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CALIBAN - Interview mit den Death Metal-Fleischverweigerern

Caliban gehören definitiv zu einer der deutschen Metalcore-Bands, die sich in den letzten Jahren zäh nach oben gearbeitet haben. Der Laden brummt, könnte man sagen. Was aber nichts daran ändert, dass sich die Jungs trotz ausgedehnter Touren und Supportshows mit Bands wie z.B. IN FLAMES, KILLSWITCH ENGAGE oder KREATOR weiterhin auf ihre Wurzeln besinnen.



Caliban im Jahre 2009

Und die sind ganz klar in der Hardcore-Szene Mitte der Neunziger bei Bands wie EARTH CRISIS zu finden. Womit wir dann auch beim Thema Vegetarismus/Veganismus und Straight Edge wären, einem Thema, dass 3 der 4 Mitglieder nach wie vor beeinflusst, trotz der mittlerweile größeren Bühnen und dem Mehr an Fame. Gitarrist Marc Görtz stellt klar, dass es auch nach 14 Jahren eine rein persönliche Angelegenheit ist. „Klar, ich bin durch EARTH CRISIS an dieses ganze Vegetarier- und Straight Edge-Ding rangekommen. Wenn jetzt z.B. jüngere Leute erfahren, dass ich Vegetarier bin und das als Vorbild nehmen, finde ich das gut, aber ich würde es jetzt nicht nach draußen posaunen. Wenn es Leute bewegt, darüber nachzudenken, finde ich das gut, ich will es aber niemandem aufzwingen.“

Ohnehin ist es schwer, bei der Musik und den Texten von CALIBANs neuer Scheibe eine klare Aufforderung oder Message zu finden. Das neue Album "Say Hello to Tragedy" (CENTURY MEDIA) soll vielmehr persönliche und gesellschaftliche Tragödien thematisieren, sei es das Geiseldrama um den Fall Fritzl oder persönliche Konflikte in der Beziehung. Dinge, die sich im Kleinen aufbauen und irgendwann in Katastrophen enden. Eine Message, die sich alle auf die Fahne schreiben, findet Marc unglaubwürdig, da die Band keine klare Linie verfolgt, sagt er. „Bei EARTH CRISIS ist es ja so, dass alle 100% vegan sind und es mit zu deren Message gehört, dieses nach außen zu transportieren. Bei uns würde ich das als unglaubwürdig empfinden, da ja einer nicht vegetarisch ist und es etwas lächerlich sein würde, wenn wir uns eine Sache auf die Fahnen schreiben, hinter welcher wir gar nicht zu 100% stehen.“

Durch den großen Erfolg vor allem im Metal-Sektor hat sich das Publikum der Band verändert, doch nicht nur das – man bewegt sich, um wieder auf die Hardcore-Wurzeln zurückzukommen, in einer neuen Szene. Und anders als im Hardcore-Mikrokosmos, in welchem Veganismus und Vegetarismus keine Schimpfwörter sind, scheint das Thema in der Metal-Szene noch nicht wirklich verbreitet zu sein.

„Es ist mittlerweile einfacher, auf Touren veganes oder vegetarisches Essen zu bekommen, was am Anfang noch viel schwieriger war. Aber bei Metal-Bands ist der Vegetarismus noch nicht so weit verbreitet. Das wird zwar akzeptiert, aber nicht unbedingt verstanden. So richtig böse sind die Leute aber auch nicht, wenn man vegetarisches Essen verlangt.“



Die neue CALIBAN-Scheibe!

Was die Versorgung auf Tour mit Tofuschnitzel oder Veggieburgern betrifft, gibt es für CALIBAN eine Art vegetarische/vegane Weltkarte.

„England ist relativ einfach, Amerika auch, da gibt es viele Soja-Produkte. Deutschland ist auch mittlerweile gut. In Russland, Weißrussland und Tschechien wird’s dann schwieriger. Da stößt man dann öfter mal auf Unverständnis. Spanien ist auch schwierig, Italien dagegen wieder etwas einfacher wegen der Pasta und so. Generell kann man sagen, dass es in Osteuropa schwieriger ist als in Westeuropa. Wir hatten mal ein Konzert in Russland, wo vegetarisch hieß, dass aus der Fleischbrühe dann einfach die Fleischstücke rausgenommen wurden und uns dann der Rest vorgesetzt wird.“

Noch schlimmer wird’s aber beim Alkohol in den osteuropäischen Ländern, denn Marc ist nach wie vor Straight Edge. Da gibt es dann mehr Diskussionen. „Wenn man sagt, man trinkt keinen Alkohol, ist das schlimmer als zu sagen, man isst kein Fleisch. Da ist die Akzeptanz doch weitaus geringer als beim Thema Fleisch.“

Wie dem auch sei – CALIBAN nehmen das Ganze gelassen. Von Militanz halten Marc sowie der Rest der Band ohnehin nichts. „Wenn jemand meint, einem Raucher oder Fleischesser die Kippe oder die Wurst aus der Hand schlagen zu müssen, nur weil er nicht Straight Edge oder vegan ist, dann ist mir das ´ne Spur zu heftig. Durch Militanz erreicht man eher das Gegenteil, als die Leute aufzuklären. Für mich ist das, wie gesagt, ein rein persönliches Ding. Wenn das jemand gut findet, ok, wenn nicht, dann nicht.“

Interview & Text: Raoul Festante



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Was Ihr tun müßt, um dabei zu sein?
Einfach das Formular unten ausfüllen, uns mitteilen, warum gerade Ihr CALIBAN treffen solltet und vor allem sagen, zu welchem Date in welcher City ihr wollt.

Einsendeschluss ist der 15. September 2009!
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Diese Dates stehen zur Auswahl:
28.10.09 Hamburg (D) - Markthalle
29.10.09 Berlin (D) - Columbia Club
30.10.09 Dresden (D) - Reithalle
31.10.09 Muenster (D) - Skaters Palace
01.11.09 Cologne (D) - Essigfabrik
02.11.09 Aschaffenburg (D) - Colossaal
03.11.09 Karlsruhe (D) - Substage
08.11.09 Munich (D) - Theaterfabrik

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