Kinder, Kinder!

Erst einmal: Super, dass ihr euch entschieden habt, vegetarisch oder vegan zu leben! So, das musste raus!

Auch immer mehr Eltern begrüßen diese Entscheidung und unterstützen ihre Kinder – immer wieder bekommen wir jedoch auch Mails von Jugendlichen, die zu Hause nicht gerade auf Enthusiasmus stoßen, wenn sie kein Fleisch und/oder keine Tierprodukte mehr essen wollen. Wir können uns nicht mit euren Eltern an den Tisch setzen und vermitteln oder gar Vorträge halten, aber wir können euch einige Tipps geben, wie eure Eltern mit mehr Verständnis und Toleranz und weniger Besorgnis reagieren.

Werdet zu "Gesundheitsexperten"!

Ihr nehmt eurer Familie den Wind aus den Segeln, wenn ihr euch ausführlich über die gesundheitlichen Aspekte informiert. Informiert euch, warum ihr auf keinen Fall einen Eiweißmangel bekommen könnt, warum ihr Milch nicht braucht, um gesunde Knochen zu haben und warum ihr mit einer pflanzlichen Kost sogar die Risiken auf viele Herzkrankheiten und Krebsarten reduziert. Wenn ihr ganz sicher gehen oder auch einfach eure Eltern beruhigen möchtet, könnt ihr euch auch Nahrungsergänzung kaufen.


Sucht das Gespräch

Auch wenn man es nicht hören mag: Eure Eltern meinen es in der Regel gut mit euch. Auch wenn sie vielleicht fürchten, eure vegetarische oder vegane Ernährungsweise macht mehr Arbeit, sind sie sicherlich vor allem besorgt, dass ihr fortan nicht mehr genug Nährstoffe bekommst, um gesund zu bleiben. Auch wenn sie sich vielleicht aufregen und es Streit gibt, stehen dahinter mit ziemlicher Sicherheit echte Sorgen. Fragt sie, was sie genau befürchten, was sie genau gegen eine vegetarische oder vegane Ernährung haben und geht ruhig und sachlich auf ihre Einwände ein. Bittet sie, euch ernst zu nehmen aber versucht auch, ihre Bedenken ernst zu nehmen – gemeinsam könnt ihr sie viel besser aus dem Weg räumen!

Bleibt cool!

Ihr müsst euch ständig blöde Kommentare anhören? Bleibt sachlich und ruhig! Und wenn eure Familie merkt, dass sie keine Sprüche landen können, wird es ihnen irgendwann auch langweilig! Allerdings gibt es manchmal so bescheuerte Sprüche, da gibt es kein vernünftiges Argument. Lasst euch aber nicht auf Streitigkeiten ein, denn ein schiefer Haussegen hilft euch allen nicht weiter. Sprecht mit den Familienmitgliedern, mit denen ihr euch am besten versteht und bittet sie, zu vermitteln – schließlich geht es euch nicht darum, mit eurer Familie zu streiten, sondern einfach nur eure Tierliebe aktiv auszuleben.

Manchmal allerdings kann es sein, dass euer Gegenüber trotz euer Gelassenheit aggressiv oder beleidigend wird. Wenn ihr jetzt immer noch cool und freundlich bleibt und eurem Gesprächspartner auf Unsachlichkeiten aufmerksam macht, seid ihr nicht nur Sieger nach Punkten, sondern ihr habt euch selbst einen Gefallen getan: Ihr nehmt nicht an einem albernern Streit teil.

Aber vor allem: Bewahrt euren Humor! Steigt nicht auf jeden blöden Kommentar ein und vor allem: Nehmt euch nicht alles zu Herzen! Wenn die Großmutter wie jedes Wochenende fragt, ob ihr immer noch keinen Braten esst, fragt sie das nächste Mal (mit einem Grinsen), ob sie immer noch Fleisch isst.

Fangt an zu kochen!

Ob zu Hause für die Familie oder für Familienfeiern: Leckeres Essen ist ein tolles Argument für Veganismus! Unter www.peta2.de/rezepte findet ihr jede Menge köstliche Rezepteseiten, da bekommt ihr für jede Gelegenheit und jeden Schwierigkeitsgrad etwas. Wie wäre es mit Raclette, mit einem Nudelsalat, mit einer veganen Grillparty oder einer Einladung zu Kaffee und Kuchen? Es liegt in euren Händen allen zu zeigen, wie toll, abwechslungsreich und auch gesund man sich ohne Tierprodukte ernähren kann. Damit zeigt ihr nicht nur Verantwortungsbewusstsein - mit einer selbst mitgebrachten Leckerei müsst ihr auch bei Familienfesten nicht hungern.

Macht euer Ding!

Nur weil ihr jetzt eure Ernährung umstellt, muss eure Familie nicht unbedingt mitziehen. Wir verstehen es total gut, wenn ihr gerne hättet, dass auch die Menschen, die ihr liebt und euch nahe stehen eure Motivation verstehen und am besten künftig auch auf Fleisch verzichten. Aber versucht nicht, eure Familie zu missionieren – schließlich möchtet ihr mit eurer Ernährungsweise genauso akzeptiert werden, wie eure Familie mit ihrer! Wenn ihr allerdings merkt, dass eure Familie grundsätzlich interessiert ist, könnt ihr auch versuchen, weiter zu gehen – fragt sie, ob sie mit euch den folgenden Film anschauen möchten oder versucht, einen fleischfreien Tag in der Woche einzurichten. Vor allem aber solltet ihr schauen, dass ihr eure Energien nicht unnötig verschwendet – mit der Großmutter hat es vielleicht nicht viel Sinn zu diskutieren und manchmal ist es besser, sich darauf zu einigen, dass man sich nicht einigen kann und in Frieden weiterzuleben.


Veganismus aus der Sicht eines Arztes

Der Arzt und Ernährungsexperte Dr. Ernst Walter Henrich informiert über die vegane Ernährung.

Ernst Walter Henrich studierte Medizin in Köln und promovierte 1986 an der medizinischen Fakultät zum Dr. med. Er spezialisierte sich auf Gebiete der Gesundheitsvorsorge – insbesondere auf gesunde Hautpflege und gesunde Ernährung.

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Hier gibt es ein PDF mit einer Eine ärztliche Analyse und Bewertung der veganen Ernährung.

 
 
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