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FAQ Vegan

"Warum versucht Ihr, anderen eure Meinung aufzudrängen? Ist das nicht eine persönliche Entscheidung?"
Moralisch gesehen, sind Handlungen, bei denen andere zu Schaden kommen, keine Sache der persönlichen Entscheidung. Mord, Kindesmissbrauch und Tierquälerei sind unethische Handlungen und nicht eine Frage der persönlichen Wahl. Die heutige Gesellschaft fördert den Fleischverzehr und die Massentierhaltung, aber es gab auch eine Zeit, da sie Sklaverei, Kinderarbeit und viele andere Praktiken guthieß, die heute global als falsch angesehen werden.

"Tiere töten andere Tiere, um sich zu ernähren, warum sollten wir es also nicht tun?"
Die meisten Tiere, die töten, um sich zu ernähren, könnten anders nicht überleben. Für Menschen trifft dies allerdings nicht zu. Es ist vielmehr so, dass wir besser dran wären, wenn wir kein Fleisch essen würden. Viele Tiere, darunter einige unserer engsten Verwandten unter den Primaten, sind Vegetarier. Wir sollten uns eher an denen orientieren als an den Fleischessern, wenn es um ein Vorbild für gesunde Ernährung geht.

"Tiere müssen sowieso eines Tages sterben, warum sollen wir sie also nicht essen?"
Auch die Menschen sterben, aber das gibt einem noch nicht das Recht, sie zu töten oder einem Leben voller Leiden auszusetzen.

"Behandeln die Bauern denn ihre Tiere nicht gut, damit sie mehr Milch oder Eier produzieren?"
Die Tiere in der Massentierhaltung nehmen Gewicht zu, legen Eier oder produzieren Milch - aber nicht, weil man sich so gut um sie kümmert, sie sich wohlfühlen und zufrieden sind, sondern weil man ihre Körper durch Medikamente, Hormone, Genetik und Managementtechniken manipuliert hat. Außerdem werden die Tiere, die der Nahrungsmittelgewinnung dienen, geschlachtet, wenn sie noch sehr jung sind, also gewöhnlich, bevor Krankheiten und ihre elenden Lebensbedingungen sie dezimieren. In der Intensivtierhaltung werden solche riesigen Zahlen an Tieren für die Nahrungsgewinnung gezüchtet, dass es billiger ist, ein paar Verluste hinzunehmen, als für humane Bedingungen zu sorgen.

"Was sollten wir mit all den Hühnern, Kühen und Schweinen anfangen, wenn alle vegan wären?"
Es ist unrealistisch anzunehmen, dass alle über Nacht aufhören, Tiere zu essen. Mit der sinkenden Nachfrage nach Fleisch werden auch weniger Tiere für die Nahrungsgewinnung gezüchtet. Die Bauern werden aufhören, so viele Tiere zu züchten, und sich anderen Arten der Landwirtschaft zuwenden. Wenn es weniger Tiere gibt, werden diese unter natürlicheren Bedingungen leben können.

"Wenn alle vegan würden, würden viele Tiere ja nie geboren. Ist das nicht noch schlechter für sie?"
Das Leben in der Massentierhaltung ist so elend, dass man sich wohl kaum vorstellen kann, wir würden Tieren einen Gefallen tun, wenn wir für ihre Geburt in solch furchtbaren Umstände sorgen, sie dann einpferchen, quälen und schlachten.

"Wenn alle nur noch Gemüse und Getreide essen, gäbe es dann noch genug zu essen?"
Ja. Wir verfüttern soviel Getreide an die Tiere, um sie für den Verzehr zu mästen, dass wir, wenn wir alle Vegetarier würden, genug Nahrung produzieren könnten, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. In den USA z.B. werden 70% des Mais, Weizens und der anderen Getreide, die wir anbauen, an Tiere verfüttert. Die Tiere auf der ganzen Welt verbrauchen eine Futtermenge, die dem kalorischen Bedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht - das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung.

