
Hunde verhungern in türkischen Wäldern
Eigentlich sollte seit dem Jahr 2004 alles anders sein, denn dann hatte die Türkei ein Tierschutzgesetz verabschiedet. Doch trotz dieses Gesetzes, welches eigentlich dem Schutz der Tiere dienen sollte, ist die Mehrzahl der in der Türkei lebenden heimatlosen Hunde der Willkür der Türkischen Behörden ausgeliefert.
Fast täglich erreichen uns Horrormeldungen, die den Alltag von mehreren tausend Hunden in der Türkei widerspiegeln: Für viele der Hunde ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben. Nicht selten endet dieser mit einem gewaltsamen Tod der Tiere. Türkische Behörden scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die Überpopulation von Hunden in der Türkei mit äußerst grausamen Mitteln einzudämmen.
Gerade erst erreichte PETA Deutschland e.V. neues Beweismaterial aus der Türkei, welches die Grausamkeiten an heimatlosen Hunden dokumentiert.
Die Opfer diesmal: die heimatlosen Hunde in einem der beliebtesten Urlaubsreiseorte der Türkei, der Hafenhafen Kusadasi an der türkischen Ägäisküste.
Seit Jahren schon kämpfen Tierschützer für den humanen Umgang mit heimatlosen Hunden in Kusadasi - bislang ein Kampf gegen die Brutalität der Behörden. Fotoaufnahmen dokumentieren die Systematik der Behörden, sich der ungewollten Tiere zu entledigen: Sie werden in das städtische Tierheim von Kusadasi gesperrt und sterben dort qualvoll an den Folgen von Unterernährung, Krankheit und Selbstverstümmelung. Auch der Kannibalismus unter den Tieren wurde hier dokumentiert. Die überlebenden, aber oftmals nur noch dahinvegetierenden Hunde müssen sich das grausame Schicksal ihrer Artgenossen anschauen.
Entsorgt werden die ausgemergelten Körper der Hunde anschließend routinemäßig in die städtischen Müllcontainer. Erst kürzlich wurde in Kusadasi ein neues Tierheim für die heimatlosen Hunde notdürftig fertig gestellt, nachdem das alte Tierheim der Stadt aufgrund der Baufälligkeit und der fatalen Bedingungen in diesem absolut unbewohnbar war. Kurzerhand hatte man während der Umsiedlung der Hunde fünfzig der schwächsten und kränksten Tiere zurückgelassen. Tierschützer konnten gerade noch verhindern, dass das städtische Räumungskommando den alten Bau mit samt zurückgelassenen Hunden niederwalzt. Der alte Bau ist nun abgerissen - der Verbleib der fünfzig Hunde ist - wieder einmal - ungewiss.
PETA Deutschland e.V. hat ein Schriftstück verfasst und appelliert an die Petitionskommission der EU, sich der Situation der heimatlosen Hunde in der Türkei anzunehmen und deutliche Zeichen gegen die tierschutzwidrigen Machenschaften des in die EU strebenden Landes zu setzen.
Kürzlich erst wurden der Türkei EU-Gelder in Höhe von 13.250.650 zur Tollwutprävention im Land zur Verfügung gestellt. In Anbetracht der Tatsache, dass erst im Mai 2008 Tausende von Hunden in Antalya aufgrund einer vermeintlichen Tollwutepidemie getötet geworden sind, stellt sich die Frage, wofür die Gelder verwendet worden sind.
IHR KÖNNT HELFEN!
PETA Deutschland e.V. fordert daher:
- Ein konsequentes Durchführen des Neuter & Release Programms. Nur die konsequente Geburtenkontrolle und das Zurücksetzen der Tiere ins vertraute Revier kann die Populationsdichte von Hunden nachhaltig senken. Ebenso muss auch die Futterversorgung der Tiere sichergestellt werden.
- Eine Zentralisierung der Tierschutzarbeit in Istanbul, d.h. eine zentrale Steuerung, Kontrolle und Evaluierung. Die Lösung hierfür sind private - von Städten und Gemeinden finanzierte - Unternehmen, die von lokalen Tierschutzgruppen im humanen Umgang mit Tieren geschult werden (behutsames Einfangen, medizinische Versorgung und das Zurücksetzten ins vertraute Revier). Nur so kann gewährleistet werden, dass das Programm tierschutzgerecht durchgeführt wird und Früchte trägt.
- Tierheime, die als Todeslager geführt werden (Beispiel Beykoz), in Rehabilitationszentren umzuwandeln, in denen Tiere nur eine maximale Anzahl an Tagen verbringen sollen (für die Zeit des Neuter & Release Programms).
- Tiere, die aus triftigen Gründen nicht ins vertraute Revier zurückgesetzt werden können, wie beispielsweise Tiere aus Todeslagern (eine lange Inhaftierung bewirkt eine Nichtzugehörigkeit zu einem ehemals bewohnten Revier), sollten in einem sog. offenen Tierheim ein neues zu Hause finden (weitläufig eingezäuntes Gelände mit Futterstellen).
- Begleitende Maßnahmen, die andernfalls kontraproduktiv zum Programm laufen würden, dazu gehören:
o Kastrations- und Sterilisationspflicht auch für Tiere in Privathaushalten,
o Zuchtverbot für Hunde,
o Sensibilisierung der Bevölkerung, vor allem auch von Kindern.
Bitte helft uns, unseren Forderungen an die Petitionskommission der EU Nachdruck zu verleihen und unterstützt unsere Petition!
KLICKT HIER, UM DIE PETITION ZU UNTERSCHREIBEN!
Eine PETA-Mitarbeiterin war dieses Jahr in der Türkei und hat einen beeindruckenden Bericht auf der PETA-Homepage veröffentlicht.




