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Xavier Rudd - Australines coolster Songwriter!

Nach einigen musikalischen Paukenschlägen, die Euch und uns in den letzten Monaten gleichermaßen begeisterten (na, schon vergessen? CALIBAN, THE USED, MUFF POTTER und und und?), ist es mal wieder Zeit, die Sonnenstrahlen und die langsam steigenden Temperaturen mit entspannten Klängen zu begrüßen.

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Sympathischer Vegetarier: Xavier Rudd.


Besonders gut eignet sich hierzu das neue Album des australischen Singer/Songwriters Xavier Rudd ?White Moth?. In 14 Songs bietet Euch der Sympath eine gut komponierte Mischung aus akustischen Songs, Reggae, ein wenig Folk und einer handvoll weiteren Einflüssen, die in vielseitigen Stücken ineinander verschwimmen und Fans ruhigerer Töne begeistern sollten. Natürlich hat sich Xavier Rudd als politisch engagierter Mensch auch schon Gedanken über Tierrechte gemacht. Als wir hörten, dass er schon lange Vegetarier ist, konnten wir natürlich nicht anders, als einmal persönlich mit ihm zu plaudern. Am Telefon sprach er mit PETA2 über Vegetarismus, Klimawandel und ? selbstredend ? sein neues Album.

Xavier, wie geht?s Dir?
Oh, danke, gut! Ich sitze gerade draußen in der australischen Abendsonne. Von daher ist alles bestens!

Du bist ja schon seit längerem Vegetarier ? was hat Dich motiviert, kein Fleisch mehr zu essen?
Als ich realisierte, welches Leid Tieren in der Fleischproduktion widerfährt, war mir klar, dass ich kein Fleisch mehr essen werde. Diese Anonymität der Industrie und die Behandlung von Tieren als minderwertige, nur der Produktion dienliche Wesen stört mich sehr. Deswegen bin ich Vegetarier geworden.

Gab es da ein bestimmtes Ereignis, eine Geschichte, an die Du Dich ganz speziell erinnerst?
Ja, durch mein Leben auf Tour bin ich in den letzten Jahren sehr viel herum gekommen und habe viele verschiedene Dinge erlebt. Eine Fahrt hat sich jedoch besonders in meine Erinnerung eingebrannt und ist auch eines der prägenden Erlebnisse, das mich in der Wahl meiner Ernährung bestärkte. Wir fuhren von Los Angeles nach San Francisco und kamen an einem riesigen Gelände vorbei, auf dem Rinder gehalten wurden. Nur: Sie liefen nicht frei und uneingezäunt auf den Wiesen herum. Sie standen ? im Gegenteil ? extrem eng aneinander gequetscht auf diesem Areal. Der enge Zaun und die Vielzahl der Rinder, die dort eingepfercht waren, ließen dem einzelnen Tier keinerlei Raum zur Bewegung. Außerdem war der Rasen auf der Fläche schon komplett weg gefressen bzw. zertreten und der Kot der Tiere wurde nicht abtransportiert. Sie standen also in ihrem eigenen Mist und, was ich noch viel schlimmer fand, sie mussten ihn teilweise sogar essen, weil sie nichts von den Wärtern bekamen. Ich fragte den Fahrer, was das sei und er sagte: ?Hey, das sind die Anlagen von Kaliforniens größtem Beef-Produzenten?. Noch 30 Kilometer hinter der Anlage roch ich ihren üblen Geruch und wusste, dass es die richtige Wahl ist sich vegetarisch zu ernähren.

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Close-Up: Xavier Rudd!

Denkst du, dass Menschen generell zu wenig über die gerade von dir geschilderten Details der Massentierhaltung wissen?
Definitiv. Die meisten Menschen wissen doch heutzutage gar nicht mehr, wo ihr essen herkommt. Der Nahrung wird nur untergeordnete Wichtigkeit beigemessen, ihre Herkunft und ihre Eigenschaften gehen im Gewühl des Alltags in der westlichen Welt unter. Dabei finde ich es sehr wichtig zu wissen, wo mein Essen herkommt, welchen Weg es gegangen ist, bevor es auf meinen Teller kam. Dieses Bewusstsein fehlt vielen Menschen, weswegen sie auch nicht darüber nachdenken, welche Qualen Tiere durchleben, ehe sie als Steak auf dem Teller landen. Deswegen wird solche respektlose Behandlung von Tieren in der Massentierhaltung ja überhaupt erst möglich. Da ich aber Respekt vor den Lebewesen habe, habe ich mich von fleischhaltiger Ernährung abgewendet.

Wenn man vom Respekt vor Tieren spricht ? welche Tiere siehst du als besonders gefährdet an? Australien gilt ja als hervor ragende Surferregion, machst du dir daher Gedanken um die im Wasser lebenden Tiere?
Ja, na klar mache ich das. Ich bin zum Beispiel ein großer Unterstützer von ?Sea Shepherd?, die in den australischen Gewässern einen wirklich großartigen Job machen. Einige japanische Walfänger gehen im australischen Wasser auf Walfang und die australische Regierung tut kaum etwas dagegen, weswegen sich mit ?Sea Shepherd? nun eine NGO dem Walfang entgegen gestellt hat. Und ich denke, dass das mehr als nötig ist. Denn einige der Walarten, die in meiner Heimatbucht ?Bell?s Beach? leben, sind fast ausgestorben, weil Walfänger am Werk waren. Das kann man auf keinen Fall hinnehmen, weswegen ich es wichtig finde, dass Organisationen dagegen vorgehen.

