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CULM - Sympathische Jungs aus Rheine im PETA2 Spotlight!

Neben all den hervorragenden amerikanischen Bands, die uns immer wieder verzücken, gibt es natürlich auch hier in Deutschland Bands, die auf die ein oder andere Weise außerordentlich bemerkenswert sind. Eine dieser Bands sind auf jeden Fall CULM. Gegründet im Jahre 2004 in dem westdeutschen Kleinstädtchen Rheine. CULM bewegen sich irgendwo zwischen Post-Hardcore und Alternative-Rock, erinnern an FUGAZI, Q AND NOT U & THE ROBOCOP KRAUS und wissen mit durchdachten Texten und im Ohr bleibenden Melodien zu überzeugen. Dass es nicht nur um Zwischenmenschliches geht, sondern auch die Wut über gesellschaftliche Missstände für CULM eine entscheidende Rolle spielen, zeigt sich nicht nur im Titel ihrer neuen CD ?Life in a steel cage is no life at all?, sondern auch darin, dass Schlagzeuger und Texter Martin seit 15 Jahren vegan ist.
Grund genug für ein kurzes Interview und die Bitte an Euch CULM auszuchecken. Ihr werdet es nicht bereuen! Versprochen!

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CULM. The Band.


CULM wird vielen noch kein Begriff sein. Seit wann gibt es Euch? Was habt Ihr schon rausgebracht? Und was sind Eure Pläne?

culm gibt es seit mitte 2004 mit veröffentlichung der ersten ep: "released to copy". die band war vor eintritt von christoph eine instrumentalband. nach der ersten ep (september 2004) haben wir im mai 2005 eine 12-song-cd nachgelegt. im dezember 2005 gab es dann eine nachfolge-ep mit dem namen "the red card". alle cds waren bis dato selbstveröffentlichungen.
im januar und juni 2006 gab es dann jeweils einen song von uns auf zwei samplern, welche auf babacuda und miyagi erschienen sind. im januar diesen jahres durften wir unsere aktuelle lp "life in a steel cage is no life at all" auf dem newcomerlabel miyagi-records veröffentlichen.
wir wollen im november / dezember noch ne 7" veröffentlichen und auf jeden fall so viele konzerte wie möglich spielen, denn das ist die beste werbung für ne band. was auf jeden fall bei uns permanent ansteht, ist die suche nach ner booking-agentur und natürlich labels, die lieder von uns veröffentlichen wollen.

Rheine ist eine westfälische Kleinstadt. Musikalisch bisher nur dadurch zu größerer Beachtung gekommen, dass Muff Potter sich hier gegründet haben. Wie kommt man in Rheine dazu Musik zu machen? Und was hat Rheine sonst zu bieten?


ich denke, dass musik machen in rheine genau so einfach oder auch schwer ist, wie in anderen städten. hier lassen sich zwar nicht so einfach leute finden, aber mehr als drei, vier oder fünf braucht man für ne band ja nicht. ich glaube, wichtig ist nicht die grösse der stadt, sondern das feuer der bandmitglieder. in städten, wo weniger los ist, haben die bands anscheinend auch mehr lust, vollgas zu geben, damit sie mal in den grossstädten spielen können. der vorteil von kleinstädten ist auch, dass man seinen focus völlig unabgelenkt vom partyleben auf seine musik richten kann.
rheine hat ja nicht nur muff potter hervorgebracht. es gibt da z.b. noch a.m. thawn oder gabi baginski. letztere hat sich im volksmusik- und schlagerzirkus einen guten bekanntheitsgrad ersungen.
in rheine geht sonst gar nichts. das jugendzentrum wurde dicht gemacht und die einzige vernünftige kneipe hat auch nicht immer eine vollbesetzte theke zu vermelden. ein paar junge leute haben sich zu ner konzertgruppe zusammen getan und veranstalten ca. ein mal im monat konzerte, welche das publikum leider auch nicht wirklich gut annimmt. kulturell hab ich das gefühl, in der eiszeit angekommen zu sein. in rheine war es schon immer schwer, ein fass auf zu machen.

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Live Action!

