
Verdeckte Ermittlung hinter den Kulissen des internationalen Heimtierhandels
Einer unserer PETA USA Kollegen hat mehrere Monate lang verdeckt in einem Betrieb des Unternehmens "U.S. Global Exotics" (USGE) in Arlington, Texas gearbeitet. Die Firma handelt in großem Stil mit sogenannten exotischen Haustieren, die in die ganze Welt verkauft werden. Auch nach Deutschland wurden exotische Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Spinnen und andere Tiere verkauft. Abnehmer waren namenhafte deutsche Händler, eine genaue Liste gibt es hier!
Und auch überall nach Europa lieferte USGE exotische Tiere in großem Umfang.
U.S. Global Exotics ist einer der ganz großen Player im internationalen Tierhandel und lieferte 2008 auch an 10 namenhafte deutsche Händler insgesamt 60.465 Tiere! Auch viele weitere europäische Staaten belieferte das Unternehmen. Jahrelang hat das Unternehmen hunderttausende Tiere pro Jahr importiert und exportiert, um sie schließlich über Zooläden auf der ganzen Welt zu verkaufen. Die Tiere stammten aus vielen verschiedenen Ländern wie Ägypten, El Salvador, Vietnam, Ghana, Indonesien, Hong Kong, Guyana, Surinam, Neuseeland, den Niederlanden und auch aus Deutschland. Viele Tiere - wie Wallabys, Schlangen, Eidechsen, Faultiere, Tayras, Pakas und viele mehr - werden wild gefangen, ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und als Haustiere verkauft.
Am 15. Dezember 2009 haben Behörden und Tierschutzbeauftragte im Hauptsitz der Firma im amerikanischen Arlington über 26.000 Tiere aus dem Betrieb gerettet. Die Beschlagnahmung ist wohl die größte ihrer Art, die es jemals gab! Nach einer 7-tägigen Anhörung, bei der die Anwälte von USGE alles nur Mögliche versuchten, um herunterzuspielen, dass die Betreiber und Besitzer des Unternehmens U.S. Global Exotics den Tieren sogar Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser und angemessene Unterbringung aberkannten, traf Michael Smith, Richter am Amtsgericht in Arlington (Texas), die Entscheidung, die Obhut der Tiere auf die Stadt Arlington zu übertragen. Die Beweise des PETA USA- Ermittlers sowie das Bild, das sich am Tag der Beschlagnahmung bot ließen einfach keine Zweifel offen.

Zusammengepferchte kleine Igel.
Hier nur einige Dinge, die er vorfand:
Nur drei oder vier Mitarbeiter waren damit betraut, sich um zehntausende Tiere zu kümmern. Die Tiere erlitten Schreckliches in den überfüllten und dreckigen Behältern unter anderem wurden sie in Getränkeflaschen, Katzenklos, Futtertrögen und Drahtkäfigen gehalten. Hunderten Tieren wurde Nahrung, Wasser und tierärztliche Versorgung vorenthalten.
Hunderte kranker, verletzter und sterbender Tiere wurden getötet, indem man sie in den Gefrierschrank legte. Einige von ihnen, wie beispielsweise ein Eichhörnchen mit schweren Verletzungen am Hals und ein Chinchilla mit einem Analprolaps, überlebten dies noch stundenlang.
Unzählige wild gefangene Tiere wurden ihrer natürlichen Umgebung entrissen und in langen Transporten zu USGE gebracht. Dort erwarteten sie grausame Haltungsbedingungen. Einige ließ man tage- oder wochenlang in Kissenbezügen, Versandboxen oder Getränkeflaschen ohne Nahrung oder Wasser oder man verwehrte ihnen Grundbedürfnisse wie Wärme oder Feuchtigkeit.
Exotische Tiere von denen einige gefährdeten Arten angehörten waren dauerhaft in kahlen Boxen, Vogelkäfigen und Futtertrögen untergebracht, manchmal monate- oder jahrelang. Viele entwickelten daher durch Stress ausgelöste gestörte Verhaltensweisen, wie das ständige Hin- und Herlaufen, Verkrallen oder Kämpfe um Platz und Nahrung.
Hunderte Leguane und andere Echsen wurden nach ihrer Ankunft nicht ausgepackt und starben in den Transporttaschen oder Transportbechern. Mindestens 12.000 Wasserschildkröten blieben wochenlang im Lagerraum des Betriebs in ihren Boxen und erhielten weder Nahrung noch Wasser, Licht oder ausreichende Belüftung. An nur einem Tag wurden 657 tote Wasserschildkröten verzeichnet.
Am Tag der Beschlagnahmung wurden über 200 verwesende Leguane aus Taschen herausgeholt, in denen sich noch einmal beinahe genauso viele lebende Leguane befanden. Sie wurden im kalten Lagerraum von USGE in Holzboxen aufbewahrt und hatten fast zwei Wochen lang weder Nahrung noch Wasser. Die Tiere sollten nach Ägypten versandt werden.
Grüne Laubfrösche wurden wochenlang in Getränkeflaschen in einem Karton im Waschraum des Betriebes gehalten. Niemand wurde damit betraut, sich um sie zu kümmern. So erhielten die Tiere wochenlang keine Nahrung oder Wasser. Als es an der Zeit war, die kleinen und empfindlichen Tiere zu verschicken, schüttelten einige Mitarbeiter einschließlich des USGE-Aufsehers Ari Flagle die Tiere gewaltsam aus den Flaschen und zogen sie an ihren Beinen heraus.
Was Ihr tun könnt:
Die Tiere die bei USGE überlebt haben und sichergestellt werden konnten, sind nun in Sicherheit und werden von Tierschützern betreut. Doch in diesem Moment leiden in gleichen oder ähnlichen Haltungsbedingungen bei Händlern und Züchtern weltweit Millionen von Tieren, da skrupellose Geschäftsleute nur auf den Profit der Ware Tier aus sind.
Kauft daher bitte niemals Tiere im Zoohandel, bei einem Züchter, auf einer Börse oder einem Tiermarkt.
Dieses Kaufverhalten trägt dazu bei, dass Firmen wie USGE weiterhin bestehen können und millionenfaches Tierleid so genannter Haustiere - weltweit - geschehen kann. Solltet Ihr einem Tier ein liebevolles Zuhause schenken wollen, dann adoptiert bitte eines aus dem Tierheim! Mittlerweile warten auch hier tausende exotischer Tiere auf eine Familie, die aufrichtig bereit ist, sich um sie zu kümmern.
Hier könnt Ihr in nur ein paar Sekunden unseren Online-Protestbrief unterschreiben!






