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Nagel fragt: "Was kostet die Welt"?

Ex-Muff Potter Sänger und Vegetarier Nagel hat sich nach seinem ersten Roman "Wo die wilden Maden graben" wieder an die Schreibmaschine gesetzt und mit "Was kostet die Welt" seinen 2. Roman verfaßt der nun im Heyne Hardcore Verlag erschienen und für 16,99€ erhältlich ist. Nagels Protagonist ("Meise") darin ist ebenfalls Vegetarier und so hat es sich mehr als angeboten, dass wir mit dem Literatur-Punk natürlich KEIN Hühnchen rupfen, aber ihn uns mal zur Brust nehmen um zu lauschen, worum es in dem Buch denn nun wirklich geht!



Wieso ist Meise Vegetarier?
Ich habe meinen Erzähler Meise zum Vegetarier gemacht, um ihn bei seiner Reise in die westdeutsche Provinz in eine weitere unangenehme Situation zu bringen, nämlich an den gutbürgerlichen Mittagstisch eines Jägerhaushalts.

Diese Erfahrungen von Meise kennen ja viele von uns. Egal ob man eine Diskussion anfangen will oder nicht, unkommentiert bleibt es nie, wenn man sich entschlossen hat, keine Tiere zu essen. Welche Erfahrungen machst Du denn persönlich mit Fleisch-Essern?
So sehr ich die Arbeit von Tierrechtsaktivisten schätze, mir selbst ist es eigentlich absolut fremd, Menschen zu missionieren. Ich fühle mich unwohl dabei, anderen zu sagen, wie sie zu leben haben, das war bei mir schon immer so, scheint irgendwo in meinem Hirn eingebaut zu sein. Ich mache aber ähnliche Erfahrungen wie Meise, nämlich dass Fleischesser sich von einer vegetarischen Lebensweise oft provoziert oder angegriffen fühlen, selbst wenn man das gar nicht thematisiert. Manche versuchen es damit zu überspielen, dass sie sich in gar nicht mal böse gemeinter Absicht darüber lustig machen, wie Hubert in meinem Roman. Andere beginnen ungefragt, sich zu rechtfertigen. Ich denke das sagt einiges darüber aus, wie bewusst sich die meisten Menschen darüber sind, dass mit ihrem Fleischkonsum etwas nicht stimmt. Eigentlich weiß ja jeder, dass das Fleisch auf dem Teller nicht von sogenannten "glücklichen Tieren" stammt, sondern für ein bisschen Gaumenfreude Tiere getötet wurden, die in den allermeisten Fällen nicht nur einen schrecklichen Tod, sondern vor allem ein schreckliches Leben hatten. Oft wird dann völlig unverlangt zu einer Gegenstrategie übergegangen: Man sucht nach Fehlern beim Gegenüber. "Aber ist da nicht Leder an deinen Schuhen, aber fährst du denn nicht auch Auto, benutzt Medikamente, die an Tieren getestet wurden" und so weiter.



Das alles kann man natürlich zurecht hinterfragen. Der Zweck ist aber meistens ein anderer: man versucht zu suggerieren, dass nur derjenige einen Missstand benennen darf, der sich selbst 100%ig "korrekt" verhält. Da das in letzter Konsequenz in der heutigen Welt kaum möglich ist, kann man´s ja auch gleich bleiben lassen, so die verquere Logik. Das ist absurd. Es würde ja auch niemand für den Sklavenhandel eintreten, nur weil er ein T-Shirt im Schrank hat, das unter sklavenähnlichen Umständen oder Kinderarbeit in einem Sweatshop hergestellt wurde. Neben all den anderen hinterfragenswerten Formen von Konsumverhalten ist Fleischverzehr wohl das offensichtlichste Zeichen, dass man an Ausbeutung und Barbarei teilhat. Gerade deswegen scheint es ein so sensibles Thema zu sein, nicht nur bei Vegetariern oder Veganern, sondern gerade auch bei Fleischessern.

Meinungen zu Vegetariern oder Veganern gibt es vielen. Was ist das bescheuertste Vorurteil, dem Vegetarier immer wieder begegnen?
Ein immer noch weitverbreitetes Klischee ist, dass es sich bei Vegetariern grundsätzlich um genussfeindliche, politisch korrekte Weltverbesserer handelt, um Naivlinge oder Hippies. Meise dagegen ist starker Raucher, Drogen, Alkohol und Promiskuität alles andere als abgeneigt und darüberhinaus ein ziemlich selbstgerechter Städter, der mit dem Leben auf dem Land nichts anfangen kann. Man kann ihm einiges vorwerfen, aber gewiss nicht, ein "Gutmensch" zu sein (ein Ausdruck, den ich ohnehin ablehne, da er fast immer in billigster Weise benutzt wird, um politische Vorstellungen von einzelnen zu diskreditieren, ohne sich auf Argumente oder Diskussionen einzulassen)

Die Hightlights aus Euren Tischgeschichten



Und schaut Euch Nagel auf Lesetour an:
20.10.2010 München, Muffat Cafe
21.10.2010 Stuttgart, Zwölfzehn
22.10.2010 Frankfurt, Das Bett
23.10.2010 Künzelsau, Kokolores
24.10.2010 Trier, verlegt ins Café Lübke
26.10.2010 Oberhausen, Druckluft
27.10.2010 Münster, Sputnikhalle
28.10.2010 Flensburg, Volksbad
29.10.2010 Bremen, Schnürschuhtheater
30.10.2010 Kiel, Luna Club
01.11.2010 Potsdam, Waschhaus
02.11.2010 Jena, Rosenkeller
03.11.2010 Dresden, Scheune
04.11.2010 Leipzig, Conne Island
05.11.2010 Hannover, Bei Chez Heinz
06.11.2010 Osnabrück, Lagerhalle-Spitzboden
Tickets: www.ghvc-shop.de

Der PETA2 Vegan-Guide!

Fleisch war gestern! Das wissen nicht nur RISE AGAINST, sondern hoffentlich auch Ihr! Holt Euch alle nötigen Infos bei uns und stellt Eure Ernährung auf vegan um! For the animals, for the earth, for yourself!
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