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Warum Delfinarien nicht für Delfine gemacht sind

Zoos, Delfinarien und Aquarien versuchen sich immer wieder als Einrichtungen darzustellen, die Delfine lieben, einen Bildungsauftrag haben und im Sinne des Artenschutzes handeln.
Stimmt das auch? Oder versuchen die Zoobetreiber, uns damit an der Nase herumzuführen?
Wir haben den Realitätscheck für euch gemacht:


Mythos 1: Zoos lieben Delfine

Auf eine verdrehte Weise bestimmt, denn Delfine machen einen Zoo sicher interessanter für unwissende Besucher. Der Mensch ist spätestens seit der Serie „Flipper“ von den lächelnden, intelligenten Kleinwalen fasziniert. Das bedeutet für Zootreiber natürlich eine klingelnde Kasse.

ABER:

Delfine brauchen den Ozean und keinen Swimmingpool!


© red-baron / istockphoto

In freier Wildbahn legen Delfine bis zu 300 km zurück und die Reviergröße einiger Unterarten kann bei bis zu 1500 km² liegen. Dabei orientieren sich die Tiere mithilfe ihres Echolots. Sie senden eine Serie von Impulsen und Klicklauten; die Schallwellen treffen dann auf Objekte im Wasser, die daraufhin in Form eines Echos wieder an die Delfine zurückgegeben werden. In Aquarien werden diese Sinne nicht benötigt, um den Standort eines Objektes zu bestimmen oder Fische aufzuspüren. Also verkümmern sie.

Ein Delfinarium kann nicht ansatzweise mit dem gewohnten Umfeld „Ozean“ mithalten – weder in Größe noch im Nahrungsangebot. Und auch Gezeiten, ausreichend Sonne, Wellen und Strömungen können natürlich nicht geboten werden. Das stresst und frustriert die gefangenen Tiere selbstverständlich. Resultat sind häufig Aggressionen gegen Artgenossen und Verletzungen an sich selbst. Abgesehen davon, dass natürliche Bedingungen von einem Zoo finanziell wie auch größentechnisch nicht zu realisieren wären, würden die Zuschauer die Delfine auch äußerst selten zu sehen bekommen; die Folge wären leere Kassen. Traurigerweise ist die Konsequenz daraus für die Aquarienbetreiber nicht, eben keine Delfine zu halten, sondern die Tiere trotzdem einzusperren und sie sogar noch einmal oder mehrmals am Tag Tricks aufführen zu lassen. Durch Reifen springende Delfine sind eben eine sichere Einnahmequelle. Findest Du daneben? WIR AUCH!


Delfine sind keine Zirkusclowns!


Zoos geben häufig an, die Tiere würden freiwillig aus dem Wasser springen und sich z. B. in der Luft drehen, um Zuschauer zu unterhalten. Angeblich wäre dies dem „artgerechten Spieltrieb“ zu verdanken, den man lediglich mit positiver Belohnung verstärkt. DAS IST FALSCH. Ric O’Barry, ehemaliger Delfintrainer für die 60er-Jahre Serie „Flipper“, der nun für die Freiheit von Delfinen kämpft, weiß, dass der Begriff „positive Belohnung“ lediglich eine Beschönigung für „Futterentzug“ bedeutet. Die Tiere kommen so schneller an Leckerbissen. Delfine springen also NICHT FREIWILLIG durch Ringe: Sie tun es, weil sie Hunger haben.


Mythos 2: Delfinarien haben einen Bildungsauftrag


Das Einzige, was Jung und Alt im Delfinarium lernen kann, ist, wie sich Tiere, die im unendlich weiten Ozean zu Hause sind, in Gefangenschaft verhalten – und das ist ein wirklich trauriger Anblick, wenn man sich nicht von dem „Lächeln“ der Tiere täuschen lässt.



Nur wer Delfine im natürlichen Umfeld sieht, kann etwas über sie lernen


Um etwas über Delfine zu erfahren, sollte man sie in ihrer natürlichen Umgebung erleben; auch wenn es nur über Dokumentationen möglich ist. Schnell lernt man, dass Delfine sich in freier Wildbahn in großen Sozialverbänden bewegen. Laut Doug Cartlidge, dem ehemaligen Delfintrainer von Sea World, werden die hochsozialen Tiere in Gefangenschaft sogar von Artgenossen getrennt, um sie für ungewünschtes Verhalten zu bestrafen. Und der Bildungsauftrag? Was habt ihr bis jetzt gelernt? Delfine leiden in Delfinarien, verhalten sich unnatürlich, und Zoobetreiber schrecken nicht vor grausamer Tierquälerei zurück, wenn sie dadurch mehr Geld einfahren können.


Mythos 3: Zoos betreiben aktiven Artenschutz


Stimmt das denn wenigstens?
Sorry, auch hier müssen wir euch enttäuschen. Ein großer Teil der Delfine in Delfinarien sind Wildfänge. Delfinweibchen werden ihren Familien im „Zuchtalter“ entrissen und ihre Delfinkälber verwaisen dadurch. Doch nicht nur das: Um an die Weibchen zu kommen, werden ganze Delfinschulen in flache Gewässer getrieben und mit Netzen eingekreist. Die Netze werden dann nach und nach zusammengezogen und die Tiere in Boote gezogen. Gefangene, „unbrauchbare“ Tiere werden wieder zurück ins Meer geworfen oder gar geschlachtet, wie es in Taiji in Japan gang und gäbe ist. Auch dass die Weibchen wohlbehalten in den Delfinarien ankommen, ist nicht garantiert. Häufig verletzen sich die Tiere beim Fang oder Transport so schwer, dass sie daran sterben.

Delfine in Gefangenschaft sterben früher


Des Weiteren ist die Lebenserwartung der Delfine in Gefangenschaft viel geringer als in freier Wildbahn, und auch die Fortpflanzung funktioniert nicht wirklich. Viele Delfinkälber sterben während oder nach der Geburt in Gefangenschaft. Außerdem werden die Tiere häufig mit Hormonen und Psychopharmaka vollgepumpt, um ein Leben inmitten der trostlosen Betonwände in irgendeiner Form erträglich zu machen.
Wichtig zu wissen ist auch, dass Zoos gar nicht vorhaben, Delfine wieder in die freie Wildbahn zu entlassen, denn auf ihre Kassenmagneten verzichten sie nicht freiwillig. Vielmehr wurden die Zahlen der Delfine im Ozean durch die furchtbaren Fangmaßnahmenextrem verringert!
Was das mit Artenschutz zu tun hat? FRAGEN WIR UNS AUCH!

Letztendlich bleibt eines festzuhalten: Delfinarien sind nicht für Delfine gemacht, sondern für die Betreiber, die sich ihre Taschen mit dem Geld von meist unwissenden Besuchern füllen.


Was könnt ihr jetzt tun?

Das ist zum Glück ganz einfach! Bitte besucht keine Zoos, Aquarien oder Delfinarien und bittet auch euer Umfeld darum, diese Orte zu meiden. Man kann seinen Tag mit viel schöneren Aktivitäten gestalten, die kein Tierleid verursachen!


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