"Haben Veganer nicht Probleme, ihren Eiweißbedarf zu decken?"
In den westlichen Ländern haben wir vielmehr das Problem, dass wir zuviel Protein bekommen, nicht zu wenig. Die meisten Amerikaner bekommen doppelt soviel Protein, wie sie brauchten, und zuviel Protein, insbesondere tierisches, kann das Risiko von Osteoporose und Nierenerkrankungen erhöhen.
Vollkornbrot, Haferflocken, Bohnen, Mais, Erbsen, Pilze und Broccoli enthalten ausreichend Protein, denn fast jedes Nahrungsmittel enthält Eiweiß. Wenn man sich nicht von großen Mengen Junk Food ernährt, ist es fast unmöglich, genug Kalorien zu sich zu nehmen, ohne genug Eiweiß zu erhalten.

"Müssen Menschen denn nicht Fleisch essen, um gesund zu bleiben?"
Sowohl das Amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) als auch die Amerikanische Vereinigung für Ernährung (American Dietetic Association) heißen eine vegetarische Ernährung gut. Studien belegen ferner, dass Vegetarier einen niedrigeren Cholesterinspiegel als Fleischesser haben und mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit an einer Herzerkrankung oder Krebs sterben. Der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten wurde nun schlüssig mit Diabetes, Arthritis, Osteoporose, verstopften Arterien, Fettleibigkeit, Asthma und Impotenz in Verbindung gebracht.

"Sind Menschen denn nicht von Natur aus Fleischesser?"
Es ist vielmehr so, dass eine vegane Ernährung dem menschlichen Körper viel besser entspricht als eine mit Fleisch. Fleischessende Tiere haben Klauen, einen kurzen Verdauungstrakt und lange, gebogene Fangzähne. Menschen haben flache, biegsame Nägel, und unsere eigentlichen "Fleisch"zähne, die Eckzähne, sind winzig, verglichen mit denen von Fleischessern und sogar denen von vegetarischen Primaten wie Gorillas und Orang-Utans. Unsere winzigen Eckzähne sind wesentlich besser dafür geeignet, in Früchte zu beißen als durch die festen Häute von Tieren. Wir besitzen flache Backenzähne und einen langen Verdauungstrakt, die für eine Ernährung bestehend aus Gemüse, Obst und Getreide gemacht sind. Der Verzehr von Fleisch ist für uns gesundheitsgefährdend und trägt zu Herzerkrankungen, Krebs und vielen anderen gesundheitlichen Problemen bei.

"Müssen Milchkühe denn nicht gemolken werden?"
Damit eine Kuh Milch produziert, muss sie kalben. Jede "Milchkuh" wird Jahr für Jahr geschwängert, damit ihr Milchfluss nicht versiegt. In der Natur würde das Kalb die Milch der Mutter trinken, und es bestände kein Bedarf, dass der Mensch diese Aufgabe übernimmt. In der Massentierhaltung jedoch werden Kälber ihren Müttern bereits ein bis zwei Tage nach der Geburt weggenommen, damit die Milch, die von Natur aus für das Kälbchen vorgesehen ist, vom Menschen getrunken werden kann. Weibliche Kälbchen werden entweder sofort geschlachtet oder aufgezogen, um selbst wieder Milchkühe zu werden. Die männlichen Kälbchen werden 16 Wochen lang in winzige Kälberboxen gepfercht, die so klein sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können.
Wegen der hohen Nachfrage nach Milchprodukten werden Kühe genetisch manipuliert und mit Wachstumshormonen gefüttert, um so zu erzwingen, dass sie Milchmengen produzieren, die jenseits jeder natürlichen Grenze liegen. Und selbst diejenigen Bauern, die Tiere nicht in Intensivhaltung halten, müssen die Kälbchen loswerden, die sonst die Milch trinken würden, und schicken die Mütter zum Schlachter, wenn ihre Milchproduktion nachlässt.

