
DEADLOCK - Das Tierrechts-Konzeptalbum "Manifesto"
Ganz im Ernst: eigentlich müsste hier gar nichts stehen. Nicht, weil wir nichts zu sagen hätten, oder weil uns jemand mundtot gemacht hätte (Ihr wisst, vor allem zweites wird nie passieren). Sondern, weil wir sprachlos vor Begeisterung sind. Uns fehlen schlichtweg die Worte, um DEADLOCK zu beschreiben, Ihnen zu danken und sie Euch nahe zu legen. Entsprechend dauerte es ein wenig, ehe wir uns redaktionsintern darauf einigen konnten, wie wir Euch zum unserem neuen Feature mit DEADLOCK hinleiten. Am Ende einigten wir uns auf etwas, mit dem sich alle anfreunden können: die harten Fakten. Und die sprechen was Tierrechte angeht bei DEADLOCK eine deutliche Sprache. Erstens lebt die komplette Band vegan, zweitens haben DEADLOCK schon oftmals mit PETA2 kooperiert und zuletzt einen ober coolen T Shirt-Design-Contest gestartet (Richtig, Ihr Schnarchnasen, das war 2007, schon vergessen?! Dann lest das hier nach!). Last but not least und drittens haben DEADLOCK ein neues Album gemacht! Es hört auf den Titel Manifesto und ist reißt die Hände vor Begeisterung in die Höhe ein Konzeptalbum über das Thema Tierrechte!! In so intensiver Form wie auf Manifesto haben sich bisher nur wenige Bands mit dem Kampf für Tierrechte auseinandergesetzt. Wie es dazu kam und was die Band sonst noch bewegt lest Ihr hier in unserem Interview mit Drummer Tobi, der Euch übrigens ein paar nice Leckerlies da gelassen hat, die wir natürlich verlosen (siehe unten).
Manifesto ist ein Konzeptalbum über Tierge- bzw. mißbrauch. Worum geht´s in den einzelnen Songs? Liegt Euch ein Song thematisch besonders am Herzen?
Wie Du schon einleitend richtig erwähnst, ist Manifesto ein sehr ethisches Konzeptalbum, mit ernsten textlichen Inhalten. In den Songs erzählen wir von den vielen Facetten unseres monströsen Vernichtungsapperats, den wir Menschen hier auf Erden geschaffen haben.
Allerdings aus einer sehr differenzierten Sichtweise. Ähnlich wie schon bei dem Titelsong "Kill Kill Kill" für die THE CANADIANS Kampagne, transportieren die Texte Informationen und Rechtfertigungen der Verantwortlichen für die Ausbeutung unserer Natur und Mitgeschöpfe.
Die Songs sind inspiriert von Tagebüchern, Erfahrungsberichten und Fakten und erzählen den Alltag in Tierversuchslabors, der Jagd, Tiertransporten, Zoo/Zirkus, Schlachthäuser und mehr. Am Ende stehen mit "Dying Breed" und "Altruism" zwei Songs, die die möglichen Konsequenzen dieses Himmelfahrtkommandos thematisieren.
Inhaltlich kann ich auf MANIFESTO keinen Song nennen, der uns besonders am Herzen liegt. Dafür ist das Konzept des Albums zu geschlossen und stimmig. Musikalisch betrachtet kann ich hier für mich mit "The Brave / Agony Applause" meinen persönlichen Favoriten nennen. Zu dem Song haben wir übrigens auch das erste Video zum neuen Alum gedreht....
Definiert Ihr Euch überhaupt als Tierrechts-Band? Wollt Ihr missionieren bzw. aufklären?
Tierrechts-Band finde ich eine sehr limitierende Bezeichnung. Wir sind eine Metal-Band mit hohem ethischen Background. Unser Ziel ist es natürlich durch unsere Musik und die entsprechenden Texte, die Hörer zu informieren und zu motivieren. Missionieren allerdings ist nicht unser Ding. Wir agieren hier nicht mit gehobenem Zeigefinger oder platten Parolen/Attitüden. Wir bevorzugen hier die eher subtilere Kommunikation unserer Message. Die Musik steht bei DEADLOCK ganz klar im Vordergrund und soll es möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich mit den Themen, die wir in unseren Texten besprechen, ohne Vorurteile zu beschäftigen. Dies soll jedoch jetzt nicht heissen, dass wir nicht hinter unserer Message stehen oder diese auch nicht ausreichend vertreten, wie es uns schon desöfteren vorgeworfen wurde.
Ich sehe es einfach als einen nachhaltigeren Weg, Tatsachen und Zustände möglichst wertfrei zu beschreiben und unseren Mitmenschen den Spiegel der schrecklichen Realität vorzuhalten.

Für einige junge Leute scheint der Schritt zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung sehr schwierig. Es gibt Ärger mit Eltern, in der Schule evtl. sogar mit Freunden. Habt ihr Tipps, wie man sich das erleichtern kann?
