Tierische Mitbewohner

Viele Menschen wünschen sich einen oder mehrere tierische Mitbewohner. Die Entscheidung für einen vierbeinigen Begleiter sollte aber in jedem Fall wohlüberlegt sein, denn häufig benötigen Tiere mehr Zeit, Aufmerksamkeit und auch Geld als es zunächst erscheint. Setzt euch daher bitte immer intensiv damit auseinander, welchem Tier, bzw. bei sozial lebenden Tieren, welcher Gruppe von Tieren, ihr ein gutes Zuhause bieten könnt.
Fachliteratur oder Internetforen und Websites können euch einen guten Einblick in die Pflege und die Bedürfnisse der Tiere geben. Dabei solltet ihr alle Quellen kritisch betrachten – immer noch werden teilweise absolute Mindeststandards kommuniziert oder auch unzutreffende Angaben gemacht. Bedenkt dabei auch immer, dass viele Tiere 10, 15 oder sogar 80 Jahre alt werden können.

Wenn ihr eine verantwortungsbewusste Entscheidung gefällt habt, stellt sich immer die Frage: Woher bekomme ich das Tier? Wir möchten euch darum bitten immer ins Tierheim zu gehen. Denn egal ob Kaninchen, Meerschweinchen, Hund, Katze oder Vogel: All diese Tiere – und viele andere – warten in Tierheimen oder Pflegestellen auf ein neues Zuhause.
Jedes Jahr landen über 300.000 Hunde, Katzen, Kaninchen, Reptilien und andere Tiere in deutschen Tierheimen – und sie müssen immer länger auf eine zweite Chance warten. (1) Manche von ihnen finden gar kein neues Zuhause und bleiben ihr Leben lang im Tierheim! Dessen ungeachtet züchten unverantwortliche Menschen weiterhin Tiere – für ihren Profit oder den Rassenwahn.
Immer wieder müssen Tierheime aus finanzieller Not und Platzmangel heraus Aufnahme-Stopps verhängen, da sie der Flut an abgegebenen und ausgesetzten Tieren nicht mehr Herr werden. Gleichzeitig werden dennoch weiterhin Hunde gezüchtet, obwohl es bereits eine derart große Überpopulation gibt. Ein Gang zum Züchter oder Zoohändler kurbelt dieses Problem weiter an.
In Tierheimen sitzen übrigens nicht bloß Hunde von sogenannten „Vermehrern“. Häufig landen hier Tiere, weil ihr bester Freund aus diversen Gründen nicht mehr für sie sorgen kann, z.B. aus Krankheitsgründen.

Im Tierheim findet jeder künftige Tierhalter zweifellos genau den tierischen Freund, der perfekt zu ihm passt.

PETA.de/Tierheim

Warum kein Hund vom Züchter?

Viele Menschen erliegen noch immer dem Irrglauben, dass sie bei Züchtern gesunde und unkomplizierte Welpen finden. Doch bei der Suche nach einem – möglichst kostengünstigen – neuen Familienmitglied stößt man vor allem im Internet, aber auch im Kleinanzeigenteil regionaler Zeitungen auf viele miese Geschäftemacher.
Ungeachtet des Leids der einzelnen Tiere in der Zucht kann es vor dem Hintergrund der ohnehin bereits überfüllten Tierheime keine guten Züchter geben: Denn jeder neugeborene Welpe und jedes kleine Kätzchen nimmt einem anderen Tier, das dringend auf ein neues Zuhause wartet, die Chance auf eine Vermittlung. Auch Einzelpersonen, die ihre Tiere „nur einmal“ Nachwuchs bekommen lassen, tragen zur massiven Überzahl an Hunden und Katzen bei.

