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Kmpfsprt – Keine Knochen sondern Grünzeug

Wer bei Kmpfsprt an Verletzungen denk, liegt nur teilweise richtig. Bei Konzerten wird es schon mal vorkommen, dass so mancher nicht ganz ohne Schmerzen nach Hause geht. Abseits der Bühne aber haben sich die Jungs Gewaltverzicht und Mitgefühl auf die Fahnen geschrieben, denn die ganze Band sagt konsequent NEIN zu Fleisch. Im Interview mit Dennis und David von Kmpfsprt erfahrt ihr mehr über eine sympathische Band mit Message, die uns definitv sehr gut gefällt.

Hallo Dennis und David, KMPFSPRT is(s)t vegetarisch, stimmt's? Dennis: Ja, das ist richtig. Wir sind alle vier Vegetarier, teilweise schon seit vielen Jahren. Wir haben zwar nie bewusst nach Bandmitgliedern gesucht, die auch Vegetarier sind, aber es ist schon ein gutes Gefühl, wenn alle in der Band diese Einstellung vertreten.

Was gab für euch persönlich den Ausschlag, auf Fleisch zu verzichten? Dennis: Ich bin mit vegetarischer Ernährung über die Punk- und Hardcore Szene in Kontakt gekommen, als ich so 16 /17 Jahre alt war, wurde aber zunächst von der doch sehr militanten Einstellung einiger Freunde eher von dieser Lebenseinstellung abgeschreckt. Erst nach und nach hat sich erschlossen, wie wichtig vegetarische Ernährung für mich und meine Umwelt ist, es gibt also kein Schlüsselerlebnis. Interessanterweise sind die meisten meiner damaligen Freunde heute leider wieder Fleischesser...
David: Bei mir war es ähnlich. Ich habe mit 16 zum ersten mal "Cats & Dogs" von den Gorilla Biscuits und "No More" von Youth of Today gehört. Ein Jahr später dann "Meat is Murder" von The Smiths. Da ich eh schon immer stark antifaschistisch eingestellt war und jede Form von Diskriminierung abgeleht habe, haben diese Songs unglaublich viel Sinn für mich gemacht. Kurze Zeit darauf war ich Vegetarierer, noch etwas später vegan. Das ist mittlerweile fast 20 Jahre her. Seitdem habe ich nie wieder Fleisch angerührt.

Ihr thematisiert Tierrechte auch in euren Songs. Wie wichtig ist es euch diese Form des Aktivismus? Dennis: Für die meisten von uns ist es das erste Mal, dass wir in einer Band spielen, in der alle hinter diesem Thema stehen. Um so wichtiger war es uns, dies auch in den Texten zu verarbeiten. Für mich war es damals sehr wichtig, Bands wie PROPAGANDHI zu hören, die einen klaren Standpunkt bezogen. Dies hat mich in meinen Entscheidungen, Vegetarier zu werden, kein Sexist, Rassist oder generell Arschloch zu werden vielleicht nicht maßgeblich beeinflusst, aber doch unterstützt. Es war einfach gut zu hören, dass da draussen auch noch andere sind, die ähnlich dachten und mir neue Denkanstöße gaben. Wenn wir ähnliches für andere Menschen leisten könnten, wäre ich mehr als glücklich. Daher ist mir sehr wichtig, eben auch Vegetarismus in unseren Texten zu thematisieren.
David: Es würde für mich keinen Sinn machen, nur über die Unterdrückung von Menschen zu singen. Wir lehnen als Band und als Individuen jede Form von Unterdrückung ab, also auch die von Tieren. Es gab in den 90ern mal einen Hardcore-Sampler namens "Voice of the Voiceless". Diese Stimme wäre ich auch gerne mit KMPFSPRT. Wenn wir das leisten können, was Gorilla Biscuits und Co. früher für uns getan haben, wäre ich mehr als glücklich.

Tierschutz / Tierausbeutung im Jahre 2012. Was gibt es für euch Gutes bzw. Erschreckendes zu melden? Dennis: Ich versuche, bei all dem Leid, die Dinge positiv zu sehen. Ich habe das Gefühl, dass das Thema Vegetarismus in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, und auch in den Medien stärker vertreten ist. Ich bin seit 15 Jahren Vegetarier, und in dieser Zeit hat sich so viel verändert. Mir ist klar, dass es noch vieles zu tun gibt, aber so viel Bewegung in diesem Thema hab ich lange nicht erlebt.
David: Ich sehe das ähnlich wie Dennis. Es war noch nie so einfach wie jetzt, in Deutschland Vegetarier zu sein. Als ich Mitte der Neunziger damit angefangen habe, gab es noch kein Tofu im Aldi. Wir haben damals von Mr. Tom und Zartbitterschokolade gelebt, haha. Die Basis ist also sehr viel breiter geworden, was natürlich eine super Sache ist. Dafür sehe heute ich aber auch kritisch, dass Teile der Tierrechtsbewegung ihren Kampf von dem der Menschenrechte abkoppeln und nur noch für Tiere da sind. Für mich hat der Kampf um die Befreiung Hand in Hand zu gehen. Ohne befreite Menschen wird es niemals befreite Tiere geben, da diese auf uns angewiesen sind. Ich sehe das Ganze also als ein zusammenhängendes Konzept und würde mir von Teilen der Tierrechtsszene etwas weniger Moral und etwas mehr Wissen um die Zusammenhänge zwischen Tier- und Menschenrechten wünschen.


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