Leider ist es in der Tat so, dass positive Entscheidungen im Jugendalter oftmals belächelt und nicht ernst genommen werden. Im schlimmsten Fall droht einem auch noch Ärger und Ignoranz von Eltern und Freunden, was die Sachen natürlich nicht einfacher macht. Als ich mit 14 Jahren Vegetarier und 3 Jahre später vegan wurde, hatte ich das große Glück, dass ich von Anfang an vollste Unterstützung meiner Eltern hatte. Allerdings sind mir auch andere Fälle bekannt, in denen es richtig Familienterror gab. Und da es in den meisten Verhältnissen nahezu unverzichtbar ist, in Sachen Ernährung von seinen Eltern unterstützt zu werden, kann ich nur jeder/jedem empfehlen, die persönlichen Beweggründe immer wieder ruhig und vernünftig zu erklären. Eltern und Familie sind die Menschen, die einem am nächsten stehen und von denen man (normalerweise) stets die nötige Akzeptanz und Respekt erhält. Deshalb finde ich es wichtig, dass die Liebsten die persönlichen Beweggründe nachvollziehen und Ernst nehmen können. Mit rebellischem Trotz und sturer Konfrontation erreicht man oftmals nur das Gegenteil und es besteht die Gefahr, dass Eure Entscheidung als juvenile Phase belächelt wird. Gleiches gilt natürlich auch für Freunde, Schule, Lehrer usw...
Euer konsequenter Veganismus wird mit dem Album noch einmal unmißverständlich untermauert. Wie sind die Reaktionen darauf? Seid ihr Sonderlinge in der Metal-HC-Szene?
Aufgrund der Tatsache, dass das Album die besprochenen Missstände "objektiv" behandelt, fielen die bisherigen Reaktionen von Fans und Presse nicht sonderlich wertend aus. Ich habe den Eindruck, das Thema an sich wird intensiver besprochen als je zuvor, was sich auch in den Interviews wiederspiegelt, und es wird unter der Hörerschaftmehr diskutiert. Jedoch läuft dies viel konstruktiver ab als bei den vorangegangen Releases, bei denen uns die Fans/Journalisten vorab schon den Stempel "Vegan-Band = Vegan-Platte = Hardcore-Schublade" aufdrückten. Im Laufe der Jahre haben wir uns als konstante und wachsende Band etabliert und unsere Philosophie wird einfach akzeptiert und respektiert. Da kann ich jetzt wirklich nichts Negatives schreiben...
Als "Sonderlinge" sind wir insofern nur zu erkennen, dass wir stets separates Catering bekommen und unser Rider etwas anders aussieht als der anderer Bands. Klar sind wir alle, aufgrund unserer Pflanzenkost, verdammt hübsch und junggeblieben und strotzen nur so vor Energie. Ansonsten unterscheiden wir uns nicht viel von unseren Kollegen in der Metal-/HC-Szene...

Musikalisch habt Ihr ja keinerlei Scheuklappen. Auf dem neuen Album gibt es wieder viel Elektronik und gerade die Kooperation mit den Hitfarmers bei DEATH RACE ist bemerkenswert. Wie kam es dazu und was können wir in Zukunft noch Spannendes erwarten?
Ja, die Kooperation mit den "Hitfarmers" ist in der Tat richtig cool geworden!
Andy/Ap_Rock kam auf uns zu, nachdem er in einem Interview mal gelesen hatte, dass Joe und ich uns auch ganz gerne mal eine Hip-Hop Platte in den Player legen. Er schrieb mich an und fragte, ob wir denn Bock hätten, einen Track zusammen zu machen. Zu dieser Zeit waren wir gerade am Schreiben des neuen Albums und fanden die Idee auf Anhieb cool. Nachdem er uns dann ein paar super coole Samples übersandte, waren wir sofort überzeugt, dass wir zusammenarbeiten müssen. Und so entstand dann schließlich der Song "Death Race", aus dem jetzt ja bekanntlich auch ein eigenständiges "Projekt" wurde.
Das finden wir natürlich super! Uns war natürlich klar, dass wir für eine Rap-Song auf einer Metal-Platte auch Hiebe einstecken müssen. Aber mit DEADLOCK leben wir unsere musikalische Freiheit fernab selbst auferlegter Grenzen aus. Deshalb machen wir genau die Mucke, die uns persönlich gefällt. So erklären sich auch die elektronischen Spielereien etc...
Was hier in Zukunft noch zu erwarten ist, kann ich leider noch nicht vorhersehen. Ich kann Dir allerdings versichern, dass uns hier die Ideen nicht ausgehen werden...;-)
Last words?
Unser Dank gilt peta2/PETA für die großartige Unterstützung, unseren Fans und allen, die dazu beitragen, unsere Welt ein Stück gewaltfreier zu machen! Checkt unsere neue Platte, unser Myspace-Profile, das neue Video auf Youtube und kommt zu einer der Shows auf unserer Tour im Januar/Februar! Wir freuen uns auf Euch!!!



