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CALLEJóN – Bassist Thorsten im Interview mit PETA2 plus fette Weihnachtsverlosung!

Freunde der gepflegten Mélange aus Hardcore und Metal, spitzt die Ohren und lest wachsam weiter! Heute ist es nämlich an der Zeit, mit Euch eine ganz besondere Band zu zelebrieren. Also reibt Euch die Händchen in vorfreudiger Erwartung und freut Euch mit uns auf unser allererstes Feature mit CALLEJóN aus Köln! Klar, die meisten von Euch werden die Jungs schon kennen, weil sie mit ihrem niegelnagelneuen Album „ZombieActionHauptquartier“ derzeit in aller Munde sind. Völlig zu recht, wie wir finden, denn der Langspieler strotzt vor energetischen Songbrocken zwischen Metal und Hardcore, wobei ein Händchen für unfassbare gute Melodien Songs wie „Mein Puls = 0“ oder „Und wenn der Schnee…“ garniert. Und ja, Ihr habt richtig gelesen, das sind deutsche Songtitel. Eine weitere Besonderheit im Hause CALLEJóN ist nämlich, dass die Band fast nur Deutsch singt, was übrigens bestens zum Sound der Band passt.



v. l. n. r.: Buschy, Bernhard, Basti und Thorsten von CALLEJoN im stylischen "Canadians"-Look!

Es ist aber nicht nur der Sound, der uns bei den Jungs begeistert. Bassist Thorsten hat nämlich nicht nur ein Herz für groovende Basslines, sondern auch für die Tiere. Seit zwei Jahren lebt er vegan, wobei er diesen Schritt zunächst aus rein gesundheitlichen Gründen tat. Kurz darauf begann er aber, sich intensiver mit tierrechtlichen Fragen zu beschäftigen, die seine Entscheidung aus einer ethisch-moralischen Sicht weiter festigten. Wunderbar, sagen wir da und freuen uns, Euch unser komplettes Interview mit Thorsten zu präsentieren. Fleißig, wie Thorsten ist, überzeugte er übrigens gleich auch die CALLEJóN-Members Basti (Gesang), Bernhard (Gitarre) und Buschy (Gitarre) davon, unsere stylischen „Canadians“-Shirts über zu ziehen und für ein nices Foto zu posieren. Dieses präsentiert – ganz in der Tradition der sonstigen CALLEJóN-Pressefotos – die vier in gewohnt augenwzinkernder Pose und Ihr findet es gleich rechts und könnt es durch Draufklick vergrößern. Wir sagen: danke, Jungs!

Unsere Freude über die Band möchten wir natürlich mit Euch teilen, deswegen verlosen wir X fette CALLEJóN-PETA2-Weihnachtspakate. Bevor Ihr diese aber gewinnen könnt, lest Ihr erst das Interview, versprochen? Gut, dann wollen wir Euch nicht weiter aufhalten. Viel Spaß mit Thorsten!

Hi Thorsten, Du lebst ja vegan – wann und warum hast Du Dich entschieden, Veganer zu werden?
Ich habe mich vor knapp zwei Jahren dazu endschieden Veganer zu werden, da ich durch meine kaputte Magenschleimhaut und eine mehr als starke Laktose-Intoleranz meine Ernährung grundlegend ändern musste. Ich habe zu Beginn auf jedes Etikett und alle Beipackzettel geschaut und alle Zusatzstoffe auseinander gepflückt. Mit der Zeit habe ich mich dann aber auch immer mehr mit den Mechanismen der Nahrungsmittelproduktion befasst und meine Abneigung gegenüber jeglichen tierischen Produkten so weiter ausgeprägt. Denn selbst wenn man vegetarisch lebt, konsumiert man weiterhin tierische Produkte und unterstützt die damit verbundenen Grausamkeiten. Deswegen habe ich mir gesagt: entweder GANZ oder GAR NICHT ohne tierische Produkte leben!!!



Was ist denn das blödeste Gerücht, dass Du bisher über Veganer/Vegetarier gehört hast?
Die Großmutter einer Freundin sagt immer: „Kind, du kannst doch jetzt nicht nur noch Körner essen!“, das ist natürlich völliger Quatsch. Völlig irreführend finde ich auch die Aussage, dass man es Veganern/Vegetariern ansehen würde, dass sie kein Fleisch bzw. tierische Produkte essen. Die, die das sagen, denken ja, dass alle, die kein Fleisch essen, dünn und bleich sind. Und auch das ist vollkommener Blödsinn, weil man sich auch ohne tierische Produkte sehr gut ernähren und leckere Sachen essen kann.