Glaubst Du, dass diese Kleinstadt-Herkunft Eure Musik beeinflusst?

ich glaube schon, dass einen stadt, oder besser gesagt deren inhalt, eine band oder in diesem falle rheine uns beeinflusst.
da wir das nicht vorhandene überangebot an parties und konzerten nicht wahr nehmen können, bleibt uns auf jeden fall mehr zeit, uns mit unserer band bzw. musik zu befassen.

Eure Platten sind bei dem Indie-Label Miyagi veröffentlicht. Wie kamt ihr mit denen zusammen?

mit jens von miyagi haben wir schon seit unserer ersten veröffentlichung kontakt. ich habe ihn einfach mal angeschrieben, ob er nicht lust hätte ne review für das blueprint online fanzine zu machen, für welches er schreibt. er fand uns von anfang an gut und hat auch alle nachfolgenden platten reviewt. für die erste veröffentlichung auf miyagi (eine vierfach 7# split) wurden wir von jens und andreas gefragt und auf der suche nach nem label für unser aktuelles album konnten wir die beiden für ne zusammenarbeit gewinnen.

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Martin am Schlagzeug!

Ihr habt tolle Reviews in den großen Indie-Magazinen. Inwiefern wirkt sich so etwas auf Verkäufe und Konzertanfragen aus?

da wir noch alles selber machen, kann ich dir sagen, dass wir nicht wirklich viel feedback wegen der reviews haben und hatten.
die arbeit bezüglich der anfragen an konzertveranstalter oder booker ist nicht weniger geworden, aber nun ist die chance, dass schon mal jemand von uns gehört hat, auf jeden fall grösser. ich denke, dass jede review hilft, egal wo und wie sie veröffentlicht wurde.

Wieviel Zeit nimmt die Band für Euch in Anspruch? Was macht Ihr denn außerdem noch?

oh, das ist schwer zu sagen. wir proben zwei mal die woche und spielen im moment ca. 20-25 konzerte im jahr. hinzu kommen ein bis zwei mal im jahr noch aufnahmen, welche durchaus auch mal über drei monate verteillt werden. die aufnahmen entstehen alle bei mir im studio (klangtechnik). da ich noch das booking, den merchendise, die sonstigen anfragen und einen grossteil der kommunikation übernehme, würde ich sagen, die band nimmt mich zeitlich schon sehr in anspruch.
im echten leben sind wir zwei arbeiter und zwei studenten, wobei es manchmal schon so ist, dass wir einen teil unseres urlaubes für die band opfern.

Martin, Du bist schon lange vegan. Wie lange schon? Und kannst Du Dich noch erinnern, warum Du Dich damals dazu entschieden hast?

also, ich bin seit 1992 vegan. bevor ich vegan wurde, war ich ca. ein jahr vegetarier, nachdem ich eine blutüberfettung hatte.
ich bin zum vegan sein durch die new yorker band "born against" gekommen. nach einem konzert von denen bei uns im jugendzentrum dachte ich mir: "ganz oder gar nicht". ich hatte vorher auch schon über das vegan werden nachgedacht, aber mir fehlte noch ein endgültiger anstoss. ich finde es war auf jeden fall die richtige entscheidung, um mensch und tier zu unterstützen.

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Tierliebe Drums: Martin von CULM!

Hattest Du jemals Schwierigkeiten in einer Kleinstadt wie Rheine vegan zu leben?

nein, überhaupt nicht. durch die netten menschen im reformhaus hatte ich sogar die möglichkeit, auch veganen käse usw. zu bekommen. die waren da immer sehr interessiert und gaben sich sehr viel mühe. mittlerweile gibt es ja eine menge mehr möglichkeiten dank des internets und der allgemeinen akzeptanz von "nicht normalen" lebensformen.

Hast Du noch eine Message an die PETA2-LeserInnen?

da ich immer wieder höre: "vegan leben, das könnte ich nicht", möchte ich sagen, dass es meiner meinung nach einfach nur ne bequemlichkeit der leute ist, sich nicht damit auseinander setzen zu wollen. wir haben nun mal das glück, auswählen zu können, wie wir leben, was wir essen, was wir anziehen. ich finde es nicht verwerflich, wenn jemand sagt: "ich hab es nicht geschafft". ich finde es aber schlimm zu sagen: "ich habe es nicht einmal versucht". es gibt in meinem leben vieles, was ich nicht kann, aber nicht vieles, was ich nicht versucht habe.

Was für ein Schlusswort! Danke, Martin.


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