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Rise Against

Video zu "Ready to fall" mit Filmszenen von PETA2!


Wer sich ein wenig mit Hardcore auskennt, der weiß um den Konflikt zwischen Punkrockethik und Majorlabel-Politik, dessen Ursprung darin liegt, Majorlabels a) meist Konzerntöchter von Firmen sind, die nicht nur mit Musik, sondern allerlei weiteren, mitunter ethisch zweifelhaften Geschäften Geld verdienen. Und b) Majorlabels die Ethik und das Wertesystem, auf denen Hardcore fußt nicht gänzlich verstehen und Bands nicht aus Passion für die Musik sondern aus rein monetären Interessen unter Vertrag nehmen.

Nun, beides mag zutreffen. Dennoch obliegt einer Band die Entscheidung, ob sie einen Vertrag mit einem Majorlabel abschließt und die Frage danach, wie integer eine Band ist, sollte nicht die sein, ob eine Band einen Majordeal abschließt, sondern die, wie sich eine Band mit einem Majorlabel arrangiert und sich den Anforderungen der Firma anpasst. Legt man diesen Maßstab an, so haben RISE AGAINST eindrucksvoll gezeigt, wie man trotz eines Vertragsschlusses mit Geffen Records – eine Tochter von Vivendi/Universal – eine hochpolitische Band sein kann, deren Engagement beachtlich und deren unverhüllte Ehrlichkeit für viele (Major-)Bands ungewöhnlich ist.
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Überzeugte Vegetarier: RISE AGAINST.


Als es Anfang dieses Jahrtausends für RISE AGAINST losging, markierte bereits das erste Album der Band „The Unraveling“, dass die Band außergewöhnlich und eigenständig klingt. Man klang nach einer rauen Mischung aus kalifornischem Punkrock mit Hardcore-lastigen Elementen. Hinzu kam ein Verständnis für tolle melancholische Momente und Melodien, die die Songs zu kleinen Hymnen machten. „The Unraveling“ und sein Nachfolger „Like The Angel“ erschienen auf Fat Wreck Chords. 2003 unterzeichnete die Band jedoch einen Vertrag mit Geffen, wo kurz darauf „Siren Songs Of The Counter Culture“ erschien. Dieses Album hob die Band auf ein neues Level: Aus jahrelanger harter Arbeit resultierte zu diesem Zeitpunkt ein hoher Bekanntheitsgrad. Und nicht zuletzt aufgrund ihrer vielen Tourneen erreichten RISE AGAINST mit „Siren Song…“ Verkaufszahlen von über 400.000 Stück.

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Im Juni 2006 erschien mit „The Sufferer And The Witness“ das vierte RISE AGAINST-Album ebenfalls auf Geffen. Das Album zeigt eine Band, die sich nach einem aufwendig produzierten dritten Album wieder auf einen trockenen, dennoch sehr gut klingenden und markanten Sound konzentriert: In energisch-gradlinigen Songs einen sich hier raue Punkrock-Klänge, tolle melancholische Momente und erneut sehr viele herausragende Melodien, durch die Stücke wie der Opener „Chamber The Cartridge“ oder „Drones“ zu starken Hymnen werden. Mit diesem Album zeigen RISE AGAINST ihre Hand für persönlich politischen Hardcore-Punk, dessen Wurzeln in den frühen 80ern liegen, der zeitgleich aber modern und innovativ klingt.

Dem Album liegt eine zentrale Thematik zugrunde, die zeigt, dass die vier Vegetarier von RISE AGAINST ein politischeres Album gemacht haben, als je zuvor: Es geht, wie Sänger Tim uns am Telefon erzählt, um ein Aktion-Reaktion-Schema, das abbildet, dass alles, was wir tun, eine Reaktion in einem anderen Teil der Welt hervorruft. Fleisch zu essen bewirkt, dass Tiere sterben müssen. Bekleidung zu kaufen, die unter Sweatshop-Bedingungen gefertigt wurde, führt zu Menschenleid in den Fertigungsstätten. Deswegen beziehen RISE AGAINST ihren Merchandise nur aus garantiert Sweatshop freien Shirtfabriken und kooperieren mit der „Fair Labour Organization“, die Arbeitsbedingungen in Fabriken überwacht und gegen Unterdrückung in diesen vorgeht. Und, wie schon früher erwähnt erwähnt, sind RISE AGAINST strenge Vegetarier. Eine Ernährungsweise, die Tim wie folgt begründet: „Ich sage es euch ganz ehrlich und ohne anbiedernd wirken zu wollen: PETAs Literatur war einer der Gründe, warum ich vor zehn Jahren Vegetarier wurde. Damals ging ich in meiner Heimatstadt Chicago regelmäßig zu Shows und bei Konzerten von Animal Rights affinen Bands wie EARTH CRISIS und SNAPCASE bekam ich damals Flyer und Infomaterial zugesteckt. Ich las es mir durch und fühlte, dass es für mich richtig ist, Vegetarier zu werden und mich für Tierrechte zu interessieren. Damals haben viele Hardcore-Bands mir beigebracht, dass wenn man ein Mikrofon in der Hand hat, man es nutzen sollte, um mehr zu promoten als nur deine eigene Band und dein aktuelles Album. Deswegen ist es mir wichtig, dass wir als Band Menschen darüber informieren, was zum Beispiel derzeit in Darfur passiert und dass uns Tierrechte wichtig sind.“

Wer das Video zur ersten „The Sufferer And The Witness“-Single „Ready to fall“ gesehen hat, der wird gemerkt haben, dass viele Szenen des Videos aus Tierrechts-Recherche-Videos in den Clip geschnitten wurden. Einiges von dem Material stammt sogar aus den Archiven von PETA. MTV boykottierte die Ausstrahlung des Videos zunächst, RISE AGAINST weigerten sich jedoch, das Video zu entschärfen und mildere Bilder in das Kurzfilmchen zu integrieren. „Wir haben eine sehr enge Beziehung zu PETA, denn ihre Unterstützung von RISE AGAINST finden wir großartig. Ich denke, dass es nicht falsch ist, als Punkrock-/Hardcoreband auf einem Majorlabel zu sein, es kommt für mich aber darauf an, dass man dann seinen Stand als bekannte Band nutzt, um mehr und mehr Menschen auf wichtige Dinge aufmerksam zu machen. Um Menschen das Tierleid in vielen Massentierhaltungsbetrieben zu zeigen, entschieden wir uns, die Szenen in das Video zu integrieren und so unseren Bekanntheitsgrad für eine gute Sache zu nutzen.“ Das Video gibt es hier in voller Länge:
 
 
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