
I'm a person just like you but I've got better things to do...
Vor 28 Jahren schrieb die Band MINOR THREAT einen Song mit dem Titel "Straight Edge". Seitdem hat sich aus diesen paar Zeilen eines rotzigen Hardcore-Songs eine Movement gebildet, dass so wohl niemand hätte vorhersagen können. Vor allem wohl nicht der Mann, der damals als junger Typ diese paar Worte runterschrieb: MINOR THREAT Sänger und heutiger Label-Vater von Dischord Records Ian McKaye.

Ian McKaye, unfreiwilliger Vater der Straight Edge Bewegung
"I've got the straight edge"
Sein Song war der Startpfiff für eine jugendliche Gegenkultur, die sich kollektiv gegen jeglichen Gebrauch von Drogen aussprach. Sämtliche harten Drogen, Marihuana, Alkohol, Zigaretten, manchmal selbst Koffein lehnte man (und tut dies bis heute) konsequent ab. Die Bewegung verbreitete sich rasend schnell und ist mittlerweile seit langem ein fester Bestandteil der Punk Rock- und Hardcore Szene auf der ganzen Welt.
Grund genug für den 30 jährige Berliner Diplom-Sozialwissenschaftler Michael Kirchner und seinen in Münster lebenden Freund Marc Pierschel (31, Soziologe) sich dem Thema "Straight Edge" in Form eines Dokumentation zu widmen, in dessen Zuge die beiden durch die USA gereist sind, um mit einigen der einflussreichsten Personen der Bewegung zu sprechen. Die beiden hatten schon vorher an verschiedenen Kurzfilmen, Animationsfilmen und Dokumentationen gearbeitet, doch "EDGE" stellt ihr bislang komplexestes Werk dar.
Anhand von Video-Interviews mit Musikern, die direkt an dem Reifen der drogenfreien Bewegung beteiligt waren, zeichneten die beiden Deutschen ein Bild von "Straight Edge" von seinen Anfängen bis heute.

Ray Cappo, ehemaliger Sänger von SHELTER.
"Szene-Größen" wie etwa Ian MacKaye (Minor Threat, Fugazi), Ray Cappo (Youth of Today, Shelter) and Karl Buechner (Earth Crisis, Freya) geben ehrliche Einblicke in ihre Sicht auf das Phänomen "Straight Edge", warum es so wichtig für sie war, wie es ihre persönlichen Laufbahnen beeinflußt hat und wie sie dem Thema heute gegenüberstehen. Doch auch die negativen Seiten einer schnell zu einem Dogma mutierten Jugendbewegung werden in der Doku nicht ausgespart: Häßliche Aspekte wie Gewalt, Sexismus und Intoleranz, die sich ebenfalls aus der "Straight Edge" Bewegung herausbildeten, werden ebenso portraitiert wie die vielen positiven Aspekte. Die beiden Filmemacher bemühen sich um ein faires und umfassendes Bild der Bewegung.
Doch nicht nur die "Stars" der Szene, die niemals Stars sein wollten, werden ins Rampenlicht gerückt: Die Doku portraitiert ebenso die Leben von 9 Menschen, die nicht in großen Bands spielen, sondern einfach für sich selbst straight edge leben. Hierbei geht die Doku auf ihre persönlichen Motivationen ein und bemüht sich um einen sehr persönlichen Einblick.
Aber wie kommen Leute dazu "Straight Edge" zu werden? Wie empfinden Mädels die "Straight Edge" Subkultur? Welche sozialen Backgrounds sind innerhalb der Szene besonders vertreten und welches Ansehen genießt "Straight Edge" im Mainstream?
EDGE sucht nach Antworten und findet viele auf einem Roadtrip durch die USA, die Szene und den Underground.



