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Bionic Ghost Kids im Interview!

In Berlin bebt der Unterground und unter der Stadt tut sich nächtens so einiges, dass dem Otto-Normal-Verbraucher wohl ganz fix den Angstschweiss auf die Stirn treiben dürfte: Die BIONIC GHOST KIDS sind genau so etwas: Ein Batzen Disko, eine Prise Double-Base Mosh, ein Quentchen, Schock-Rock und mehr komische Wörter fallen uns auch gerade gar nicht ein :) Wir haben jedenfalls mit Chris Raven höchstpersönlich auf einem Hügel in der Nähe Berlins Platz genommen und während die Schreie der Werwölfe um uns herum aufheulten, uns ein paar Fragen von diesem bizarr-netten Zeitgenossen zu seiner Band beantworten lassen. Aber lest selbst!

Das Mini-Comic von den Jungs gibt´s bei uns zu gewinnen!

Hallo Timm, vielen Dank, dass Du Dir mal kurz Zeit für uns nimmst! Wir starten direkt durch mit unseren Fragen:

Auf Eurer Myspace Page heißt mit einem Augenzwinkern, die BIONIC GHOST KIDS seien unter apokalyptischen Umständen direkt in einer der dunkelsten Seitenstraßen Berlins entstanden. Erzähl mal kurz ein bisschen über die Themen, die Ihr mit der Band anspricht und auf was Euch an dem Horror-Genre, dass ja überall in Eurem Output präsent ist, so fasziniert?
Hallo! Die Bandgeschichte beginnt tatsächlich mit einem Kinobesuch. Nachdem wir den Zombiefilm “Dawn Of The Dead” gesehen hatten, kam uns die Idee, so was mal musikalisch umzusetzen. Unser erstes selbstproduziertes Album, das mittlerweile vergriffen ist, erzählt dann auch die Geschichte von der Kleinstadt Crimsonville, in die Zombies einfallen, fast alle sterben, ein Pärchen überlebt usw. Wie das eben immer so ist! “Horrorshow” ist die Weiterentwichlung des Ganzen. Die Geschichte dreht sich nun um uns beide als Hauptprotagonisten, die versuchen die schöne Ivy aus den Klauen des bösen Professors zu entreißen. In den Songs werden Parts aus dieser Geschichte erzählt. Ich persönliche finde es gut, dass sich dieses ganze Genre nicht so ernst nimmt. Wenn Du Dir einen Zombiefilm anschaust ist der nie nur gruselig, sondern hat auch einige Lacher drin. So sollte es bei unserer Musik auch sein!


Ihr produziert ja sogar eigenständige Hörspiele, die man sich kostenlos auf Eurer Myspace-Page (LINK) zu Gemüte führen kann. Wie seid Ihr auf die schräge aber definitiv saucoole Idee gekommen? TKK meets Metal-Elektro-Mosh, da muss man erstmal drauf kommen…? Schriftlich existiert die ganze Geschichte, auf der die Charaktere und das ganze Album basieren schon seit Längerem. Anfänglich wollten wir die “Tales Of The Ghost Kids” mit auf unser neues Album “Horrorshow“ packen, das am 20.11. bei GIM Records erscheint, aber das wäre in dieser Hörspielform einfach zu lang geworden. Also haben wir uns entschlossen, alles nach und nach online zu veröffentlichen. Es bestehen aber auch Ideen, das Ganze auf anderen Plattformen und Wegen umzusetzen. Auf unserer Tour im Dezember werden wir so z.B. schon die ersten Comics von uns dabei haben und auch im visuellen Bereich wird sich einiges tun auf das man sehr gespannt sein darf! An der Inszenierung als Musical, in dessen Kontext das Album dann gänzlich als eine Art Soundtrack eingebaut sein wird, schreiben wir gerade… ☺

Wie genau habt Ihr Eure fiktionalen Charaktere aufgebaut? Wollt Ihr generell unerkannt bleiben? Haut mal n paar Geheimnisse für uns raus hier! ;) Mit Erkennen hat das eigentlich nichts zu tun, wir sind ja nicht Metallica! Uns geht es darum den Hörern und Zuschauern mit unserem Album und der dazu gehörigen Horrorshow eine Geschichte zu erzählen, die völlig frei erfunden ist und von Liebe, Leidenschaft und der dunklen Seite der Menschheit handelt. Wir schlüpfen dabei in die Rollen von CJ The Ghost Kid und Chris Raven und verkörpern das auch so nach außen. Dementsprechend sind die Charaktere natürlich schon an uns im realen Leben angelehnt, denn für Schauspielunterricht haben wir momentan weder die Kohle noch die Zeit. Das kommt dann alles mit unserem Kinofilm oder der TV Serie, haha.


Da Ihr ja kräftig in verlassenen Berliner U-Bahnschächten rummosht und Double-Bass-Elektrolore durch die Hippen Underground-Clubs unserer Republik ballert – ernährst Du Dich bewusst gesünder, um das alles körperlich locker mitmachen zu können? Gesunde oder zumindest irgendwo bewusste Ernährung ist für mich schon lange ein Thema, so bin ich seit fast 11 Jahren auch überzeugter Vegetarier. Mit körperlicher Fitness hat das für mich allerdings nicht direkt was zu tun, für so etwas treibt man dann doch lieber Sport. Es ist einfach meine Grundeinstellung und Haltung, keine toten Tiere zu essen. Ansonsten trinke ich nur noch in seltenen Fällen Alkohol und rauche deutlich weniger.

