Kranke Kühe und Schläge auf das Euter – Alltag in diesem Milchbetrieb

Ein Augenzeuge von PETA USA ermittelte in einem Milchbetrieb im US-Bundesstaat Pennsylvania, in dem rund 300 Kühe und zahlreiche Kälber gehalten werden. Die Kühe wurden immer wieder auf ihr empfindliches Euter geschlagen, tote Tiere lagen im Mist und schlimme Verletzungen wurden nicht behandelt.

Entzündete Gelenke – Lahmheit – Tod

Mehrere Kühe in diesem Betrieb lahmten. Sie schleppten sich über die mit Ausscheidungen verschmutzten, rutschigen Böden. In den gleichen unsauberen Räumlichkeiten wurde auch gemolken. Verletzte Kühe waren in einem separaten Stall untergebracht; sie lagen in ihrem eigenen Kot und Urin, was zu weiteren Erkrankungen wie Arthritis oder Lahmheit führen kann.

Kuehe Milchbetrieb USA
Mehrere Kühe in diesem Betrieb schleppten sich über die mit Ausscheidungen verschmutzten, rutschigen Böden.
Eine Kuh, die der Augenzeuge Caroline nannte, lahmte stark. Ihr Zustand verschlechterte sich stetig. Doch anstatt sie von einem Tierarzt versorgen zu lassen, wurde sie in einen völlig verdreckten Stall gesperrt. Eines Tages fand der Augenzeuge Carolines Leiche.

Als der Augenzeuge von PETA USA sah, dass eine Kuh ein extrem angeschwollenes, entzündetes Gelenk hatte, bat er darum, die Kuh tierärztlich behandeln zu lassen. Der Betriebsleiter lehnte dies jedoch ab und tat so, als würde es sich um eine belanglose Kleinigkeit handeln. Der Zustand des Tieres verschlechterte sich von Woche zu Woche, bis schließlich Eiter und Blut aus der Wunde flossen.
 
Kuh Milchbetrieb USA
Eine Kuh mit ein extrem angeschwollenes, entzündetes Gelenk.
Rund 60 % der sogenannten Milchkühe wiesen geschwollene oder eitrige Gelenke auf. Vielfach waren an den betroffenen Stellen bereits die Haare ausgefallen. Zweifelsfrei müssen die Kühe durch die Gelenkerkrankungen wochenlang große Schmerzen gelitten haben. Gleichzeitig wurden die Kühe weiterhin täglich an Maschinen angeschlossen und gemolken. Der Augenzeuge sah außerdem mehrere Kühe mit Augen- und Euterverletzungen.

Schläge statt Hilfe

Einmal blieb eine Kuh nach dem Melken in einer Vorrichtung stecken. Der Mitarbeiter vor Ort half ihr nicht etwa, sich zu befreien, sondern schlug ihr immer wieder mit einem Stock auf Beine, Hinterleib und Euter – fast 60 Mal! Auf ihr empfindliches Euter schlug er ganz gezielt. Das tat er auch bei einer weiteren Kuh, die erst kurz zuvor ein Kalb geboren hatte.

Milchkuh USA
Ein Mitarbeiter tritt gegen das Euter einer Kuh.

Kälber: Der leidvolle Kreislauf beginnt

Kälber werden kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, damit deren Milch für den menschlichen Konsum gestohlen werden kann. Die Kälber mussten in diesem Betrieb tagelang in ihren eigenen Ausscheidungen liegen. Nach draußen durften sie nie.

Wenn sie alt genug waren, wurden die weiblichen Tiere – wie ihre Mütter zuvor – besamt und mussten selbst Kälber gebären. Damit kommen sie in einen Teufelskreis aus Schwangerschaften und Milchentnahme. Sobald ihr Körper zu ausgezehrt ist, um noch profitabel genug zu sein, landen die Kühe im Schlachthaus – an dem Ort, an dem auch viele männliche Kälber schon sehr jung getötet werden.

Was Sie tun können

Wenn Sie den Kühen helfen möchten, dann konsumieren Sie bitte keine Milchprodukte. Egal, woher die Milch stammt: Milch ist ein Tierqualprodukt. Das zeigen auch Ermittlungen beim „Bauern nebenan“. Probieren Sie sich durch die Vielzahl an Alternativen von allen gängigen Milchprodukten wie Käse, Butter oder Sahne.

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.