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Transit Poetry

Düster geht es weiter!


Spirituell. Crazy. Cool. Diese drei Eigenschaften beschreiben die Jungs und Mädels von Transit Poetry wohl am besten. Sie spielen Musik, die irgendwo zwischen Pop, Gothic, Electronica, Trip Hop, Metal und Rock schwebt und ihren ganz eigenen Charme besitzt. Dass sie nicht nur Ahnung von Musik, sondern auch von spirituellem Leben haben, zeigen Transit Poetry ganz offen in ihrer Diskografie. Die vier veröffentlichten Alben folgen alle einem großen Grundkonzept: Musik & Lyrik unterliegen der Vertonung der vier Grundelemente. Somit unterstehen alle Alben jeweils dem Prinzip eines Elementes.
Das erste Album "Themes From The Desolate Ocean" widmet sich somit dem Element Wasser. Weiter ging es mit "Shamanic Passage Through The Embers" (Feuer), "Evocation of Gaia" (Erde) und "Pedestrians In The Sky" (Luft). Den Grundgedanken hinter dem vierteiligen Konzept erläutert der Sänger wie folgt: "Es geht um eine Kommunikation zwischen der materiellen und der spirituellen Welt; die Texte sind wie eine Brücke. Alle vier Alben des Gesamtkonzeptes ordnen sich dieser Idee unter und dienen der Schaffung einer größeren Einheit." - Amen.


Das Interview mit Sänger Sascha

Hey Sascha, danke erstmal, dass du dir Zeit für uns und unsere Fragen nimmst. Mir wurde gezwitschert, du seist vegan. Stimmt das? Ja, das ist richtig. Angesichts von Transit-Poetry-Songs wie 'Vegan Revolution' von unserem letzten Album 'Evocation Of Gaia' liegt die Vermutung ja auch nahe :-)

Wie lange bist du denn vegan und aus welchen Gründen bist du es geworden? Ich lebe nun seit über fünf Jahren vegan und war zuvor über zehn Jahre meines Lebens Vegetarier. Irgendwann stellte sich mir jedoch die Frage, ob ich da wirklich konsequent genug bin, da es mir neben dem gesundheitlichen Aspekt immer auch um die ethische Seite ging. Ich fand den Gedanken seit jeher widerwärtig, dass andere Kreaturen ihr Dasein auf diesem Planeten nur erleiden müssen, damit Menschen sie essen können. Schließlich können wir uns auch problemlos rein pflanzlich ernähren. Genauso widerwärtig ist es, dass die Menschen in der westlichen Welt die Grundnahrungsmittel der armen Länder über den 'Umweg Tier' verschwenden und so indirekt für den Hunger dort verantwortlich sind. Was für andere normal ist, ist für mich krank. Daher habe ich für mich irgendwann die Entscheidung getroffen, die Augen nicht mehr zu verschließen, da ich nicht möchte, dass Tiere oder Menschen für mich leiden oder sterben müssen."

War es schwer für dich, Lebensmittel wie Milch und Eier zu ersetzen? "Nein, ich hatte aufgrund meiner starken Überzeug den unabdingbaren Willen das durchzuziehen und es hat gut geklappt. In meinen Vegetarierzeiten habe ich dies auch nicht für möglich gehalten und Veganismus unbewusst immer mit Askese gleichgesetzt. Aber je besser ich mich informiert habe, desto einfacher wurde es. Man muss nur sein Einkaufs- und Kochverhalten ändern und mehr selber zubereiten – dann bedeutet es eigentlich gar keinen großen Verzicht. Daher kann ich Fleisch essenden Menschen immer guten Gewissens erzählen, dass ich mich keineswegs nur von Gras ernähre, sondern dass mein Speiseplan ganz ähnlich aussieht wie der ihrige – nur dass ihm andere Zutaten zugrunde liegen. Mir geht es gut und mir fehlt nichts. Mittlerweile ist diese Lebensweise für mich absolute Normalität und ich finde es eher unnormal, dass andere Leute Fleisch essen. Nur im Gespräch mit solchen Menschen muss ich mich doch hin und wieder wundern, wie ungewöhnlich sie mich finden. Dann kommen natürlich immer die üblichen Fragen nach Mangelerscheinungen und Pseudoargumente à la 'der Mensch isst schon seit jeher Fleisch und braucht es'. Aber ich glaube die meisten Leute sind einfach nur schlecht informiert und in ihren Konventionen gefangen.

Du bist ja mit deiner Band Transit Poetry gerade gut am Rocken. Wie würdest du die Musik beschreiben und wann hat das mit dem Musik machen angefangen? Ich mache Musik, seit ich denken kann – sie wurde mit zunehmendem Alter immer professioneller, wage ich zu behaupten, und ich habe schon mit diversen Bands Alben produziert und veröffentlicht. Mit Transit Poetry sind wir nun beim vierten Longplayer, 'Pedestrians In The Sky', der Mitte Februar 2011 erscheint. Es ist der Abschluss eines vierteiligen Konzepts, das um die vier Elemente kreist und so eine materielle und eine spirituelle Ebene vereinen soll. Die Texte sind sehr philosophisch, nachdenklich und poetisch (passend zum Namen sind sie alle in Gedichtform geschrieben), die Musik ist aber durchaus sehr melodisch und eingängig. Wir verbinden Einflüsse aus Pop, Gothic, Rock, Electronica, Trip Hop, Wave und Metal zu einem eigenständigen Sound, dessen wichtigste Merkmale mein tiefer Gesang, die Verbindung von Elektronik und Gitarren sowie die prägnanten, oft poppigen Hooklines sind. Wer Interesse hat, kann hier reinhören und findet dort auch Links zu ein paar freien Downloads.

