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Der Hof Butenland Film

Vor einiger Zeit hatten wir schon einmal über den Hof Butenland berichtet. Du weißt schon, der Ort, an dem Tiere einfach nur Tier sein dürfen und nicht von Menschen "benutzt" und für deren Zwecke gequält und getötet werden. Nun gibt es einen sehr schönen Film über Hof Butenland, in dem du die verschiedenen Tiere einmal von einer anderen - einer natürlicheren - Seite kennenlernst, fernab von Schlachthöfen, Intensivtierhaltung oder anderen Abartigkeiten. Einfach nur sehenswert!
Um dir den Film "Grüße von Hof Butenland" noch etwas näher zu bringen haben wir uns mit dem Produzenten des Films Kilian Dreißig kurz unterhalten, der uns auch netterweise drei Exemplare zur Verlosung zur Verfügung gestellt hat.


Lotti und Gisela: Glücklich & zufrieden auf Butenland.

Interview

Hallo Kilian, stell dich doch bitte mal kurz vor, die meisten Leser dieses Interviews werden dich wohl eher nicht kennen?
Moin, ich bin 27, arbeite seit 2010 als freier Journalist (Schwerpunkt: Videodokumentation) im Tier- und Naturschutz und bin seit 10 Jahren vegan. Ich betreibe nebenher das Veggie-Internetmagazin vegpool.de

Du bist ja schon eine ganze Weile auf Hof Butenland, erzähl doch mal ein bißchen darüber, für Leute, denen dieser Ort noch nichts sagt.
Der Hof Butenland ist ein Lebenshof für Tiere, vor allem für ehemalige "Nutztiere". Er wird betrieben von Jan, Karin und Kalle dem Knecht und pflegt Tiere, die aus wirtschaftlicher Sicht, naja, "nutzlos" wären, wie alte Rinder aus der Milch- und Fleischproduktion, Hühner, Enten und viele weitere. Wobei "pflegen" eher bedeutet, dass die Tiere dort in größtmöglicher Freiheit leben können. Die Menschen haben also nur ein Auge drauf, dass es den Tieren gut geht. Viele Tiere kommen ja aus übler Haltung und die brauchen dann eben besonders viel Zuwendung und Pflege. Natürlich gibt es keine Kastenstände und keine Anbindehaltung.

Was machst du genau dort, was hat dich dorthin getrieben?
Ich habe Hof Butenland vor ein paar Jahren schon mal besucht. Das war ideal, um ein bisschen runterzukommen und ist in guter Erinnerung geblieben. Da ich sowieso als Videojournalist arbeite, habe ich diesen Sommer den Butenländern vorgeschlagen, eine Video-Doku über die Tiere auf dem Lebenshof zu machen. Ich dokumentiere sonst vor allem, wie Menschen Tiere quälen und so war das mal eine erfreuliche Abwechslung.

Hast du im Umgang mit den Tieren Facetten entdeckt, die dir vorher vielleicht noch nicht so bewusst waren? Die meisten Menschen haben schließlich keinen Kontakt zu Tieren wie Schweinen, Kühen oder Hühnern.
Ja. Ich bin eigentlich ziemlich vorsichtig, was Interpretationen von Tierverhalten angeht. Kein Mensch weiß, was im Kopf einer Kuh abgeht. Spielt auch keine Rolle, denn Tiere haben - wie Menschen auch - einen gewissen Grundrespekt verdient, unabhängig von Intelligenz, Niedlichkeit und Lustigkeit, finde ich. Als ich dann auf Hof Butenland war und viele Tiere dort besser kennenlernen konnte, sah ich, dass man Vieles, was ich vorher als wohlwollende "Vermenschlichung" abgetan habe, tatsächlich selbst beobachten kann. Wie die Kühe wirklich enge, soziale Gruppen bilden, dass die alte Kuh Gisela auf Mattis, das Kalb, Acht gibt. Und wie der sich doch so schwer entscheiden kann, ob er Mutter Dina oder Tante Gisela folgen soll und beiden nachblökt. Das ist keine Vermenschlichung sondern es zeigt, dass es zwischen Menschen und anderen Tieren viele Parallelen gibt.

Haben dich Erfahrungen, die du gemacht hast, nicht unbedingt nur auf Butenland, in deiner Sicht auf Tiere, und damit einhergehend deiner veganen Lebensweise, bestärkt?
Ich habe Tierausbeutung und auch Schlachtungen dokumentiert und der Gedanke, dass ich vegan lebe, ist in solchen Extremsituationen sehr beruhigend. Die Atmosphäre, in der Tiere gehalten werden, erinnern mich manchmal an Fieberträume: unwirklich irgendwie, aber man kann nicht einfach aufwachen. Und es ist so paradox, denn weil Fleischesser ja ahnen, was sich hinter solchen Tierprodukten verbirgt, verdrängen sie es aber kaufen die Produkte weiterhin. Irgendwie unverständlich. Aber man kann doch auch vegan werden ohne sich das ganze Elend in allen Einzelheiten vor Augen zu führen, denn es gibt so viele positive Gründe: Lebensfreude, Genuss, Gesundheit, Wohlbefinden.

Erzähl doch bitte noch kurz etwas über deinen Film.
In dem Film versuche ich, die "Hauptdarsteller"-Tiere möglichst authentisch zu zeigen. Es ist ein 45-minütiger Film plus Extras, spontan, "aus der Hand" und vielleicht deshalb berührend und "echt". Es ging darum, das Leben auf dem Hof zu zeigen mit seinen fröhlichen Momenten, aber auch den traurigen. Die Geburt von Kalb Mattis und der Abschied von Willem, dem ehemaligen Boss der Kuhherde zum Beispiel. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ja neben der Tierpflege auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Hof Butenland, im Sinne von: "Schaut her, es geht auch anders". Ich hoffe, die DVD kann diese Außenwirkung noch verstärken.


 
 
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