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Paul Watson – ein gesetzestreuer Pirat kämpft weiter für den Schutz der Meerestiere.

Ja, das Problem mit den Hassmails kennt Captain Paul Watson gut. Auch heute hat er garantiert mal wieder eine bekommen, als er seinen Vortrag in einem Hotel in Hannover gerade vorbereitet. Viele ihm wohlgesonne Menschen sind heute gekommen, schon bevor er das Rednerpult betritt, gibt es lauten Beifall. Dass ihn Menschen hassen, kümmert ihn wie gesagt, wenig, erklärt er mit seinem gewohnt freundlichen Lächeln.

photo credit: Adam Lau / Sea Shepherd

„Man ändert nichts, ohne das man sich Feinde macht. Ich denke, wir können unsere Erfolg sogar daran messen, wie viele Hassmails wir bekommen. Wie bekommen auch Todesdrohungen. Unser Job ist halt die Leute zum Denken anzuregen und viele Leute die darüber nachdenken, werden dann wütend. Das ist völlig normal. Das kümmert uns alles überhaupt nicht, im Gegenteil, ich sehe es eher als Anzeichen dafür, das wir das was wir tun, richtig ist. Die Menschen sind halt das Problem, und deswegen werden die Menschen wütend sein, wenn man das kritisiert, was passiert.“

Man merkt: Paul Watson ist nicht jemand, der Angst vor Auseinandersetzungen hat, an die Kritik und das Gebell seiner Kontrahenten – Walfänger, Fischereikonzerne und die republikanische Rechte - hat er sich längst gewöhnt. Ihm ging es schon immer um die Sache, auch damals, als er 1977 die Sea Shepherd Conservation Society gegründet hat. Für das Gründungsmitglied und ehemaligen Vorsitzenden von Greenpeace war bereits früh klar, das eine konsequentere Vorgehensweise notwendig ist, um die Wale zu schützen.
Seitdem kreuzten er und seine Mannschaft unbeirrt dort auf, wo Wale gejagt werden. In Norwegen, Japan, Island und anderen Teilen der Erde. Dass er dabei nicht zimperlich vorgeht, wissen seine Gegner mittlerweile. Sieben Schiffe wurden 1979 bis 1998 versenkt. Wie Watson betont, rechtmäßig. Für ihn sind die Walfänger moderne, böse Piraten, Gesetzesbrecher. Er hingegen ist ein guter Pirat, ein gut gewordener Captain Ahab, der Moby Dick lieber lebendig als tot sehen will. Dass er bei seinen Aktionen das Leben riskiert, ist für ihn ein notwendiger Kompromiss. 2008 wurde es sogar richtig ernst, als ihn eine Kugel direkt in die Brust traf und nur durch eine Weste aufgehalten wurde. Trotzdem kein Grund, ihn von seiner Mission abzuhalten.

photo credit: Adam Lau / Sea Shepherd

„In der Geschichte gab es immer wieder Menschen, die für etwas an das sie geglaubt haben, ein Risiko eingegangen sind. Ich werde häufig mit der Frage konfrontiert, wie können wir denn unser Leben für das eines Wales riskieren, oder wie kann ich andere Menschen bitten, ihr Leben für das eines Wales zu riskieren? Zuerst einmal, wir bitten niemanden sein Leben zu riskieren. Ich würde dem entgegnen: Warum riskierst du dein Leben, um ein paar Ölfelder im Irak zu sichern? Oder warum riskierst du dein Leben für irgendeine Flagge. Menschen sterben ja nicht nur für diese Dinge sondern töten sogar dafür. Das wird als völlig normal angesehen. Ich denke, dass es weitaus nobler ist, sein Leben für eine vom Aussterben bedrohte Tierart zu riskieren. Viel nobler als für so etwas wie Patriotismus zu kämpfen. Das Interessante ist zudem, dass ich bis jetzt niemals verletzt wurde . Ich lebe ja immer noch. Ich kenne Geschichten von Leuten, die aus dem Bus steigen und überfahren werden. Man kann sich über dieses Risiko im Endeffekt keine Gedanken machen.“

