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Albino - veganer Tierrechtler & Rapper

Nachdem wir euch mit Callya ja schon die absolute Tierrechts-Rap Keule gegeben haben, wartet nun unser nächstes Goldstück in den Startlöchern: Albino – der Name steht für deepe Beats, intensive Texte und einen tollen Menschen dahinter.

„Speziesismus heißt der Virus, den die Menschen in sich tragen. Man selbst ist sich der nächste, hat keinen Grund sich zu beklagen. Moderne Sklaven der Menschheit - und die entscheidet, welches Tier zum besten Freund wird - und welches leidet. Der eigene Vorteil zählt, Bedürfnisse der Tiere wenig. Wissen wie das Schnitzel vorher aussah will man eh nicht. Thema erledigt! Ein Leben in der Hölle - für den kurzen Gaumengenuß - für das Gefühl der Völle. Wenn der Hunger kommt, geht die Moral derbe flöten. Ignorante Menschen tragen Pelze ohne zu erröten. Verrückte Welt - Schlachthöfe gleich Schlachtfelder .So bestimmt Tragik den Raum, in Massen fließen Gelder. Kühe und Schweine werden degradiert - zu Maschinen. Und die Lobby muss sich nicht mal groß anstrengen um zu kaschieren. Macht euch die Erde Untertan, ein Irrtum der Geschichte. Das größte Verbrechen, dessen Schatten ich hier belichte.“ Albino – Ohne Rechte

Der smarte Mittdreißiger trifft mit seinen gefühlvollen Songs genau den Zahn der Zeit und spricht den meisten Tierrechtlern aus der Seele. Auf jeder After-Demo-Party ein gern gesehener Gast, konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen uns mal mit dem jungen Mann zusammen zu setzen.


Checkt hier also unser Interview:

Rap mit Herz und Verstand: Albino

Hey Albino, supercool, dass du dir die Zeit nimmst uns ein paar Fragen zu beantworten. Wir wissen ja, dass du gerade ziemlich busy bist. Erzähl doch mal eben: Wie sehen so deine aktuellen Projekte aus?

Na ja, zum einen habe ich jeden Tag ein sehr großes, faszinierendes und auch zeitintensives Projekt am laufen, das Betreuen meiner beiden kleinen Töchter. Darüber hinaus versuche ich aber auch, neue musikalische Projekte umzusetzen. Da ist einmal die gemeinsame CD mit Callya, die sich produktionstechnisch gerade in der Endphase befindet. Unter anderem wird auf dem Album auch ein neuer Tierrechtstrack enthalten sein, nicht verwunderlich wenn 2 vegane Rapper zusammenarbeiten! Wir peilen eine Veröffentlichung im April 2010 an. Nach dem Release wollen wir das Projekt dann auch live präsentieren.
Als Zweites arbeite ich derzeit an meinem neuen Soloalbum „Leben“. Die Beats sind ausgesucht, die Texte zu 90 % fertig und die Hälfte ist auch schon aufgenommen. Und zu guter Letzt ist da ja auch noch das Plan 88 Projekt mit Madcap, das auch demnächst wieder verstärkt neue Songs angehen wird. Ich bin gerade sehr glücklich über den ganzen musikalischen Output, das gibt mir enorm viel Kraft.

Hatte deine politische Einstellung Einfluss auf den Schritt zum Veganismus oder andersherum?

Das ist natürlich nicht voneinander zu trennen. Ich hatte immer schon das persönliche Ziel, mich selbst in eine positive Richtung weiterzuentwickeln. Wie die meisten anderen Lebewesen möchte ich glücklich sein, aber innerhalb einer gewalttätigen Gesellschaft mit ihrem ausbeuterischen und für die meisten Tiere tödlichen Gesellschafts- Wirtschafts- und Finanzsystem ist dies nur auf eine verlogene Art möglich. Das zwingt mich dazu, mich für meine Ziele einzusetzen, Stellung zu beziehen und für eine gewaltfreie, offene, herrschaftsfreie und solidarische, kurz, emanzipatorische Gesellschaft einzutreten. Da ist der Veganismus natürlich eine Selbstverständlichkeit. Die Revolution beginnt letztendlich in und bei uns, und da ist die vegane Revolution ein wesentlicher Teil von. Richtig bleibt natürlich, dass eine tatsächliche Befreiung nichtmenschlicher Individuen und der Menschen nur mit der Überwindung des Kapitalismus zu erreichen ist. Tierrechte und Tierbefreiung sind meiner Ansicht nach also nur im Gesamtkontext denkbar. Dies erfordert eine umfassende Analyse der bestehenden gesellschaftlichen Realitäten, die Tierausbeutung und andere Unterdrückungsformen wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus usw. erst legitimieren und ermöglichen. Ich sehe mich als Teil einer Bewegung, die das soziale Verhältnis, in dem sich Mensch und Tier befinden, verändern und überwinden wollen, statt so genannten Tierschutz zu betreiben, der die ausbeuterischen Strukturen sogar festigt, statt sie in Frage zu stellen.

