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Sängerin SoKo im Interview!

Die in Frankreich geborene Stéphanie Sokolinski, auch SoKo genannt, dürfte hierzulande eigentlich den meisten bekannt sein. Nach ihrem Knallersong "I Kill Her", der sogar bei der Fashionshow von Veganerin Stella McCartney lief, ist sie aus keinem guten Akkustikabend mehr wegzudenken. Sie spielt die meisten Shows umsonst, liebt vegane Eiscreme und bringt im Februar ihr erstes Studioalbum raus. Ist das nicht awesome?


SoKo im Interview!

Hey Soko! Danke, dass du dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten. Gerne!

Du bist jetzt schon seit einiger Zeit im Musikgeschäft. Gefällt es dir? Oder besser gefragt: Gibt es etwas, das dich richtig ankotzt? Ich persönlich seh mich überhaupt nicht in irgendeinem Geschäft. Ich mache Musik, um kreativ zu sein und mich ausdrücken zu können. Gefühle ausleben, die ich nicht in meinem ängstlichen Kopf behalten will. Viele Shows spiele ich umsonst, weil ich glaube, dass es das ist, wofür Musik geschaffen worden ist. Einen speziellen, einzigartigen Moment in einem Raum mit vielen Menschen teilen. Die selben Emotionen fühlen, sich verbinden. Eine echte Verbindung zwischen echten Menschen. Von Herz zu Herz, von Seele zu Seele. Alles wahr, alles da, alles ehrlich. Ich glaube nicht, dass Musik ein Geschäft sein kann, wenn du es ehrlich und mit all deinem Herzen tust. Trotzdem hätte ich natürlich nichts dagegen. Fast bei jedem Gratis-Konzert fragt mich jemand: „Darf ich dir Geld geben? Wie verdienst du denn überhaupt Geld, wenn du alles umsonst spielst?“. Ich glaub ich muss bald anfangen, darüber nachzudenken, aber gerade bin ich einfach nur glücklich, das tun zu dürfen, was ich liebe.

Du bist ja selbst Veganerin, wie kam es denn dazu? Ich hab Fleisch als Kind schon nicht sonderlich gemocht und meine Eltern mussten es im Gemüse verstecken, damit ich es überhaupt gegessen hab. Als ich fünf Jahre alt war, starb mein Vater und ich habe realisiert, dass Leben und Tod sehr verbunden sind. Und wenn wir Fleisch essen, dann essen wir Tiere. Jemandes Mutter oder Vater vielleicht. Ich wollte auch nicht, dass irgendjemand den Leichnam meines Vaters isst. Es war ziemlich schockierend für mich, dass es Menschen gibt, die Kadaver essen. Also wurde ich an diesem Punkt Vegetarierin. In einer typischen französischen Fleischesser-Familie mit 5 Geschwistern groß zu werden war nicht einfach. Ich war die Schwierige, die Nervige, die immer eine Extrawurst brauchte, weil mein Geschmack einfach anders war als der der anderen. Ich finde es ziemlich feige, andere Leute dafür zu bezahlen, eine unschuldige Kreatur zu ermorden, nur um dessen Fleisch ohne Gewissensbisse essen zu können! Ewigkeiten später, also ungefähr vor 6 Jahren, habe ich gesundheitliche Probleme bekommen. Ich habe viel über Milchprodukte gelesen und einfach gemerkt, dass Milch das ist, was Babys essen, bevor sie richtige Nahrung zu sich nehmen können. Milch lässt die Kälber groß und stark werden, gibt ihnen alle Nährstoffe, die sie brauchen, um eine gesunde, erwachsene Kuh zu werden. Wir BRAUCHEN Milch einfach nicht! Also hab ich damit aufgehört und hab mich gleich besser gefühlt. Ich hatte seltener Nasennebenhöhlenentzündungen und Magenschmerzen. Es macht für mich einfach mehr Sinn, komplett vegan zu leben. Ich versteh nicht, wieso man von Milch und Fleisch leben muss, wenn man genauso gut andere leckere Dinge essen kann, die die Erde uns liefert. Wenn man dann noch sieht, dass die Intensivtierhaltung einer der größten Umweltverschmutzer der Welt ist, ist das schon ganz schön schrecklich. Aber auch ein weiterer Grund, auf Tierprodukte zu verzichten. Auch hier bin ich allerdings sehr tolerant. Es soll jede und jeder sein Leben so leben, wie er oder sie möchte.

Wie ist deine Erfahrung mit veganem Essen auf Tour? Hm, ich google einfach „veganes Restaurant“ mit dem Stadtnamen und schau, was für Resultate ich bekomme. Oder ich geh in einen Bioladen oder ein Reformhaus und schau, was es dort gibt. Zum Glück gibt es auch in fast jeder Stadt asiatische Restaurants, in denen ich meistens veganes Essen finde. Ich plane auch oft schon vorher, was ich essen werde, und nehme mir dann etwas mit. Die meisten meiner Bandmitglieder sind vegan oder vegetarisch. Also sitzen wir im selben Boot und ich bin nicht alleine auf der Nahrungssuche. Das macht es natürlich viel angenehmer.

Was ist deiner Meinung nach neben Tierrechten ein weiteres wichtiges Problem auf dieser Welt? Oh man, wie wäre es denn damit, endlich mal den Krieg zu stoppen? Die Dritte-Welt-Länder mit Medizin zu versorgen und auf die Wasserressourcen zu achten, so dass wir alle glücklich leben können und auch unsere Kinder in einer wundervollen Welt aufwachsen können?

Noch ein letztes Wort für unsere Leser? WERDET VEGAN! (Hm, das sind eigentlich immer meine Worte. Aber hier sollte ich eher sagen: „Hey Gleichgesinnte, bleibt so wundervoll wie ihr seid!“)


 
 
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