sich das konkret?
Zum Beispiel geben wir unseren Support-Bands immer die volle Bühne für ihre Shows. Das ist ja keineswegs normal. Normal ist ja eher, dass die Support-Band ihr Equipment vor dem des Hauptacts aufbaut, so dass nach dem Set der Support-Band der Umbau für die Hauptband schnell geht. Das hat aber in aller Regel zur Folge, dass die Support-Band nicht ihre ganze Kraft entfalten kann, weil sie ja nur eingeschränkten Raum auf der Bühne hat. Für Marc und mich gehört es aber absolut dazu, dass unsere Support-Acts größtmöglichen Raum haben, um sich zu präsentieren.

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Live on stage!


Lass uns noch ein wenig über euer neues Album ?The Awakening? sprechen. Es ist härter geworden, als der Vorgänger ?The Undying Darkness?. Wie kam es dazu?
Dass das Album wieder etwas härter geworden ist, war eine ganz bewusste Entscheidung von uns. Wir wollten ein Stück weit zu unseren Wurzeln zurück und musikalisch wieder unserem 2003er Album ?Shadow Hearts? näher kommen. Deswegen haben wir weniger Songs mit cleanem Gesang geschrieben, dennoch aber geschaut, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten die Songs mit allerlei Spielereien auszuschmücken, sie also ein Stück weit pompös zu machen. Die meiste Energie haben wir dieses Mal aber dafür aufgewendet, auf dem Album richtig auf die Pauke zu hauen.

Das klingt ja nach einer sehr verkopften Platte.
Hmmh, das würde ich etwas anders sehen. Bei verkopften Alben denkt man ja sehr viel über jedes einzelne Detail nach. Das war bei "The Awakening" nicht so. Wir haben die grobe Marschrichtung für das Album, eben die Entscheidung, dass es wieder härter klingen sollte, zwar wie gesagt ganz bewusst getroffen. Ab da haben wir aber nicht mehr sehr verkopft an den Songs gearbeitet. Sondern - im Gegenteil - nachdem sie fertig geschrieben waren, kaum mehr an ihnen herum probiert. Marc, unser Gitarrist, ist ja der CALIBAN-Hauptsongwriter. Und bisher war es immer so, dass wir noch viel an den Songs geändert haben, nachdem er uns seine geschriebenen Erstversionen der Stücke präsentiert hatte. Das blieb dieses Mal aus und wir nahmen die meisten Songs direkt so auf, wie er sie verfasst und ich die Texte zu ihnen geschrieben hatte. Die raue Energie des Albums kommt also aus dieser gewissen Spontanität und vielleicht auch Kompromisslosigkeit des Songwritings. Aber außer der grundsätzlichen Idee, dass "The Awakening" wieder härter werden sollte, ist an dem Album recht wenig verkopft.

Andy, vielen Dank für Deine Zeit, hast Du noch letzte Worte an die User von PETA2.de?
Vielen Dank für das Interview und das Lesen des selbigen! Nicht vergessen: am 25. Mai erscheint unser neues Album ?The Awakening?. Und alle, die noch Fleisch essen, sollten mal ihre Essgewohnheiten überdenken. Denn mittlerweile gibt es sehr viele Ersatzprodukte!

Dich interessiert, warum Thomas D., Kool Savas, Morrissey, Eva Briegel von JULI, Mike Ness von SOCIAL DISTORTION, Andy von CALIBAN und die Jungs von RISE AGAINST überzeugte Vegetarier sind? Warum sich MY CHEMICAL ROMANCE und Ben von BILLY TALENT Gedanken über Tierrechte machen? Warum sich P!nk für die Tiere einsetzt und AS I LAY DYING gegen Pelze sind? Dann check doch mal unsere FAQS zu den Themen Vegetarismus, Pelze und Tierrechte. Leckere vegetarische Rezepte findest Du hier. Wenn Du weitere Fragen hast, schreib' uns einfach fix an: admin@peta2.de.

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