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Pascal: Ein Leben für die Tiere auf Hof Butenland

Es gibt Leute, die können es kaum erwarten mit der Schule fertig zu werden, um endlich BWL studieren zu gehen und der großen Kohle hinterher zu jagen, andere wollen in die großen Städte und jeden Abend Party und dann... gibt es Leute wie Pascal, denen die Ruhe eines ganz abgeschiedenen Landstrichs an der Nordseeküste viel lieber ist: Dort kann er seine Kraft und Zeit für Tiere einsetzen, denen die Menschen meist übel mitgespielt haben. Pascal lebt selbstverständlich vegan und ist Auszubildender auf Hof Butenland, einem unglaublich schönen Gnadenhof & Kuhaltersheim in der Nähe von Bremerhaven. Wir haben uns bei einem Besuch auf Hof Butenland (die Gründe für unseren Besuch erfährst Du bald!) mit Pascal unterhalten und eins vorweg: Pascal ist ein 1A Typ!

Samuell & Pascal verbindet eine ganz besondere Freundschaft.

Hey, wie bist Du überhaupt auf Hof Butenland aufmerksam geworden und hat es sich schwierig gestaltet Jan und Karin davon zu überzeugen, dass Du für länger dort bleibst? Ich war vor einem Jahr auf dem Veggie Streetday in Dortmund und habe dort Karin und Jan am Infostand von Hof Butenland kennen gelernt. Ich war damals auf der Suche nach einem Praktikum, um die Zeit bis zum angestrebten Studium zu überbrücken. Ruck Zuck verging ein Jahr auf dem Hof und ich hatte die Lust zu studieren verloren. Es war nur etwas schwierig meinen Eltern klar zu machen, dass ich lieber weiterhin Ställe ausmiste, als studieren zu gehen. Karin und Jan waren von Anfang an einverstanden.

Wie sieht Dein Alltag auf Butenland aus? Was hält Dich auf Trab und was sind Deine täglichen Aufgaben? Mein Tag beginnt mit dem Füttern der Tiere und setzt sich dann mit dem Ausmisten der Ställe fort. Das Ausmisten und frisch Einstreuen nimmt die meiste Zeit in Anspruch, gerade wenn die Temperaturen abnehmen und die Tiere sich bevorzugt im Stall aufhalten. Dann gibt es einzelne Tiere, die besonders gepflegt werden müssen, da sie krank sind. Nach ihnen schaue ich und versorge sie mit Wasser und Futter. Zu den alltäglichen Arbeiten kommen aber immer wieder Dinge, die nicht planbar sind. So fahre ich mit erkrankten oder verletzten Tieren zum Tierarzt oder helfe, wenn eine Kuh in den Klauenstand muss. Diese Abwechslung ist wichtig und lässt keine Langeweile aufkommen.

Natürlich habt Ihr zu allen Tieren auf Butenland ein ganz besonderes Verhältnis, aber gibt es jemanden, zu dem Du dort eine besondere Beziehung aufgebaut hast? Im Allgemeinen ist die Beziehung zu kranken Tieren intensiver, da sie eben zeitaufwendiger betreut werden müssen. Gisela ist zum Beispiel eine Kuh die mich sehr beeindruckt, ja, die ich sogar bewundere. 17 Jahre lang wurde sie von den Menschen als Milchkuh ausgebeutet, was ihr auch anzusehen ist. Ihre Hinterläufe sind versteift, auf einem Auge ist sie blind und sie wirkt wie ein reines Knochengestell. Wir haben sie schon mehrfach fast aufgegeben, weil sie nicht mehr aufstehen konnte. Doch sie kämpft immer weiter und steht auf, wenn keiner mehr mit ihr rechnet. Sie verkörpert das Leid und den Kampf gegen die Massentierhaltung besser als jedes andere Tier auf Butenland.

Butenland ist ja mit seiner Lage ganz oben an der Nordseeküste nicht gerade Kreuzberg oder das Schanzenviertel - bist Du oft einsam? Wie sieht es dort mit Gleichaltrigen aus und was machst Du wenn Du mal Stadtleben oder Konzerte, etc. willst? Die Einsamkeit hält sich in Grenzen, da ich hier unter Gleichgesinnten bin. Außerdem habe ich ja die Tiere, die zu mir halten und mich nie im Stich lassen. Bei Menschen kannst du dir da nie wirklich sicher sein. Wenn ich mal auf ein Konzert will und ich dafür weiter wegfahren muss, dann sage ich Jan und Karin rechtzeitig Bescheid, sodass sie gegebenenfalls eine Aushilfe suchen können. Selten gibt es auch Konzerte in der nahen Umgebung. Dann kann ich am nächsten Tag trotzdem arbeiten, denn der Tag beginnt hier ja nicht so früh wie in der klassischen Landwirtschaft. Unsere Kühe müssen ja nicht gemolken werden.

Jan, Karin & Pascal bilden das menschliche Team von Hof Butenland!

Aktuell machst Du ja eine Ausbildung auf Butenland? Was ist die offizielle Bezeichnung für diese Ausbildung und was hast Du danach vor? Ich mache eine Ausbildung zum Tierpfleger mit der Fachrichtung Tierheim und Tierpension. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen mit dieser Ausbildung wo anders als auf Butenland zu arbeiten. Tierheime sind auf jeden Fall wichtig und unverzichtbar, doch bieten sie mir keinen Arbeitsplatz, der mich und meine Weltanschauung, so erfüllen würde wie das Leben auf dem Hof.

Hast Du konkrete Vorstellungen für Deine weitere Zukunft? Träume die es zu verwirklichen gilt? Wirklich konkrete Vorstellungen für meine Zukunft habe ich noch nicht. Jetzt gilt es erstmal die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Dafür habe ich 2 Jahre Zeit, in der noch viele Träume für die Zukunft entstehen können. Ich verrate meine Träume allerdings nur ungern. Ich versuche sie lieber schweigend zu erfüllen und wenn es dann soweit ist kann ich sagen "seht ihr, genau davon habe ich schon immer geträumt!"

Könntest Du Dir vorstellen selbst später mal einen Lebens/Gnadenhof zu leiten? Theoretisch könnte ich es mir vorstellen, allerdings muss ich bis dahin noch viel lernen und wer weiß was die Zukunft noch so alles bringt. Einen Lebenshof zu leiten bedeutet eine große Verantwortung zu übernehmen. Ob ich dieser gewachsen wäre, weiß ich jetzt noch nicht.


Tierliebe verlernen

17. Oktober 2011, unter
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