Von vielen wird Paul Watson als Ökoterrorist bezeichnet. Für ihn hingegen funktioniert eine ganz andere Logik. Er selbst bezeichnet sich eher als konservativ und konsequent, denn im Kern geht es ihm nur um eines: Leben zu schützen und zu erhalten. Auch deswegen ist er Vegetarier, auf den Sea Shepherd Schiffen wird ausschließlich vegan gekocht - unter anderem da circa 50 % des aus den fast leergefischten Weltmeeren geraubten Fisches dazu verwendet wird die Tiernutzungsindustrie zu
versorgen. Wer sich für den Schutz von Walen einsetzt, kann nicht an Bord Garnelen futtern.
Und noch eine Sache ist ihm wichtig, die immer wieder betont wird in seinen Vorträgen, zu denen er weltweit eingeladen wird. Sea Shepherd bricht keine Gesetze, zumindest keine, für die er jemals ins Gefängnis gekommen wäre. Stattdessen setzt sich Sea Shepherd für die Einhaltung der Regelungen auf den Weltmeeren ein. Seit 1986 existiert hierfür ein Moratorium durch die Internationale Walfangkommission (IWC), welches den kommerziellen Walfang auf Null setzen soll. Vor allem Japan und Norwegen wird allerdings vorgeworfen, gewisse Ausnahmeregelungen des Walfangs aufgrund von wissenschaftlichen Studien zu missbrauchen. Ein klarer Verstoß. Bislang wurde der gesetzestreue Pirat Paul Watson noch nicht verklagt, wird aber seit Juli 2010 bei der Europäischen Polizei Interpol gelistet - wie angeblich auch der Dalai Lama.

photo credit: Adam Lau / Sea Shepherd

„Im Prinzip bringen wir viele Regierungen in Verlegenheit, weil wir eigentlich das tun was sie tun sollten. Letztes Jahr hielt ich einen Vortrag beim FBI in Virginia. Einer der FBI Agenten meinte, dass Sea Shepherd sehr haarscharf an der Grenze zum Gesetzbruch agiert. Ich entgegnete ihm „Wen kümmert´s, solange man diese haarscharfe Grenze nicht übertritt?“.
Dann entgegnete er mir, dass viele Ex-Mitglieder von Sea Shepherd später radikaler wurden und sogar eingesperrt wurden wie zum Beispiel der radikale Tierrechtsaktivist Rod Coronado. Angeblich wäre ich für diese Leute verantwortlich, weil ich sie trainiert hätte. Dazu fielen mir drei Namen ein: Timothy McVeigh, Lee Harvey Oswald und Osama Bin Laden. Im Endeffekt können alle diese Argumente mit ein bisschen Logik widerlegt werden. Am Ende gab es sogar drei FBI-Agenten, die bei Sea Shepherd eingetreten sind."

Sea Shepherd selbst betrachtet Paul Watson nicht als Selbstzweck, so wie er das GREENPEACE vorwirft, die sich mehr Gedanken um Merchandise und Marketing machen also vor Ort den Kopf hin zuhalten, wie er sagt. Sea Shepherd setzt auf überschaubare Strukturen, keine großen Werbeausgaben, einer direkten Spendenakquise und den Kontakt zu Künstlern und Musikern als Multiplikatoren. Die Liste von Paul Watsons berühmten Unterstützern umfasst dabei zahlreiche Hollywood-Größen wie Pierce Brosnan oder Sean Penn, den Dalai Lama, die Red Hot Chili Peppers und sogar [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_II._(Monaco)]Fürst Albert von Monaco[/url]. Auch der Sänger der Hardcore Band IGNITE engagiert sich seit Jahren für die Organisation. Watson ist es wichtig, dass die Unterstützer in ihrem Umfeld agieren und Leute motivieren.

„Sea Shepherd erreicht viele Menschen aus völlig unterschiedlichen Backgrounds. Politisch gesehen haben wir keine Ausrichtung. Es gibt nur ein paar Regeln: Niemanden verletzen, keine Gesetze brechen und keine Kompromisse. Das ist alles wir verlangen.“

Noble Ansichten eines unbeugsamen Seebären. An diesem Abend jedenfalls lässt er keinen Zuhörer unberührt, auch wenn viele es lieber vorziehen, den guten Captain Ahab mit dem Kauf eines mit dem berühmten Totenkopfsymbol bedruckten Kapuzenpullovers und einer Spende zu unterstützen. Aber soviel ist sicher: Paul Watson wird auch weiterhin mit stoischer Entschlossenheit seinen Kampf gegen die Ausbeutung der Meerestiere fortsetzen. Da können ein paar bissige Hassmails und andere bellende Hunde wenig anrichten.

Beitrag von Raoul Festante


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