Was isst Du den am liebsten?
Ich stehe total auf vegane Lasagne. Zwar ist die Zubereitung etwas aufwendiger und die Zutaten sind etwas teurer, aber es lohnt sich, diese Mühen in Kauf zu nehmen. Vegane Lasagne ist auch der Grund, warum ich mich immer auf die CALLEJóN-Shows in Cottbus freue. Die Leute von dem dortigen Club machen alles, von Saitan-Ente bis hin zur veganen Lasagne!! Deshalb tanzt mein Herz immer einmal um den Erdball, wenn wir dort spielen.

Das klingt, es fändest Du es ganz leicht, vegan zu leben. Viele Menschen denken aber, dass es sehr schwer wäre, ohne den Konsum tierischer Produkte zu leben. Was ist daher Dein Rat an alle, die überlegen vegan zu werden, aber nicht wissen, wie sie es machen sollen?
Mein Rat lautet: Befasst euch intensiv mit dem veganen Lebensstil und der damit verbundenen Ernährung! Zum Glück hat sich der Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel in den letzten fünf Jahren so weit entwickelt, dass man heute ohne Probleme fleischfreie Sachen bekommt, die für jeden erschwinglich sind. Solltet ihr kein Reformhaus oder ähnliches in der Nähe haben, tut es auch jeder normale Supermarkt. Oder bestellt die Sachen über das Internet (www.veganbasics.de).
Es gibt also keine Ausrede mehr, dass diese Art der Ernährung zu „schwierig“ durchzuhalten wäre, weil man nicht immer die Möglichkeit hat an alles ran zu kommen. Die Infrastruktur ist vorhanden. Nun liegt es an Euch!!!

Neben der veganen Ernährung, was hältst Du vom Tragen von Pelzen und von Tierversuchen?

Ich bin gegen beides! Die „Pelzfarmen“, auf denen Nerze, Füchse, Kaninchen und andere Tiere monatelang gefangen gehalten und anschließend auf bestialische Art und Weise umgebracht werden, sind in meinen Augen mehr als nur widerwärtig. Die Ausbeutung von Tieren als kommerzielle Bemächtigung ihrer Körper ist in unserer Kultur leider normal geworden; dabei ist sie einfach ein Symbol für die gesellschaftlich orientierte Macht über die Tiere – und damit eine soziale Katastrophe und nicht „natürlich“. „Wer Gott gehorcht, kümmert sich um das Wohl seiner Tiere, wer Gott missachtet, hat kein Herz für sie“ (Sprüche 12,10).



Bissig, aber tierlieb: Thorsten und sein Bass im "Canadians"-Outlook; vergroessern durch Draufklick!

Hast Du schon Erfahrungen mit CALLEJóN-Fans gemacht, die an Deinem Veganismus interessiert waren?
Ja, und es sind manchmal schon lustige Diskussionen entstanden. Viele jüngere Fans haben Veganismus direkt mit Straight Edge verbunden. Sie waren dann super verwundert, als ich mit einem Bier in der Hand durch den Raum gelaufen bin. Die ganze Lebensart zu erklären, war dann eine wirklich angenehme Sache, da viele Leute Vorurteile bzw. eine verdrehte Wahrnehmung des Themas an sich hatten.

Lass uns noch ein wenig über Eure Musik quatschen – „ZombieActionHauptquartier“ ist Euer erstes Album für Nuclear Blast Records, welche Erwartungen habt Ihr an das Album?
Durch den Deal mit Nuclear Blast haben wir viel mehr und auch sehr viel bessere Möglichkeiten, unsere Musik zu präsentieren, zum Beispiel, weil das Album erstmal europaweit veröffentlicht wird. Das bringt natürlich mehr Arbeit mit sich, aber das ist ja genau das, was wir eigentlich wollen: Alles an Energie in die Band zu stecken und hart an CALLEJóN arbeiten. Wir hoffen natürlich, dass wir mit dem Album eine breitere Hörerschaft für uns gewinnen können. Vor allem wollen wir mit dem Album aber touren, touren und noch mehr touren, um endlich auch mal verstärkt im Ausland aufzutreten. Wir freuen uns auch schon auf die nächste Festivalsaison, wo wir einige wirklich sehr geile Festivals spielen werden.

Kannst Du denn ein wenig zur Entstehungsphase des Albums erzählen?

Der Songwritingprozess hat etwa viereinhalb Monate gedauert. Wir hatten Anfang des Jahres einen Besetzungswechsel am Schlagzeug und als Bodo, unser neuer Schlagzeuger, dann im März als festes Mitglied eingestiegen ist, standen wir etwas unter Zeitdruck. Trotzdem haben wir das alles sehr gut hinbekommen, wie ich finde. Die Recording-Phase hat gute fünf Wochen gedauert. Dabei haben wir uns sowohl mit dem Einfangen des Sounds als auch mit dem Arrangement der Songs und dem Gesang sehr intensiv auseinandergesetzt, um bei allem das Optimum herauszuholen. Das Ganze war sehr arbeitsintensiv und wir litten alle unter ständigem Schlafmangel. Aber ich denke, der Aufwand hat sich mehr als gelohnt.