Versuchst du den Tierrechtsgedanken in deiner Musik einzubringen? Da ich die Texte bei Transit Poetry als Ausdruck meiner spirituellen Suche sehe, spielt der Veganismus da unweigerlich mit rein, ja. Ich denke einfach, dass der Mensch ab einer gewissen geistigen Reife anderen Lebewesen gegenüber so viel Mitgefühl entwickelt, dass er sie nicht mehr isst. Damit möchte ich nun nicht alle Menschen diskreditieren, die Fleisch essen, da man nicht alle über einen Kamm scheren kann, aber ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, dass solche, die einem mit Genuss unter die Nase reiben, wie gut ihnen ihr Steak schmeckt, meist in einem materialistischen, atheistischen Weltbild gefangen sind und spirituelle Ideen als dumme Hirngespinste abtun. Wir haben mit 'Vegan Revolution' und 'As The Animals Left The Earth' (aus der aktuellen Download-Single 'Little Buddha') zwei Songs geschrieben, die diese Ideen sehr konkret behandeln, aber auch in anderen Transit-Poetry-Stücken finden sich dezente Andeutungen. Ich möchte uns aber nicht als Progapanda-Band verstanden wissen – ich singe über die Dinge, die mir am Herzen liegen und versuche natürlich über Themen wie den Veganismus zu informieren, da es zu viele Vorurteile gibt. Aber ob es jemand annimmt und sich davon inspirieren lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich denke sowieso, Veganismus ist nichts, wozu man jemanden überzeugen kann, diese Entscheidung muss aus dem Herzen kommen.

Wie kommt das bei deinen Fans an? Kriegst du eher positives oder negatives Feedback? Grundsätzlich denke ich, sie wissen es zu schätzen, dass ich mir viele Gedanken mache. Aber das schließt nicht aus, dass es auch kritische Stimmen und mitunter Diskussionen gibt, da es auch Leute gibt, die meine Ideale nicht teilen. Ich finde das okay: Besser, es findet ein Austausch statt, als dass geschwiegen wird. Aber letzten Endes soll dieses Thema auch niemandem unsere Musik madig machen, der sich nicht vegan ernährt, denn Transit Poetry funktioniert auf verschiedenen Ebenen.

Sänger Sascha im interview

Was müsste denn deiner Meinung nach als erstes passieren, um den Tieren ein besseres Leben zu garantieren? Ganz klar, der Wandel müsste in den Köpfen der Menschen passieren. Es müsste eine tiefgreifende 'spirituelle Revolution' geben, damit wir wieder realisieren, dass wir uns nicht dauerhaft über die Natur erheben können, ja, dass wir keine Könige sind, denen alle anderen Lebewesen und dieser Planet zur Ausbeutung dargereicht wurden, sondern ebenfalls ein – zugegeben recht intelligenter – Teil der natürlichen Kreisläufe. Daher ist ein Menschenleben nicht mehr wert als das Leben jedes anderen Lebewesens. Ich glaube, die meisten Menschen befinden sich in einer Art Schlaf und sind zutiefst unbewusst. Sie leben zwar irgendwie vor sich hin, aber sie haben den Kontakt zu ihrem inneren Selbst und ihren Ursprüngen verloren. So erscheint das Leben sinnlos und leer und man versucht, diese Leere mit maßlosem Konsum, materiellen Gütern, Geld und Macht zu kompensieren. Das übermäßige Essen von Fleisch, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen und über die Herkunft desselben nachzudenken, passt mir da nur zu gut in diese Reihe von Ersatzbefriedigungen. Ich glaube, dass vorher alle Aktionen, wie z.B. meine Lieder, nur Tropfen auf den heißen Stein sind, jedoch durchaus notwendige Tropfen, denn steter Tropfen höhlt den Stein und ich glaube an die Theorie einer kritischen Masse. Diese besagt: Es bedarf nur einer gewissen, gar nicht so großen Menge an Menschen, die ein bestimmtes Ideal haben, dann wird es auf viele andere ebenfalls übergehen. Ähnlich wie bei Tieren, die sich eine Verhaltensweise aneignen, die von ihren Artgenossen auf anderen Kontinenten ohne direkten Kontakt plötzlich übernommen wird. Das gibt mir Hoffnung auf eine bessere Zukunft ...

Irgendein Lieblingszitat zum Abschluss? Ein schönes Zitat aus dem Zitatkalender hier an meinem Schreibtisch:

'Utopien sind nicht Träumereien, sondern sie sind die Voraussetzung für eine kreative Gestaltung der Zukunft.' (Hans-Peter Dürr).



 
 
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