Video zeigt: Gefangenschaft im Aquarium macht Fische krank

Im Juni dieses Jahres ließ eine Besucherin des Tiergartens Ulm PETA ein Video zukommen, das einen Meeresfisch, einen Clown-Junker, zeigt, der unablässig an den Aquariumwänden hoch- und runterschwimmt.

Ein solches Verhalten wird „Stereotypie“ genannt und ist auch von anderen Tierarten bekannt, die in Gefangenschaft leben: Elefanten, die ihren Kopf fortwährend hin- und herschwenken („Weben“) oder Raubkatzen und Eisbären, die unablässig dieselben Kreise ziehen. Auch bei Fischen ist ein solches Verhalten zu beobachten. Im vorliegenden Fall haben wir das Veterinäramt in Ulm gebeten, ein neues Zuhause für den Clown-Junker zu finden.

Stereotypien sind Verhaltensstörungen, die bei Tieren auftreten, die in einer nicht artgerechten Umgebung leben

Wenn sich die Haltungsbedingungen eines Tieres in Gefangenschaft sehr von dem natürlichen Lebensraum dieses Tieres unterscheiden und es ihm nicht ermöglichen, sein arttypisches Verhalten auszuleben, kann es neben gesundheitlichen Schäden und Stress auch zu Verhaltensstörungen kommen.

Definition:

„Eine Stereotypie ist ein repetitives Verhalten, das infolge von Frustration, wiederholten erfolglosen Versuchen mit der Umgebung zurechtzukommen und Fehlfunktionen im Gehirn auftritt.“

Dies betrifft vor allem Verhaltensweisen, die für das Überleben und die Fortpflanzung wichtig sind, zum Beispiel wenn ein Partner fehlt.

Gefangenschaft macht Tiere seelisch und körperlich krank

Nicht nur große Tiere wie Elefanten und Raubkatzen oder Tiere aus der Arktis, wie Eisbären, leiden hinter Gittern und zwischen Betonwänden. Auch kleine Tiere wie Fische, die ihrer Tausende Kilometer entfernten Heimat entrissen wurden und nun in reizarmen Glaskästen dahinvegetieren, werden sichtbar krank. Viele leiden auch stumm und für uns unsichtbar.

PETA fordert ein Importverbot von Meeresfischen

Bei 99 Prozent der marinen Zierfische, die in öffentlichen oder privaten Aquarien und Zoohandlungen leben, handelt es sich um Wildfänge. Viele von ihnen stammen aus dem pazifischen oder indischen Ozean; zahlreiche Tiere sterben bereits beim Fang oder beim Transport nach Europa. Wenn sie die Eingewöhnung überleben, müssen sie jahrelang in einer reizarmen, eintönigen Umgebung leben und sich mit ihren Mitbewohnern oder mit der Einsamkeit arrangieren.

PETA setzt sich dafür ein, möglichst viele Tiere vor einem frühzeitigen Tod oder einem Leben in Gefangenschaft und die Ozeane vor der Plünderung und Zerstörung von Korallenriffen zu bewahren. Hierzu fordern wir die Bundesregierung auf, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das den Import von marinen Zierfischen nach Deutschland verbietet.

Was Sie tun können

Bitte kaufen Sie keine Aquarien. Falls Sie schon eines haben, lassen Sie die Haltung von Fischen bitte auslaufen oder ersetzen Sie die gestorbenen Tiere gegebenenfalls durch Pflanzen. Besuchen Sie keine Zoos und Meereszoos. Bitte fordern Sie das Veterinäramt in Ulm und den Tiergarten Ulm in einem freundlichen Schreiben dazu auf, für den Clown-Junker im Tiergarten Ulm ein artgerechtes Zuhause mit einem Partner zu suchen und die Haltung von Meeresfischen einzustellen.