Inwieweit lässt du deine persönliche, politische Einstellung in deine Musik einfließen?

Zu 100 Prozent, seit dem ich angefangen habe Musik zu machen. Den ersten Song nahm ich 1996 auf. Der Track hieß „Lübeck“ und thematisierte den Brand in einem Lübecker Asylantenheim. Dabei starben 10 Bewohner, eine wirkliche Aufklärung kam nie zu Stande. Solche Geschichten, Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten die zum Himmel stinken und keinen Platz in den Medien fanden, so etwas wollte und will ich mit meinen Raps in die Öffentlichkeit bringen. Tierausbeutung war auch eine wesentliche Motivation. Ich nahm mir vor: dort wo ich spiele sollen die Menschen mit dieser allgegenwärtigen Form von Gewalt, die die meisten von ihnen ausüben, konfrontiert werden.
In Zeiten von Krieg, großer Armut, von täglich zehntausenden verhungernden Kindern, von einer nicht zu beschreibenden Brutalität gegenüber nichtmenschlichen Individuen kann ein Mensch meiner Ansicht nach keine unpolitische Musik machen.

Bewegst du dich ausschließlich in der Hip Hop Szene oder könntest du dir auch mal einen Ausflug in beispielsweise die Rock-Szene vorstellen?

Na klar. Ich bin immer offen für neue spannende Projekte. Ich habe beispielsweise mit dem veganen Tierrechtler Georg Hemprich a.k.a Peryton Rap und Chanson zusammengeführt. Vor kurzem habe ich meinen ersten Gesangstext geschrieben, ein Tierrechtslied für Kinder. Ich hätte auch Lust mehr in Richtung Spoken Word zu gehen. Mal schauen, Hip Hop ist auf jeden Fall meine musikalische Heimat und da wird sich so schnell nichts dran ändern.

Was bedeuten dir nicht-menschliche Tiere und wieso bist du vegan geworden?

Sie bedeuten mir genauso viel, wie menschliche Individuen. Uns verbindet das Leben, das höchste Gut, dass uns allen gemein ist. Lebewesen, die nicht zur Gattung Mensch gehören, sind gleichwohl fühlende Individuen mit konkreten Bedürfnissen. Sie empfinden wie wir Schmerzen und können leiden. Dies ist mittlerweile unumstritten und trotzdem wird diese fundamentale Tatsache von unserer speziesistischen Gesellschaft konsequent ignoriert. Das Ergebnis dieser Ignoranz stellt für mich eine nicht zu akzeptierende Brutalität dar gegen die ich mich wehre. Tiere wollen leben. Leben um ihrer selbst willen. Sie leben nicht für uns, genauso wenig, wie wir für irgendjemanden leben. Tiere sind keine Lebensmittel, keine Ware, sondern Individuen, die ich respektiere.

Wie lange bist du nun schon vegan und viel wichtiger: wie fühlst du dich damit?

Ich lebe seit 1999 vegan und es ist für mich eine Selbstverständlichkeit geworden, die mir in keiner Weise dass Gefühl gibt, mich irgendwie einschränken oder Verzicht ausüben zu müssen. Es ist einfach eine neue Normalität entstanden, die für jeden entsteht, sobald er oder sie sich drauf einlässt.

Hast du ein Lieblingsrezept? Komm, hau raus. ☺

Oh da gibt’s so unendlich viele leckere Sachen. Zum einen empfehle ich Callya‘s Empfehlung im letzten Interview! Ich selber mache öfter veganen Kräuterkäse.

Ein Portion:
2 Esslöffel weisses Mandelmus
3 Esslöffel Nährhefeflocken
1 halben Teelöffel Gemüsebrühe
1 Spritzer Zitrone
50 ml Soja Cremig nehmen, dass die Konsistenz gut ist (nicht zu flüssig machen)
Und (am besten frischen) Schnittlauch
Eventuell noch ein bisschen Wasser
Sojawürstchen im Schlafrock sind auch immer gern genommen. Blätterteig mit einer Mischung aus Senf, Currypaste und Ketchup beschmieren, Soja Würstchen reinpacken, einpacken, mit ner Gabel den Rand fest drücken und ab in den Ofen.


Danke für das Interview!
 
 
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