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Der vegane Elternguide

Ihr wollt vegan leben, aber eure Eltern sind dagegen? Sie wollen es nicht verstehen, machen sich Sorgen oder haben irgendeinen anderen Grund? Keine Sorge, ihr seid nicht allein. Wir haben für euch die wichtigsten Tipps zusammengetragen, um euren Eltern (Großeltern, Tanten, Cousins, was auch immer) die Sorgen zu nehmen und in Toleranz und Verständnis zu verwandeln.

Werdet zu Experten

Häufigster Diskussionspunkt: angebliche Mangelerscheinungen. Wenn ihr euch schon mit dem Thema auseinandergesetzt habt, wisst ihr, dass das ein Mythos ist. Zeigt euren Eltern, wie viel ihr eigentlich schon wisst. Gebt nicht bei jeder Frage, die ihr nicht sofort beantworten könnt, auf, sondern informiert euch im Nachhinein und liefert dann Antworten. Wir haben für euch kurz und knapp zusammengeschrieben, warum das Risiko eines Eiweißmangels gegen 0 tendiert, warum ihr Milch nicht braucht, um gesunde Knochen zu haben, und warum ihr mit einer pflanzlichen Kost sogar das Risiko für Herzkrankheiten und viele Krebsarten reduziert.
Und auch auf alle anderen Fragen haben wir kurze, knappe Antworten parat, die ihr euch immer wieder anschauen könnt. Seht doch mal in unsere FAQs (häufig gestellte Fragen). Ihr könnt euch auch unser Infoblatt für Eltern ausdrucken und es ihnen geben.


Bleibt cool!

Jeder Veganer muss sich ständig irgendwelche dummen Kommentare anhören. Das beste Mittel dagegen: sich auskennen, sachlich und ruhig bleiben. Und wenn euer Gegenüber merkt, dass die Sprüche euch nicht beeindrucken, wird es irgendwann auch langweilig. Auf die häufigsten Fragen haben wir hier knappe Antworten.

Aber vor allem: Bewahrt euren Humor! Steigt nicht auf jeden blöden Kommentar ein und nehmt euch nicht alles zu Herzen! Wenn die Großmutter wie jedes Wochenende fragt, ob ihr immer noch keinen Braten esst, fragt sie das nächste Mal (mit einem Grinsen), ob sie immer noch Fleisch isst. Allerdings gibt es manchmal so bescheuerte Sprüche oder sogar Beleidigungen, auf die es kein vernünftiges Argument gibt. Wenn ihr es jetzt schafft, immer noch cool und freundlich zu bleiben und euren Gesprächspartner auf Unsachlichkeiten aufmerksam zu machen, seid ihr nicht nur Sieger nach Punkten, sondern ihr habt euch selbst einen Gefallen getan: Ihr nehmt nicht an einem albernen Streit teil. Ein schiefer Haussegen hilft auch keinem weiter. Sprecht mit den Familienmitgliedern, mit denen ihr euch am besten versteht, und bittet sie, zu vermitteln – schließlich geht es euch nicht darum, mit eurer Familie zu streiten, sondern eure Tierliebe aktiv zu leben.


Geht mit einkaufen!

Eure Eltern wissen vermutlich nicht, wo die Sojamilch oder der vegane Aufstrich stehen. Um ihnen zu zeigen, dass es euch wirklich wichtig ist: Helft ihnen beim Einkauf und zeigt ihnen, wo die veganen Produkte stehen. So wird es für eure Eltern ein bisschen weniger anstrengend. Unser Einkaufsguide zeigt euch, was ihr Veganes im Supermarkt um die Ecke bekommt.


Fangt an zu kochen!

Eure Eltern haben zum Teil viel um die Ohren, verständlich also, dass sie nicht vor Freude ausflippen, wenn sie auf einmal ein zusätzliches Gericht kochen sollen. Daher: Helft mit – oder bietet zumindest eure Hilfe an! Bereitet eure vegane Version ggf. selbst zu.

Zur nächsten Familienfeier könnt ihr auch mal etwas Veganes mitbringen, oder ihr kocht einfach so für eure Familie. Unter www.peta2.de/Rezepte haben wir Rezepte und Küchentipps für euch. Wie wäre es zum Beispiel mit Raclette, einem Nudelsalat, einer veganen Grillparty oder einer Einladung zu Kaffee und Kuchen? Leckeres Essen ist immer ein tolles Argument für eine tierleidfreie Lebensweise. Damit zeigt ihr nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern auch, wie wichtig euch das Ganze ist – und mit mitgebrachten veganen Köstlichkeiten müsst ihr auch bei Familienfesten nicht hungern.


Sucht das Gespräch

Ihr seid euren Eltern wichtig, und sie meinen es in der Regel gut mit euch. Auch wenn sie vielleicht fürchten, eure vegetarische oder vegane Lebensweise macht mehr Arbeit, sind sie vor allem sicherlich besorgt, dass ihr nicht genügend Nährstoffe bekommt, um gesund zu bleiben. Sie regen sich vielleicht auf und es gibt Streit, aber dahinter stehen mit ziemlicher Sicherheit echte Sorgen. Fragt sie, was sie genau befürchten, was sie genau gegen eine vegetarische oder vegane Ernährung haben, und geht ruhig und sachlich auf ihre Einwände ein. Bittet sie, euch ernst zu nehmen, aber versucht auch, ihre Bedenken ernst zu nehmen – gemeinsam könnt ihr sie viel besser aus dem Weg räumen!


Macht euer Ding!

Nur weil ihr jetzt eure Ernährung umstellt, muss eure Familie nicht unbedingt mitziehen. Wir können total gut nachvollziehen, dass ihr gerne hättet, dass die Menschen, die ihr liebt und die euch nahestehen, eure Motivation verstehen und am besten künftig auch kein Fleisch mehr essen. Aber versucht nicht, eure Familie zu missionieren – schließlich möchtet ihr mit eurer Ernährungsweise genauso akzeptiert werden, wie eure Familie mit ihrer! Das könnt ihr auch ruhig so sagen: „Ich hätte gerne, dass ihr mich so akzeptiert, wie ich bin.“ Wenn ihr allerdings merkt, dass eure Familie grundsätzlich interessiert ist, könnt ihr sie auch fragen, ob sie mit euch eine Dokumentation anschaut. Oder ihr versucht, einen fleischfreien Tag in der Woche einzurichten. Vor allem aber solltet ihr eure Energien nicht unnötig verschwenden – eine Diskussion mit der Großmutter macht vielleicht nicht viel Sinn, und manchmal ist es besser, sich darauf zu einigen, dass man sich nicht einigen kann, und in Frieden weiterzuleben.


Für letzte Zweifel: das vegane Leben aus der Sicht eines Arztes

Um letzte Zweifel zu beseitigen, äußert sich hier noch der Arzt und Ernährungsexperte Dr. Ernst Walter Henrich über die vegane Ernährung. Das Video könnt ihr gerne auch euren Eltern zeigen. Zusätzlich gibt es hier ein PDF mit einer ärztlichen Analyse und Bewertung der veganen Ernährung.

Ernst Walter Henrich studierte Medizin in Köln und promovierte 1986 an der medizinischen Fakultät zum Dr. med. Er spezialisierte sich auf Gebiete der Gesundheitsvorsorge – insbesondere auf gesunde Hautpflege und gesunde Ernährung.

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