Wann und warum hast Du überhaupt aufgehört, Fleisch zu essen? Gab es da einen Punkt, wo es “Klick” gemacht hat für Dich? Ganz auf Fleisch verzichtet habe ich mit 18, davor gab es bei mir noch ab und an Hühnchen. Fisch war nie mein Ding und wenn ich heutzutage höre oder lese, dass sich Leute die das eine und / oder andere essen, Vegetarier schimpfen (dürfen?), wird mir genauso schlecht wie beim Vorbeilaufen an der Fleischtheke im Supermarkt. Vegetarier zu sein bedeutet für mich jedenfalls, dass niemand für mich Tiere abschlachtet. Klick gemacht hat es für mich, als ich einem vor dem Hauptbahnhof parkenden Schweinetransporter aus Protest an den Reifen gepinkelt hab.

Wie hat Dein Umfeld damals darauf reagiert? Also die Leute am Bahnhof haben damals blöd geglotzt, haha…genau wie meine Familie. Die schütteln bis heute größtenteils den Kopf, aber mein Veggie-Food hat ihnen trotzdem bisher immer geschmeckt. In meinem (musikalischen) Umfeld waren und sind eigentlich die meisten mindestens Vegetarier, aus ziemlich gleichen Beweggründen: You are what you eat, dead meat.


Welche Rolle spielt Vegetarismus in Deinen Augen in der Musik-Szene? Ist es etwas, für das sich die Kids interessieren? Für mich persönlich sind das zunächst zwei komplett unabhängige Dinge, die jedoch glücklicherweise sehr gut miteinander in Kombination harmonieren können – zumindest habe ich das in der DIY Szene, aus der wir ja kommen, schon immer so erlebt. Wie gesagt, viele Musiker die ich kenne sind Vegetarier oder Veganer und es ist gut, dass viele Bands und Künstler Organisationen wie euch unterstützen und sich gegen Tierversuche und für Tierrechte einsetzen. Allerdings sollte das alles in gesunden Bahnen ablaufen und weder in musikalischem, noch sonstiger Art von „Faschismus“ enden. Jeder sollte und muss sich seine eigene Meinung darüber bilden, unabhängig von der Musik die er oder sie hört.


Für wie wichtig hältst Du Aufklärung über Vegetarismus und andere tierrechtliche Dinge? Für sehr wichtig. Daher finde ich es auch gut, dass solche Themen in den Medien immer mehr zum Tragen kommen. So sollte sich jeder Mensch spätestens nach Kinofilmen wie „The Cove“ oder den ganzen Berichten über das sinnlose Robbenschlachten mal ein paar mehr Gedanken machen, was wir in unserem Konsumwahn der (Tier)Welt zumuten. Diese Problematik ist für mich jedoch nichts weiter als das traurige Produkt der herrschenden sozialen Ungleichheit in der Welt. So sind die Fischer, die ganze Meeresteile tot fischen aus Überlebensgründen zu diesen Jobs gezwungen und geraten höchstwahrscheinlich oft zu unrecht oder vorschnell in den Focus der Verachtung. Die eigentlichen Mörder sind die überproduzierenden Konzerne dahinter und Leute die deren Produkte kaufen, ohne auch nur einen Augenblick darüber nachzudenken. Daher sollte es meiner Meinung nach am besten auf allen Produktinformationen neben den Inhaltsstoffen eine eindeutig nachzuvollziehende Beschreibung über die gesamte Art der Herstellung geben, aber das ist wohl leider utopisch. Ich persönlich jedenfalls bin für die Befreiung von Mensch und Tier, wie du auf meinem Arm sehen kannst. ;)

Was denkst Du über Tierversuche? Finde ich absolut schrecklich, erstrecht wenn Tiere für solche Zwecke verbotenerweise vor den Haustüren der Besitzer eingefangen oder gar extra dafür gezüchtet werden. Mag sein, dass die medizinischen Erfolge gut für den Menschen sind, aber in Zeiten der „Zweiklassenmedizin“ – übrigens mein Unwort des Jahres 2009 – ist daran sicherlich mehr denn je zu zweifeln. Sowieso sollte der Mensch einfach mal aufhören sich immer und überall allem überzuordnen und als König der Lebewesen zu begreifen. Gleiches Recht auf Leben für alle!

Hast Du jemals über den Schritt zum Veganismus nachgedacht? Na klar. Ich war selbst eine Zeit lang Veganer und koche bis heute eigentlich ausschließlich vegan, solange ich nicht irgendetwas mit Käse überbacke. Außerdem verzichte ich auf so viele Milch- und Eiprodukte wie möglich, weshalb ich mich manchmal gerne scherzend als „Ovo-Lacto-Veganer“ bezeichne. Pelzzeug und Lederklamotten sind bei mir ebenfalls tabu, Chris Raven trägt also nur Kunstleder und das solltet ihr besser auch!

Vielen Dank, dass wir Dich ein bisschen löchern durften. Hau rein! Ich danke euch und macht weiter so!
 
 
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