Tierschutzwidrige Zustände

Tierschutzwidrige Zustände in der profitorientierten Zucht sind kein Einzelfall: Recherchen von PETA haben schon häufig aufgezeigt, welch katastrophale Bedingungen hinter den Kulissen der Zuchtindustrie herrschen. Kleintiere, aber auch immer mehr Hunde, werden von Großzüchtern massenhaft „produziert“ und gewinnbringend vermarktet. Das Individuum gerät dadurch völlig in Vergessenheit. Wenn ein Tier krank oder verletzt ist, würde ein Besuch durch den Tierarzt schlichtweg zu viel kosten, als dass es sich auf die Masse gerechnet für den Züchter lohnt. Viele Tiere werden in völlig überfüllten Käfigen gehalten, wieder andere sitzen als soziale Tiere alleine hinter Gittern. Für den Nachwuchs bedeuten diese Zustände eine Tortur von wenigen Wochen – für die Mütter, die als Gebärmaschinen ausgebeutet werden, lebenslanges Leiden. Die Bedürfnisse der Tiere zählen nicht.
Kommerziellen Züchtern geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern um ihren persönlichen Profit. Die Nachfrage bestimmt dabei das Angebot – und so kurbelt jeder Kauf beim Züchter oder Händler, auch aus Mitleid, die weitere „Produktion“ an.

Rassenwahn: Tierleid für menschlichen Größenwahn

Neben dem Profit geht es in der Zucht auch darum, Tiere nach bestimmten Vorstellungen und Formen zu schaffen. Hunde, Katzen, Kaninchen, Kanarienvögel und andere Tiere werden auf spezielle „Rasse“-Merkmale hin gezüchtet: Die entsprechenden Zuchtverbände stellen sogenannte Zuchtziele auf, die bestimmte Merkmalsausprägungen zu Körperform, Haar- oder Federfarbe und vielem mehr penibel vorschreiben. (2) Und Züchter wetteifern miteinander, angeblich „perfekte“ Tiere zu „schaffen“.
Das Wohl und die Gesundheit der Tiere interessiert dabei nicht – die Züchter nehmen ganz bewusst erhebliches Tierleid in Kauf. So leiden viele Tiere ihr Leben lang unter zuchtbedingten Merkmalsausprägungen. Hunde mit extrem kurzen Nasen, Katzen ohne Schwänze, Kanarienvögel, die aufgrund der Federhauben nicht sehen können, und viele mehr. Obwohl § 11b Tierschutzgesetz die Zucht von sogenannten Qualzuchten verbietet (3), also von Tieren, die unter anderem aufgrund der ausgeprägten Merkmale Schmerzen oder vermeidbaren Leiden ausgesetzt sind, wird dieses Verbot nicht effektiv umgesetzt: Völlig überzüchtete Tiere sind auf den Straßen immer häufiger zu sehen – wie französische Bulldoggen oder Möpse, die in der Regel unter Atemnot leiden.

PETA.de/Biggi
PETA.de/Rassenwahn

Wer ein Tier vom Züchter kauft, handelt daher niemals im Sinne des Tierschutzes. Über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier sollte stets der Charakter eines Tieres entscheiden, nicht jedoch sein Aussehen, seine Fellfarbe oder ein bestimmter „Rassename“ im Ausweis. Und selbst, wer sich unbedingt ein Jungtier oder ein Tier einer bestimmten „Rasse“ wünscht, wird im Tierheim oder bei privaten Pflegestellen fündig. Kein Tierfreund sollte die „Produktion“ von neuen Tieren fördern, während unzählige Vierbeiner bereits auf ein Zuhause warten.


Warum kein Tier aus dem Zoohandel?

Auch wer ein Tier in einer Zoohandlung kauft, unterstützt unweigerlich weiteres Tierleid und nimmt Tieren im Tierheim die Chance auf ein neues Zuhause. Recherchen von PETA haben wiederholt gezeigt, welch grausamen Zustände hinter den Kulissen der Zucht- und Zoohandelsindustrie herrschen. Kleintiere, aber auch immer mehr Hunde, werden von Großzüchtern massenhaft „produziert“ und gewinnbringend vermarktet. Das Wohlergehen des einzelnen Tieres gerät dabei völlig in Vergessenheit. Viele Tiere werden in kleinen, völlig überfüllten Käfigen gehalten; soziale Tiere sitzen in Einzelhaft hinter Gittern. Muttertiere werden als Gebärmaschinen missbraucht. Kranke und verletzte Tiere werden aus Kostengründen in der Regel nicht tierärztlich behandelt. Unverkäufliche „Ladenhüter“ werden in vielen Fällen getötet und entsorgt oder als „Frostfutter“ für exotische Tiere verkauft. Die Tötung findet dabei oftmals auf grausame Weise, z. B. durch Erschlagen oder lebendiges Einfrieren, statt.

