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Tierversuche in der Grundlagenforschung

Obwohl viele von Euch wahrscheinlich bislang vom Gegenteil ausgegangen sind, ist es leider traurige Realität, dass die Anzahl der Tierversuche in Deutschland immer noch rasant ansteigt und immer mehr Tiere Jahr für Jahr schreckliche Qualen erleiden und oft sogar in sinnlosen Versuchen sterben müssen.

Allein vorletztes Jahr wurden unglaubliche 2,6 Millionen Tiere in Tierversuchen in Deutschland gequält! (1) Die meisten Tiere werden dabei in der sogenannten “Grundlagenforschung” missbraucht. Von den 2,6 Millionen Versuchstieren im Jahr 2007 wurden allein 936.000 Tiere für die Grundlagenforschung verwendet. (1) Ob die Ergebnisse dieser Versuche überhaupt wirklich von Nutzen für den Menschen sind und deshalb ethisch vertretbar wären, ist jedoch mehr als umstritten!
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Viele tierexperimentelle Projekte besonders im Bereich der Grundlagenforschung haben nicht einmal vorgeblich einen Nutzen für die Medizin.



Per Gesetz sind nämlich nur Tierversuche für die Grundlagenforschung erlaubt, "wenn die angestrebten Ergebnisse vermuten lassen, dass sie für wesentliche Bedürfnisse von Mensch oder Tier von hervorragender Bedeutung sein werden" (TierSchG §7). Untersuchungen des Biologen Roman Kolar, ob diese Versuche 15 Jahre nach ihrer Beendigung klinisch verwertbare Ergebnisse für den Menschen gebracht haben, lieferten letztlich diese Antwort: "Bei den Tierversuchsvorhaben mündete kein einziges in ein therapeutisches Verfahren für die Menschheit”. (1) Kolar ist Mitglied einer Tierversuchskommission und muss regelmäßig eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, die ihn zum Stillschweigen zwingt. Würde er sein Schweigen über Details zu Tierversuchen brechen, müsste er eventuell mit einer 5-jährigen Haftstrafe rechnen.

Tierversuchsgegner wie PETA und viele andere Organisationen kritisieren schon seit langem die Geheimniskrämerei der Behörden, vor allem weil all diese Tierversuche von Steuergeldern bezahlt werden und Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit deshalb selbstverständlich sein sollte. Erschreckend ist hierbei, dass all diese Tierversuche komplett zweckfrei sein dürfen, sprich: Sie können für den Menschen nützlich, müssen es aber nicht sein…

Wer glaubt, Tierversuche würden durchgeführt, um neue Therapien für kranke Menschen zu entwickeln, irrt gewaltig. Viele tierexperimentelle Projekte besonders im Bereich der Grundlagenforschung haben nicht einmal vorgeblich einen Nutzen für die Medizin.

Beispiele von in Deutschland genehmigten und durchgeführten Tierversuchen:

• An der Uni Leipzig wurde herausgefunden, dass Winterschlaf das Nervengewebe von Hamstern schützt und so z.B. Alzheimer vorbeugen kann. (2)

• Am Bundesinstitut für Ernährung in Karlsruhe wurden Kälbern Carotinoide in den Milchaustauscher gemischt, um der Frage nachzugehen, warum Tomaten und Melonen so gesund für Menschen sind. (3)

• Um die Folgen eines akuten Lärmtraumas auf das Innenohr von Meerschweinchen zu untersuchen, wurden an der Uni Mainz die Ohren der Tiere mit Gewehrschusslärm (156 +/- 4 dB) beschallt. Anschließend wurden die Meerschweinchen getötet. (4)

• Am Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven wurden 22 auf einer deutschen Nordseeinsel gefangene Silbermöwen sechs Tage lang nicht gefüttert. Ziel war es, herauszufinden, wie lange Möwen hungern können. (5)

• In Ulm beschäftigt sich eine Forschergruppe seit Jahren mit den Auswirkungen der Schwerkraft auf die Entwicklung und den Biorhythmus verschiedener Tierarten. So wurde eine Vorrichtung gebaut, mit deren Hilfe an einem lebenden Skorpion mehrere Monate lang Messungen durchgeführt werden können. Das Tier wird dabei unbeweglich auf einer Platte fixiert. In Augen, Beinmuskeln, Gehirn und Körper stecken Elektroden, die kontinuierlich Nervenströme messen. (6)

Für solche Forschungsprojekte braucht nicht nach tierversuchsfreien Forschungsmethoden gesucht zu werden. Diese Tierversuche können ersatzlos gestrichen werden, entweder, weil längst menschliche Daten vorliegen oder aber die Ergebnisse vollkommen irrelevant für die menschliche Gesundheit sind.

5 simple, effektive Alternativen für gebräuchliche Tierversuche

Was Du tun kannst:

Schreibe an deinen MEP (Mitglied des Europaparlaments) und bitte ihn oder sie, die Forderung nach einem Verbot von Primaten in der Forschung innerhalb der EU zu unterstützen.

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Quellen:
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(1) ZDF, Frontal21 vom 19.05.2009, Tierversuche: Opfer der Forschung
(2) Wolfgang Härtig at al: Hibernation model of tau phosphorylation in hamsters: selective vulnerability of cholinergic basal forebrain neurons – implications for Alzheimer’s disease. European Journal of Neuroscience 2007: 25, 69-80
(3) Tina Sicilia et al.: Novel Lycopene metabolites are detectable in plasma of preruminant calves after Lycopene supplementation. Journal of Nutrition 2005: 135, 2616-2621
(4) Ulf-Rüdiger Heinrich et al.: Endothelial nitric ocide synthase upregulation in the guinea pig organ of Corti after acute noise trauma. Brain Research 2005: 1074, 85-96
(5) U.Trotzke et al.: The influence of fasting on blood and plasma composition of herring gulls (Larus argentatus). Physiological and Biochemical Zoology 1999: 72(4), 426-437
(6) Michael Schmäh, Eberhard Horn: Neurophysiological long-term recordings in space: experiments Scorpi and Scorpi-T. Gravitational and space biology bulletin: Publication of the American Society for Gravitational and Space Biology 2005: 18 (6), 95-96
 
 
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