"Ich kenne einen Veganer, der nicht gesund ist. Ist vegan Leben wirklich gut für die Menschen?"
Es gibt gesunde und ungesunde Veganer, aber Ärzte sind sich einig darin, dass Veganer, die eine abwechslungsreiche, fettarme Ernährung zu sich nehmen, eine wesentlich größere Chance haben, länger und gesünder zu leben als Fleischesser.

"Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, Fleisch zu essen? Ich habe das Tier ja nicht getötet."
Du hast das Tier vielleicht nicht mit eigenen Händen getötet, bist aber der Auftragsmörder, denn du hast jemanden bezahlt, der es für dich getan hat. Jedes Mal, wenn du Fleisch kaufst, wurde in deinem Namen getötet, und du hast dafür bezahlt.

"Wenn Ihr draußen auf See auf einem Boot verhungern würdet, würdet Ihr dann ein Tier essen?"
Wir wissen es nicht. Menschen können extreme Dinge tun, um ihr eigenes Leben zu retten, sogar Unschuldigen wehtun. (Menschen haben in solchen Situationen sogar schon andere Menschen getötet und gegessen.) Dieses Beispiel ist jedoch für die Entscheidungen, die wir in unserem täglichen Leben treffen, nicht relevant. Die meisten von uns sind in dieser Hinsicht nicht in einer Notlage, und es gibt für sie keine Entschuldigung, Tiere für die Ernährung zu töten.

"Hühner legen von Natur aus Eier. Was ist also verkehrt daran, Eier zu essen?"
Die wahre Grausamkeit der Eierproduktion liegt in der Behandlung der "Lege"hennen, die womöglich von allen Tieren in der Massentierhaltung am schlimmsten missbraucht werden. Jedes Ei aus der Intensivtierhaltung steht für etwa 34 Stunden Elend und stammt von einer Henne, die mit sage und schreibe fünf weiteren Hühnern in einen Käfig von der Größe etwa eines DIN A4 Blattes gepfercht wurde. In der Intensivtierhaltung stehen die Käfige hoch übereinandergestapelt, und die Exkremente der Tiere aus den oberen Reihen fallen auf die in den Käfigen darunter. Die Hennen lahmen und bekommen Osteoporose, weil sie zu völliger Bewegungslosigkeit verdammt sind und aufgrund des großen Kalziumverlustes resultierend aus der ständigen Eiablage. Die Füße mancher Vögel wachsen um die Gittersprossen am Boden, so dass sie unfähig sind, den Futtertrog zu erreichen, und verhungern. Im Alter von nur zwei Jahren haben die meisten Hennen "ausgedient", und dann geht es ab zum Schlachter. Außerdem haben Eierproduzenten keinen Bedarf für männliche Hühner. Daher werden sie erstickt, geköpft, zerquetscht oder bei lebendigem Leibe zermahlen.

"Können Fische Schmerz empfinden?"
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Fische Schmerzen empfinden können. Dr. Donald Bloom, der Tierschutzbeauftragte der britischen Regierung meint:
"Anatomisch, physiologisch und biologisch ist das Schmerzsystem eines Fisches praktisch dasselbe wie bei Vögeln und Säugetieren." Fische besitzen ein vollständig ausgebildetes Gehirn und Nervensystem sowie einen sehr empfindlichen Mund. Fische benutzen ihre Zunge und ihren Mund wie die Menschen ihre Hände: um Nahrung zu fangen oder zu sammeln, Nester zu bauen und ihre Kinder vor Gefahren zu schützen. Fische empfinden außerdem Angst. Eine Studie aus Australien fand heraus, dass Fische, wenn sie gejagt, eingepfercht oder anderweitig behandelt werden, mit erhöhter Herz- und Atemfrequenz sowie einem Ausstoß an Adrenalin reagieren, genauso wie Menschen.
 
 
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