PETA.de/Zoohandel

Heimtierschutzgesetz

Weil Tiere in der Privathaltung ebenso wie in der Zucht und im Handel kaum durch Gesetze geschützt sind, fordert PETA von der Bundesregierung endlich die Verabschiedung eines Heimtierschutzgesetzes. Wir erhalten täglich Anfragen von Tierfreunden bezüglich schlechter Tierhaltung und Tierleid in Zoohandlungen, bei Züchtern, auf Märkten oder in Privathaltung. In den allermeisten Fällen ist die mangelhafte Haltung der Tiere jedoch rechtlich zulässig, was es wesentlich schwerer bis unmöglich macht, dagegen vorzugehen. Im Grunde darf in Deutschland jeder „sein Haustier“ so halten, wie er möchte, solange das Tier dabei keine groben und offensichtlichen physischen Schäden davonträgt – das müssen wir ändern! Bitte helft uns, indem ihr unsere Petition unterschreibt:

PETA.de/Heimtierschutzgesetz

Reptilien

Seit einigen Jahren geht der fragwürdige Trend der Heimtierindustrie immer mehr in Richtung Reptilien und Amphibien. Viele Menschen wollen etwas „Ausgefallenes“ und kaufen so – oft aus einer spontanen Laune heraus – einen Königspython, eine Kornnatter, einen Leguan oder eine Bartagame im Zooladen, auf einer Reptilienbörse, im Internet oder im Baumarkt. Ein Großteil dieser Tiere wird aufgrund falscher Haltungsbedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit frühzeitig sterben.1 Vielen Haltern ist nicht bewusst, dass es sich bei Reptilien, Amphibien aber auch „exotischen“ Kleinsäugern, wie Weißbauchigeln, um Wildtiere mit ausgesprochen spezifischen Bedürfnissen handelt. Ihren natürlichen Lebensraum in Gefangenschaft „nachzubauen“, ist unmöglich und nicht im Interesse des Tierrechts.

Hinter den Kulissen der Zuchtindustrie herrschen teilweise unfassbare Zustände; auf Börsen werden die empfindlichen Tiere wie Ware verramscht. Zahllose Tiere werden noch immer in ihrem natürlichen Lebensraum gefangen und in alle Welt verschickt. Informiert euch hier über die Hintergründe, die potenzielle Gesundheitsgefahr für den Menschen und den angeblichen Mehrwert für den Natur- und Artenschutz:

PETA.de/Reptilien

Was ihr tun könnt

Kauft niemals ein Tier im Zoohandel, auf Tiermärkten, im Internet oder beim Züchter. Wenn ihr wirklich bereit seid, ein Tier bei euch aufzunehmen, geht ins Tierheim! Dort könnt ihr euch auch ehrenamtlich engagieren und z. B. mit Hunden spazieren gehen, die noch auf ein neues Zuhause warten.

Wenn ihr euer Zuhause mit einem Tier teilt, denkt immer daran, nicht zur Überpopulation von Tieren beizutragen und eure tierischen Freunde sterilisieren bzw. kastrieren zu lassen.

PETA.de/Kastration

Diese Fragen solltet ihr euch stellen, wenn ihr vorhabt, ein Tier bei euch aufzunehmen.

Wer ein Tier aus einem anderen Land adoptieren möchte, sollte ebenfalls einiges beachten. Was genau haben wir hier zusammengefasst.



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Quellenangaben:
(1) Nach Angaben des deutschen Tierschutzbundes hat sich die Verweildauer der Tiere erhöht: Tierheime in Deutschland Mai 2010, S. 7.
(2) Genaue Vorgaben zu den Zuchtzielen von Kanarienvögeln sind beispielsweise auf der Homepage des DKB – Deutscher Kanarien- und Vogelzüchter-Bund e.V. unter dem Reiter „Fachgruppen“, „Fachgruppe Farben u. Positur“ zu finden: www.dkb-online.de
(3) Obwohl ein Gutachten zur Auslegung des § 11b TierSchG das Qualzuchtverbot erläutern soll, wird es nicht effektiv umgesetzt. www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Tier/Tierschutz/GutachtenLeitlinien/Qualzucht.pdf?__blob=publicationFile


 
 
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