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Escapado

Feature zur neuen Platte "Montgomery Mundtot"


ESCAPADO haben sich in den letzten Jahren einen festen Platz in der deutschen Hardcore-Szene erspielt und mit ihrem neuen Album "Montgomery Mundtot", dass wieder auf Grand Hotel van Cleef erscheint, beweist die Band einmal mehr, dass man trotz LineUp-Wechsel an dem festhält was ESCAPADO ausmacht und es gleichzeitig wieder mal auf ein ganz neues Level befördert. Wir haben mit Sänger und Vegetarier Felix ein bisschen über das neue Album, seine Ernährung, Tierrechte und mehr gesprochen. Bitteschön!




Hi Felix, seit wann bist du Vegetarier und wie bist Du persönlich zu diesem Bewußtseinswandel gekommen? Ich ernähre mich seit ca. 5 Jahren vegetarisch. Wenn man Musiker ist und sich in einem entsprechenden Umfeld bewegt, setzt man sich mit Vegetarismus oder Veganismus schon fast automatisch auseinander. Sicherlich ist das schon ein bisschen zum „typischen Szeneverhalten“ avanciert, was aber alles andere als schlecht ist! Umso mehr Menschen werden damit konfrontiert. Wie auch ich damals. Durch Freunde und Bekannte kam ich also dazu, mich mehr darüber zu informieren und zog mir diverse Beiträge und Artikel rein. Dass Tiere für unser Konsumverhalten getötet werden, sollte ja jedem klar sein. Dieser Umstand ist in unserer Gesellschaft auch schon leider weitestgehend akzeptiert und wird sogar verniedlicht im Sinne von „Och ja, die armen Kleinen tun mir ja schon leid, aber es schmeckt doch so gut..“. Es war nicht nur das Töten selbst, das mich dazu bewegte. Es war viel mehr diese riesige und milliardenschwere Systematik, die da hinter steckt und die überhaupt nicht mehr aufzuhalten ist. Man traut ja seinen Augen nicht, wenn man sieht, wie lebende Tiere aufeinander gestapelt über ein Fließband purzeln, als „B-Ware“ aussortiert und in irgend einen Container geschmissen werden. Und genau das ist es ja, was diese Industrie bis heute leider ziemlich erfolgreich vor den Augen der Menschen versteckt hält. Man sollte meinen, wir sind alle größtenteils aufgeklärt, aber da haben diese Leute wirklich ganze Arbeit geleistet. Das hat es mir jedenfalls sehr leicht gemacht, auf Fleisch komplett zu verzichten.

Wir promoten ja aktuell unsere “Break The Chains”-Kampagne, in der wir uns für ein Verbot von Wildtieren in deutschen Zirkussen einsetzen, was ist Deine Meinung zum Thema Zirkus? Ich kann mich noch nicht mal daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen Zirkus besucht habe. Das muss im Kindesalter mit meinen Eltern gewesen sein. Und heute würde ich wohl auch nie auf die Idee kommen, dafür mein Geld auszugeben. Wahrscheinlich nicht mal für einen Zirkus ohne Tiere. Meine Meinung ist demnach einfach: Tiere haben in einem Zirkus nichts zu suchen, Wildtiere schon gar nicht. Wie soll ein Zirkus auch in der Lage sein, auf ständigen Reisen so etwas wie eine „artgerechte“ oder würdevolle Haltung zu gewährleisten? Von der Benutzung der Tiere als Belustigungsobjekte mit irgendwelchen bekloppten Kunststückchen mal ganz zu schweigen.

Wir haben gehört Ihr steckt aktuell in der Produktion Eures neuen Albums, oder ist das ganze mittlerweile bereits eingetütet? Wie lief die Arbeit im Studio, können wir uns auf neue Songs während der anstehenden Tour freuen und was ist Euer aktuelles Grundgefühl was ESCAPADO angeht? Das neue Album ist fertig, erscheint am 22.10.2010 und heißt „Montgomery Mundtot“. Wir sind verdammt stolz auf das, was wir da geschaffen haben und die ersten Reaktionen waren schon sehr positiv! Das empfinden wir nicht als selbstverständlich, denn Besetzungswechsel bieten natürlich immer ein paar Angriffspunkte, besonders beim Posten des Sängers. Aber das Album ist noch nicht mal draußen und man kann schon Dinge lesen wie „Viel Neues und doch alles beim Alten“. Das trifft es sehr gut, finde ich. Denn wir haben es tatsächlich geschafft, trotz der vielen und markanten Veränderungen immer noch unverkennbar ESCAPADO zu sein. Und das, ohne nachzudenken oder etwas zu erzwingen. Doch nicht nur Namen haben sich geändert, auch die Herangehensweise an das Album war neu. Die Arbeit im Tonstudio 45 bei Kurt Ebelhäuser war unglaublich angenehm und kreativ. Und im Gegensatz zu den Vorgängeralben ist diesmal eine Platte dabei heraus gekommen, die schon eher eine bestimmte Thematik behandelt. Bei „Montgomery Mundtot“ geht es um tiefe, menschliche Grundtendenzen, die in jeder erdenklichen Lebenslage ihren festen Platz eingenommen haben. Ich denke, die Hörer/Innen werden das schon verstehen, wenn sie die Platte hören. Die ersten Live-Konzerte in neuer Besetzung haben wir jedenfalls auch schon hinter uns und die neuen Songs kommen super an! Unser Grundgefühl ist in jeder Hinsicht einfach nur gut, besonders weil wir uns längst wieder als Band fühlen. Und das merkt man uns live auch an. Wir freuen uns jedenfalls tierisch auf die kommende Tour im November!

Veggie-Catering auf Tour: Ist das für Euch immer noch ein notwendiger Kompromiss oder könnt Ihr ganz normal futtern ohne dass Euch beim Soundcheck der Magen dazwischen knurrt? Wie ich schon bei deiner ersten Frage sagte, gehört vegetarisches oder veganes Essen ja meistens dazu, wenn man auf Tour ist. Ich finde das super, die anderen beiden Vegetarier auch. Ich habe höchst selten erlebt, dass ich mal wirklich Fleischgerichte serviert bekam. Außerdem sind die Kochkünste von Konzertveranstaltern oft verdammt gut! Schließlich bekochen die ja meistens schon jahrelang irgendwelche Bands. Vor Auftritten esse ich persönlich relativ wenig, oft fehlt mir einfach der Appetit. Der ist nach dem Konzert dann umso größer. Hat wahrscheinlich was mit der Nervosität zu tun. Das könnte sich auf Tour aber ändern, weil da spätestens nach einer Woche eine gewisse Routine Einkehr nimmt und irgendwann muss ich ja auch was essen.
 
 
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