Auf dem Album ist ja der Song „Porn from Spain“, hat er etwas mit unseren Buddies von BORN FROM PAIN zu tun?
Auf keinen Fall. Wir haben kein Problem mit BORN FROM PAIN und wollen den Jungs auch definitiv nicht an den Karren pissen. In dem Song geht es eher um festgefahrene Konventionen innerhalb einer Szene. Das Stück ist daher eine Ansage für die Leute, die meinen bestimmen zu können, was Hardcore oder Metal ist und was nicht, was okay ist und was peinlich, was eine Band darf und was sie zu lassen hat. Viele scheinen vergessen zu haben, dass gerade im HC-Bereich Toleranz und gegenseitiger Respekt das Wichtigste ist. Wir haben kein Problem mit Leuten, die uns kacke finden, aber hinzugehen und anonym zu sagen: "Die sind ne beschissene, trendgeile Tuckenband" ist einfach, und zeugt weder von Courage noch von Intellekt. Startet selber eine Band und macht es besser, dann können wir uns auf Augenhöhe unterhalten, Mädels. Der Titel "Porn from Spain" ist einfach ein Wortspiel und bot sich an, weil BORN FROM PAIN eine klassische und bekannte Hardcore-Band sind. Eigentlich war das auch nur ein Arbeitstitel, aber als uns nichts Besseres eingefallen ist, haben wir es einfach dabei belassen.



Trotzdem schwingt in einem solchen Songtitel ja ein gewisses „Augenzwinkern“ mit. Wurde daher schon einmal vorgeworfen, die Band nicht ernst zu nehmen?
Tendenziell sind unsere Texte düster und ernst, so was wie „Snake Mountain“ ist da eher die Ausnahme. Allerdings geben wir uns – gerade live – nicht so todernst, weil wir trotz allem Typen sind, die unglaublich viel Spaß an dem haben, was sie machen, und das auch auf das Publikum übertragen wollen. Alles in allem ist es aber meiner Ansicht nach wichtig, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, sonst droht man eine Parodie auf sich selbst zu werden, ohne es zu merken. Unsere Texte behandeln die unterschiedlichsten Dinge. Alles was uns beschäftigt, fließt da irgendwie ein: Angst und Verzweiflung, Liebe, Hass, gesellschaftliche Missstände und Probleme, innere Leere, aber immer auch Hoffnung und die Gewissheit, trotz all diesem Scheiß immer noch am Leben zu sein.

Auch auf „ZombieActionHauptquartier“ sind Ihr singt sehr viel auf Deutsch. Wie kam es dazu? Und wie hat es sich für Euch am Anfang angefühlt, diesen eher ungewöhnlichen Schritt zu tun?

Der Hauptgrund dafür ist mit Sicherheit, dass man sich in seiner Muttersprache einfach besser und umfassender ausdrücken kann. Wir hatten ganz am Anfang auch mal englischsprachige Texte, aber das hat einfach nicht so gut funktioniert, weil man keine überzeugenden Lyrics produziert, wenn man diese mit dem Wörterbuch verfassen muss. Als Basti dann mit deutschsprachigen Sachen ankam, hat das sofort gezündet und deshalb haben wir das beibehalten. Mit der Entwicklung der Band ist das dann irgendwann ein Charakteristikum von CALLEJóN geworden, wahrscheinlich auch genau aus dem Grund, dass in dem Musikbereich immer noch sehr wenige Bands deutschsprachige Texte verwenden.

Vorhin sprachst D schon die Besetzungswechsel bei CALLEJóN an, die seit Eurem ersten Album „Willkommen im Beerdigungscafé“ passiert sind. Würdest Du sagen, dass diese Besetzungswechsel dazu geführt haben, dass es starke musikalische Unterschiede zwischen „Willkommen im Beerdigungscafé“ und „Zombie Action Hauptquartier“ gibt?
Jein, vielmehr würde ich sagen, dass entscheidende Entwicklun
gen in sehr vielen Bereichen stattgefunden haben. Von dem Line-up, das noch zu „Willkommen Im Beerdigungscafé“ aktuell war, sind mittlerweile nur noch Basti und Bernhard übrig. Da wir aber eine Band sind, in der sich alle Mitglieder im Songwriting einbringen, schlägt sich das natürlich musikalisch nieder. Wir haben, denke ich, auch unsere technischen und songwriterischen Fähigkeiten ausgebaut, Basti hat seinen Gesangsstil weiterentwickelt,und wir haben insgesamt ein abwechslungsreicheres und besseres Album gemacht.

Alright, das waren alle unsere Fragen! Thorsten, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um mit uns zu sprechen! Hast Du noch letzte Worte an unsere User?
Mit dem Kauf unseres Albums unterstützt ihr meine vegane Ernährung...hahaha!



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