Siehst du dich als Musiker in der Rolle, deinen Fans Werte wie Vegetarismus oder auch dein Engagement für ?Sea Shepherd? zu vermitteln?
Es wäre eine verschenkte Chance, das nicht zu tun. Denn als Musiker kannst du zu sehr vielen Leuten sprechen, sie auf Missstände aufmerksam machen und sie für kritische Fragestellungen sensibilisieren. Deswegen: ja, ich sehe mich in dieser Rolle, meinen Fans diese Werte oder auch Themen wie Klimaschutz zu vermitteln.

Denkst du, dass Klimaschutz schon immer ein kritisches Thema war, jetzt aber zu so etwas wie einem Mainstream-Politik-Thema geworden ist?
Ja, ich denke, dass das so ist. Ich meine sehr viele Wissenschaftler warnen seit Jahren vor den negativen Konsequenzen der Erderwärmung, ihnen kam bisher nur nicht das öffentliche Gehör zu, das ihnen von vornherein hätte zukommen müssen. Dennoch will ich die große Aufmerksamkeit, die dem Thema jetzt zukommt, nicht herunter reden. Denn endlich kümmert sich die Welt um den Klimaschutz und dass man bis in die höchsten Politikebenen darüber spricht, ist sehr positiv, wenn auch etwas spät. Etwas spät ist aber definitiv besser als nie. Denn die Menschheit hat einen großen Fußabdruck auf der Erde hinterlassen und es wird Zeit, dass wir darüber nach denken wie unsere Lebensweise die Natur beeinflusst und wie wir unsere Lebensweise ändern können, damit die Auswirkungen des Menschen auf die Natur in Zukunft weniger schädlich sind. Vegetarisch zu leben kann da schon ein Ansatzpunkt sein.

Lass uns noch ein wenig über dein neues Album ?White Moth? sprechen. Wie bist du an die Platte rangegangen, schreibst du sehr bewusst und mit konkreten musikalischen Vorstellungen an Deinen Stücken? Oder lässt Du sie eher aus dem Jam heraus entstehen?
Die Art und Weise, wie meine Songs entstehen, ist sehr natürlich, sprich ich mache mir fast nie Gedanken darüber, wie ich ein Stück schreiben will oder wie es klingen sollte. Vielmehr lasse ich meinen Emotionen freien Lauf und versuche so, dass jeder einzelne Song zu einem kleinen Snapshot meiner Emotionen und meiner seelischen Verfassung wird. So mache ich seit meinen Kindheitstagen Musik und mittlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, meine Gefühle auf irgendeine andere Weise deutlich zu machen. Denn es würde etwas von der Anfangsemotion verloren gehen.

Aber gibt es da nicht Blockaden der Art, dass man manchmal einfach nicht in der Lage ist, das Gefühlte gut in einem Song auszudrücken?

Sicher, ich kann auch nicht immer Songs schreiben. Manchmal geht es gar nicht, da kann ich stundenlang sitzen und bringe keine gescheite Tonfolge zustande. An anderen Tagen sprudelt es dann nahezu aus mir heraus. Kurzum: Ich kann nicht planen, wann ich einen Song schreibe, und wann nicht. Der Song kommt, wenn er kommt.

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Im September auf Deutschlandtour: Xavier Rudd.

Das klingt fast spirituell.
Das ist es auch. Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und lasse mich von sehr vielen verschiedenen Dingen inspirieren. Die einzelnen Inspirationen will ich aber auch nicht beschränken, sondern lasse mich von ihnen beim Songschreiben lenken. So transportieren viele Songs genau genommen nur recht wenig von mir, sondern mehr von der Inspiration, die ich hatte. Und da mich sehr viele verschiedene Dinge inspirieren, entwickeln sich die einzelnen Stücke auch in sehr unterschiedliche Richtungen.

Xavier, vielen Dank für deine Zeit und das Interview, wir sehen uns im September auf Deiner Europa-Tour!
Sicher, ich freue mich darauf!


Dich interessiert, warum Thomas D., Kool Savas, Morrissey, Eva Briegel von JULI, Mike Ness von SOCIAL DISTORTION, Andy von CALIBAN und die Jungs von RISE AGAINST überzeugte Vegetarier sind? Warum sich MY CHEMICAL ROMANCE und Ben von BILLY TALENT Gedanken über Tierrechte machen? Warum sich P!nk für die Tiere einsetzt und AS I LAY DYING gegen Pelze sind? Dann check doch mal unsere FAQS zu den Themen Vegetarismus, Pelze und Tierrechte. Leckere vegetarische Rezepte findest Du hier. Wenn Du weitere Fragen hast, schreib' uns einfach fix an: admin@peta2.de.

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