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Schule und Studium

Versuche an Tieren sind bisher fester Bestandteil des Medizin- oder Biologiestudiums. Doch es gibt Alternativen, die viele Studenten einfordern.

Den meisten Studenten wird bei dem Gedanken daran, eine Ratte aufzuschneiden, die extra für sie getötet wurde, ganz mulmig in der Magengegend. Angesichts der "Eingriffe zu Ausbildungszwecken", wie die Experimente an extra gezüchteten und zuvor getöteten Tieren umschrieben werden, schwanken sie zwischen Scham und Ekel. Die meisten Studenten sehen keinen Unterschied zwischen einem "echten Tierversuch" und einem "Eingriff zu Ausbildungszwecken". Sie wehren sich und wollen nicht, dass für ihre Ausbildung Tiere getötet werden. Regelmäßig geraten sie dabei in einen Konflikt zwischen wissenschaftlichem Ehrgeiz und eigenen Wertvorstellungen. Denn wer sich weigert, an Tierversuchen, im Fachjargon auch "tierverbrauchende Praktika" genannt, teilzunehmen, erntet bei den wenigsten Dozenten Verständnis.

Dabei gibt es für Tierversuche in der Ausbildung genug Alternativen. Sie reichen vom ungefährlichen Selbstversuch über Computersimulationen und Lehrfilmen bis hin zu Übungen an natürlich verendeten Tieren. Einige Hochschullehrer halten Tierversuche im Studium sogar für völlig überholt.

Praktisch gesehen gibt es für Biologiestudenten in Deutschland kein Entkommen in Sachen Tierversuchen. Sie haben lediglich die Wahl zwischen erlaubten Fehltagen oder eben der Teilnahme am Tierversuch. Eine wirkliche Wahlfreiheit haben sie nicht. Ein Medizinstudium kann zwar an gut der Hälfte aller Universitäten ohne Tierversuche absolviert werden. Doch dank der Vergabe von Medizin-Studienplätzen über das Verfahren der ZVS landen nicht alle angehenden Mediziner an Universitäten, die auf Tierversuche verzichten.
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Sowohl Mäuse wie Ratten sind hochsoziale Tiere. Sie entwickeln Anhänglichkeit untereinander, lieben ihre eigenen Familien und knüpfen schnell feste Bande mit ihren Tierhaltern, wobei sie soviel Zuneigung zurückgeben wie sie erhalten.



Eine Alternative: Tiere aus ethischen Quellen
Tiere aus ethischen Quellen zu "beziehen" bedeutet nicht, Tiere, die "überschüssig" sind, zu verwenden. Man meint damit Tiere, die auf natürliche Weise gestorben sind oder aufgrund dauerhafter Krankheit eingeschläfert werden mussten.

Sowohl eine ganze Schule, als auch einzelne Studenten können auf diese Weise Tiere beziehen, doch die Planung ist entscheidend. Kleintiere können von Tierkliniken übernommen werden. Hinterlasst Eure Telefonnummer beim Tierarzt und bittet Tierhalter, eingeschläferte Tiere zu spenden. Seid dabei taktvoll und mitfühlend. Größere Tiere und "Nutz"tiere bekommt man von Kliniken oder Bauern, die gestorbene Tiere loswerden möchten. Kadaver können aus der Pathologieabteilung von Universitäten stammen, wohin erkrankte Tiere zur Autopsie gebracht werden.

Wichtig dabei ist, die Tiere sofort nach ihrem Tod zu erhalten und sicherzustellen, dass die Körper keine infektiösen Krankheiten in sich tragen. Da der Verwesungsprozess schon vier bis zehn Stunden nach dem Tod eintritt, müsst Ihr Euch vorher um die Aufbewahrung kümmern. Unter Anwendung von Formaldehyd und Lagerung in einem Kühlraum, könnt Ihr, wenn nötig, mit der Sezierung 12 bis 13 Tage lang waren, und sich so mit der Fertigstellung ca. eine Woche lang Zeit lassen.

Was Du tun kannst:

Im Jahr 1990 gab es das erste positive Urteil in der deutschen Rechtsgeschichte, das die Universität verpflichtete, einer Medizinstudentin, die aus Gewissensgründen nicht an Tierversuchen teilgenommen hatte, Alternativen anzubieten. Studierende anderer Fachrichtungen haben sich in weiteren Prozessen auf dieses Urteil bezogen. Kontaktiere PETA, wenn Du Dich auch gegen Tierversuche im Studium oder in Deiner Schule wehren willst. Wir können Dich unterstützen!

- Lass Dich von den Fallstudien inspirieren und sei mutig. Du solltest immer daran denken, dass eine einzige Person die Welt verändern kann.

- Sprich mit anderen Studenten und ermutige sie, mit Dir zusammen zu verweigern. Oder auf die Alternative von Tieren aus ethischen Quellen zu bestehen.

- Vor allem: Gib den Kurs nicht einfach auf. Unsere Gesellschaft braucht mitfühlende, ethische Menschen in der Wissenschaft.

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